Weltgenusserbe Bayern

Das WeltGenussErbe sind ganz besondere Schätze: Spezialitäten mit langer Tradition und engem Bezug zu ihrer Herkunftsregion. Bayern ist eine der aktivsten deutschen Spezialitäten-Regionen. Die EU hat bereits rund 20 bayerische Spezialitäten geschützt, u. a. Allgäuer Emmentaler und Allgäuer Bergkäse, Bayerisches Bier, Nürnberger Rostbratwürste und Bayerischen Meerrettich. Die folgende Fotostrecke stellt das bayerische WeltGenussErbe vor.

Allgäuer Käsespezialitäten

Beim Stichwort „Allgäu“ denkt man an Urlaub, Bergwiesen, Kuhglockengeläut – und die berühmten Käse. Der mild-aromatische Allgäuer Emmentaler und der würzig-pikante Allgäuer Bergkäse sind Hartkäse-Spezialitäten. Sie werden nach überlieferten Rezepturen aus 100 Prozent Allgäuer Rohmilch gekäst.

Delikatessen aus Rohmilch

Die meisten Käse, die wir im Supermarkt kaufen, sind aus wärmebehandelter Milch hergestellt. Ganz besondere Delikatessen sind Rohmilchkäse wie Allgäuer Emmentaler und Allgäuer Bergkäse. Rohmilch bedeutet: Die Milch wird vor der Käseherstellung nicht über 40 Grad Celsius erwärmt. Dadurch bleibt eine größere Vielfalt an natürlichen Geschmacksstoffen, Aromen und Mikroorganismen in der Milch erhalten, die das Aroma positiv beeinflussen.

Allgäuer Emmentaler

Man kann reingucken, durchgucken und drumherum essen: Das auffälligste Merkmal des Allgäuer Emmentalers sind seine etwa kirschgroßen Löcher. Sie entstehen, während der Käse im Gärkeller reift. Die Allgäuer Käsemeister klopfen mit kleinen Hämmerchen auf die reifenden Käselaibe. Am Hall hören sie, wie weit sich die Löcher (und damit der Käse) schon entwickelt haben!

Allgäuer Kässpätzle

Ob man den Spätzleteig von Hand anrührt und schabt oder fertige Spätzle verwendet, ist Stoff für heiße Debatten. Doch wenn´s um die Würze geht, sind sich die Allgäuer einig: Jede Menge geschmälzte Zwiebeln und guter Allgäuer Emmentaler sind die „Seele“ der herzhaften Allgäuer Kässpätzle.

Allgäuer Bergkäse

Rohmilchkäse eignet sich besonders gut für eine längere Lagerung. Allgäuer Bergkäse reift mindestens vier Monate lang in den Gärkellern der Traditionskäsereien. Ganz jung schmeckt er nussig-aromatisch, mit jedem weiteren Reifemonat wird sein Geschmack noch ausdrucksvoller und pikanter. Allgäuer Bergkäse schmeckt am Stück oder dünn gehobelt. Gerieben verfeinert er z. B. Kartoffel-, Gemüse- und Fleischgerichte.

So wird Allgäuer Bergkäse hergestellt

So stellt man auf der Alpe und in Traditionskäsereien bis heute Allgäuer Bergkäse her: In einem Kessel erwärmt der Käser die Rohmilch und dickt sie mit Lab ein. Diese dickgelegte Milch wird zerkleinert, erneut erwärmt, gerührt, in Formen gefüllt und darin zu Laiben gepresst. Die nächsten Tage verbringen sie im Salzbad, wo sich die Käserinde bildet. Anschließend reift der Käse vier bis zwölf Monate lang. Mehrmals pro Woche wird er gewendet und gewaschen.

Bayerisches Bier

In Bayern ist die Biervielfalt einzigartig. Obergäriges helles bzw. dunkles Weißbier und untergäriges Helles und Dunkles sind vier von mehr als 40 bayerischen Biersorten. Jede Bierspezialität hat ihren Charakter. Dabei werden Bayerische Biere nach dem Bayerischen Reinheitsgebot aus nur vier Zutaten gebraut: Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Die Vielfalt entsteht u. a. durch die Auswahl unterschiedlicher Braumalze und die Sorte und Menge des zugesetzten Hopfens.

Die "Würze" des Bieres: Hopfen

Hopfen ist die „Würze“ des Bieres: er vollendet den Geschmack, verleiht ihm seine – sortentypisch dezente oder ausgeprägte – Bittere und verlängert die Haltbarkeit. Im Bierland Bayern wird das grüne Gold seit mehr als 1.000 Jahren kultiviert. Rund um Spalt wächst feinster Aromahopfen; auch Hersbrucker Hopfen ist international beliebt. Und Hallertauer Hopfen (g.g.A.) wächst im größten zusammenhängenden Anbaugebiet der Welt!

Noch mehr Biergenuss

Biergenuss ist jetzt noch schöner. Immer mehr bayerische Wirte vertrauen die Pflege ihrer Biere und die Beratung ihrer Gäste einem Biersommelier an – zur Freude der Genießer, die Biere so ganz neu erleben. Für den Bierkenner schmeckt ein Bier nicht einfach nur gut, sondern z. B. feinwürzig oder röstaromatisch. Er entdeckt ein dezentes Bananenaroma im Weißbier und die Hopfenblume einer Pilsspezialität. Mit jedem Biererlebnis wächst die Freude am Genuss.

