Toast

Verführerische Sahnetorten, saftige Sonntagsbraten - der Film Toast geizt nicht mit kulinarischen Reizen. Regisseur SJ Clarkson hat die Autobiograhie "Halbe Portion" von Starkoch Nigel Slater verfilmt. Dieser wächst in den späten 60er- und frühen 70er-Jahren in Mittelengland auf und wird von seiner Stiefmutter Mrs. Potter mit opulenten Gerichten bekocht.

Kindheit eines Spitzenkochs

Dem kleinen Nigel (Oscar Kennnedy) wird sehr früh klar, welche Macht das Essen hat. Im Alter von neuen Jahren verliert der Junge seine Mutter. Wegen der mangelhaften haushälterischen Fähigkeiten seines Vaters kommt bald Mrs. Potter (Helena Bonham Carter) als Ersatz ins Haus, die bald schon Nigels Stiefmutter wird. Nigel ist nicht sonderlich gut auf seine Stiefmutter zu sprechen, doch ihr Können in der Küche muss auch er neidlos anerkennen. Als der Junge anfängt, Mrs. Potters Rezepte im Kochunterricht zu kopieren, verschärft sich der Konflikt zwischen den beiden. Trotz aller Probleme lernt Nigel (jetzt dargestellt von Freddie Highmore) durch Mrs. Potter die Liebe zum Kochen und beginnt, nachdem sein Vater an "Überfütterung" gestorben ist, eine Ausbildung als Koch. Ein Film, der Gefühlschaos und Retrocharme mit der reichhaltigen britischen Kochkunst verbindet.

Michael Kempf kocht

"Very british" kocht an diesem Abend Michael Kempf, der "Berliner Meisterkoch" des Jahres 2010. Das dreigängige Menü hat zwei variable Hauptspeisen, entweder mit Fisch ("Kabeljau mit Röstzwiebelkruste, geräuchertes Kartoffelrisotto und Kressetapioka") oder vegetarisch ("Brie D’Amour im Filoblatt gebraten, geräuchertes Kartoffelrisotto, Gartenkressetapioka, Spinatsalat"). Wer beim Anblick von Mrs. Potters köstlichen Torten Hunger auf Süßes bekommen hat, kann sich auf den Nachtisch "Nigels Apple Dream" aus Boskop-Äpfeln, Maronen und Pekannüssen freuen. Fragen zu Nigel Slaters kulinarischen Kindheitserlebnissen bleiben nicht unbeantwortet, da der britische Starkoch persönlich beim Talk nach dem Film Rede und Antwort steht.

Der Film Toast läuft am 17. Februar um 19.30 im Martin-Gropius-Bau in Berlin. Es handelt sich um die Deutschlandpremiere und der Film wird auf Englisch mit deutschen Untertiteln gezeigt.