Biergartenklassiker

Die Mass ist in Bayerns Biergärten das Maß aller Dinge. Hier trifft man sich zur Brotzeit mit Freunden oder lässt im Schatten alter Kastanien die Seele baumeln. Dazu schmeckt frisch gezapftes, kühles Bier, golden und schaumgekrönt. Biergartenklassiker sind Helles und Radler (Mix aus Hellem und Zitronenlimo). Wer´s obergärig-spritzig mag, bestellt ein Weißbier. Und das wird auch im Biergarten sortengerecht ins Weizenglas (à 0,5 Liter) gezapft.

Nürnberger Rostbratwürste

So genießt man Nürnberger Rostbratwürste in den traditionsreichen Bratwurstküchen: frisch vom Buchenholzgrill, zu sechs, acht, zehn oder zwölf Stück angerichtet auf dem Zinnteller. Zu den Würsten mit der feinen Majoran-Note serviert man klassisch Sauerkraut und Brot oder Kartoffelsalat. Bayerischer Meerrettich rundet den Genuss würzig-scharf ab.

Bratwurst-Tradition in Nürnberg

„Gwieß nergends in der Welt senn die Würscht su klaa, su knuspret und su gout“, schwärmte einst die Nürnberger Dichterin Helene von Förster („Gewiss nirgends auf der Welt sind die Würste so klein, so knusprig und so gut“). Seit mehr als 500 Jahren pflegen Nürnbergs Metzger ihre Bratwurst-Tradition. Und schon damals wurden Zutaten und Geschmack der berühmten „Wöschdla“ streng kontrolliert. Minderwertige Ware flog im hohen Bogen in die Pegnitz!

Zubereitung von Nürnberger Rostbratwürsten

Im Sommer schmecken Nürnberger Rostbratwürste vom Grill zu Salaten, Kartoffeln, Grillgemüse oder einfach gutem Bauernbrot. Aber auch in der Pfanne gelingen die Mini-Spezialitäten hervorragend – zum Beispiel zu frischem Spargel. Werden Nürnberger Rostbratwürste in Essig-Zwiebel-Sud gegart, nennt man sie Saure Zipfel. Und ein G´häck-Weckla ist in Nürnberg ein Brötchen mit rohem Bratwurstbrät.

Kernig und herzhaft im Geschmack

Der Begriff „Bratwurst“ leitet sich nicht von der Zubereitung auf dem Grill oder in der Pfanne ab, sondern vom „Brät“, dem zerkleinerten Fleisch. Das Schweinefleisch für Nürnberger Rostbratwürste wird gehackt oder durch den Wolf gedreht. Die mittelgrobe Körnung, die dabei entsteht, unterstreicht die kernige, herzhafte Note der Nürnberger Spezialität.

Bayerischer Meerrettich

Bayerischer Meerrettich enthält besonders viele ätherische Öle, die ihm seine Schärfe und Würze verleihen. Genießen kann man ihn in köstlicher Vielfalt: Gemüse-Meerrettich, grob gerieben und naturell, rundet warme Gerichte pikant ab. Tafel-Meerrettich, fein gerieben und servierfertig abgeschmeckt, ist ideal als Beilage zu Wurst, Fleisch oder Fisch. Und es gibt eine Fülle weiterer Variationen, z. B. mit Sahne, Apfel, Preiselbeeren, Senf oder Orangen.

Handarbeit für guten Meerrettich

„Ein Acker mit Kren will seinen Herrn jeden Tag seh´n“, seufzen die Meerrettichbauern. Kein Wunder: Während ihrer Entwicklung vom Setzling zur 30 Zentimeter langen Krenstange muss jede Pflanze mehrmals von Hand bearbeitet werden. Die Mühe lohnt sich: In der Gegend um das fränkische Baiersdorf wächst erstklassiger Kren – und der Bayerische Meerrettich hat längst auch Genießer hoch im Norden und in Übersee zum scharfen Genuss verführt.

Wurzel mit wertvollen Inhaltsstoffen

Meerrettich ist etwas ganz Seltenes: ein Genuss und (trotzdem) gesund. Er enthält doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen, außerdem die Vitamine B1, B2, B6 und viele wertvolle Mineralstoffe. Und er gilt als „Antibiotikum der Bauern“, denn seine ätherischen Öle töten schädliche Keime ab. Darüber hinaus aktiviert Kren die natürliche Widerstandskraft und den Stoffwechsel, fördert und stabilisiert die Verdauung und regt Herz und Kreislauf an.

Mit Bayerischem Meerrettich veredeln

Mit seinem reichen Aroma ist Bayerischer Meerrettich eine anregende Kochzutat. Er verleiht Salatsaucen besonderen Pfiff, veredelt Suppen mit Charakter, setzt reizvolle Akzente in Pastagerichten. Sogar Marmeladen und Desserts runden Kenner mit Krenschärfe ab. Köstliche Gaumenfreude: Meerrettich-Chili-Schoko-Mousse!