Rund um die Birne: Warenkunde

Die Spätsommersonne gibt ihnen den letzten Schliff, dann können glückliche Gartenbesitzer sie ernten: Die Birnensaison ist da. Völlig zu Unrecht stehen sie im Schatten des Apfels, denn geschmacklich haben sie einiges zu bieten: Die Birne schmeckt in Kuchen oder Kompott ganz wunderbar, gibt aber auch herzhaften Gerichten eine fruchtige Note.
In diesem Artikel
Tipps zu Einkauf und Lagerung
Rundum gesund mit Birnen
Birnen in der Küche
Birnen-Rezepte

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Rund um die Birne: Warenkunde

Leuchtend, knackig & gesund: die Birne

Birnen gehören - wie die Äpfel - zu den Rosengewächsen und sind Kernobst. Schon die alten Römer bauten Birnen an. Mittlerweile gibt es über 5000 Birnensorten, die bei uns bekanntesten sind Gute Luise, Alexander Lucas, Abate Fetel und Williams Christ. Allen Birnen gemeinsam ist ihre flaschenähnliche Form. Farblich variieren sie von Grün über Gold-Gelb bis hin zu leuchtendem Rot.

Tipps zu Einkauf und Lagerung

Beim Einkauf sollten Sie darauf achten, dass die Birne zwar reif, aber nicht zu reif ist. Dies können Sie vorsichtig per Fingerdruck testen: Die Birne sollte ganz leicht nachgeben. Nach dem Kauf halten sich Birnen kühl aufbewahrt 5-6 Tage. Außerdem sind ein angenehmer Birnenduft und eine glatte Schale Zeichen für die optimale Reife. Kaufen Sie keine Birnen mit Druckstellen, denn diese beginnen sehr schnell zu faulen. Da Birnen sehr druckempfindlich sind, werden sie noch unreif geerntet. Erst auf dem Transport in die Läden werden sie genussreif. Zuhause bewahren Sie die Birnen am besten an einem dunklen, kühlen Ort auf. Außerdem sollten sie nicht neben Äpfeln oder Trauben liegen, da diese ein Gas absondern, das Birnen schneller reifen lässt.

Welche Sorte?

Der Handel bietet für jeden Geschmack etwas an. Die Birnensorte „Alexander Lucas“ ist besonders süß und eignet sich für den rohen Verzehr pur oder im Obstsalat. Die "Köstliche von Charneux" besitzt ein feines süß-würziges Aroma und schmeckt wunderbar zu Käse oder Fleisch. „Williams Christ“ ist eine besonders saftige Birne mit einer Muskat-Note. Sie eignet sich gut für Kompotte und Desserts.

Rundum gesund mit Birnen

Rund um die Birne: Warenkunde

Salat mit Birne

Saftig und gesund: Birnen schmecken nicht nur angenehm mild und je nach Sorte süß oder leicht muskatartig, sondern bringen auch viele positive Eigenschaften für unsere Gesundheit mit. Sie liefern Vitamin C, Folsäure und viele wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Jod und Magnesium. Der hohe Gehalt an Kalium wirkt entwässernd, die enthaltenen Ballaststoffe regen die Verdauung an.

Auch während Diäten dürfen Sie gern zur Birne greifen, denn sie wirken durch ihre Süße Heißhungerattacken entgegen. Zudem enthalten Birnen reichlich Phosphor und Kalzium, regen sie die Verdauung an und wirken entschlackend und entwässernd. Der hohe Phosphorgehalt der Birnen stärkt außerdem das Nervensystem. Kalzium stärkt die Knochen und hat eine regulierende Funktion im Fettstoffwechsel. 100 Gramm Birne enthalten in etwa 60 Kalorien. Sie sollten Birnen am besten mit Schale verzehren, denn hier sitzen die meisten Vitamine und Mineralstoffe.

Birnen sind sehr viel säureärmer als Äpfel, deswegen vertragen die meisten Menschen sie besser, haben aber auch einen etwas höheren Zuckergehalt. Deshalb schmecken sie süßer als Äpfel. Besonders die reifen Früchte haben einen geringen Säuregehalt und sind gut verträglich. So sind Birnen beispielsweise auch für Babybreis gut geeignet.

Exotische Schwester: die Nashi-Birne

Mittlerweile sind im Supermarkt neben den klassischen Birnensorten auch immer öfter Nashi-Birnen zu finden. Es stimmt nicht, dass sie eine Kreuzung zwischen Apfel und Birne ist. Vielmehr ist sie die asiatische Schwester unserer europäischen Sorten, weswegen sie auch japanische Birne heißt. Im Vergleich zu europäischen Birnen schmeckt die Nashi-Birne etwas milder und weniger süß, ihr Fleisch ist knackiger.

Birnen in der Küche

Birnen werden grob in zwei Typen unterschieden: die Tafelbirne und die Mostbirne. Mostbirnen werden gekeltert und zu Saft oder Birnenschnaps verarbeitet. Tafelbirnen können Sie roh verzehren, zartschmelzend und saftig bereichern sie jeden Obstkorb oder Obstsalat. Sie eignen sich aber auch sehr gut für Kompott oder Mus, im Kuchen oder als Dessert. Berühmt ist die „Birne Helene“: Die Birne wird in Zuckerwasser pochiert und anschließend mit Vanilleeis und Schokoladensauce angerichtet.

Aber auch zu herzhaften Gerichten passen Birnen sehr gut: Ihr fruchtiger Geschmack passt als Beilage zu Wildgerichten und auch zu fettärmeren Fleischvarianten wie Geflügel oder zu Fisch. Sie sind, halbiert und mit Preiselbeeren gefüllt, die klassische Beilage zu Wild. Sie passen auch wunderbar in einen herbstlichen Salat, zum Beispiel Radicchio oder als Ergänzung auf den Käseteller. In Norddeutschland ist außerdem das Gericht „Birnen, Bohnen und Speck“ sehr beliebt. Getrocknete Birnen heißen in Süddeutschland und Österreich übrigens Kletzen. Zu Weihnachten wird mit ihnen das Kletzenbrot gebacken.

An der Luft werden Birnen schnell braun. Um das zu verhindern, können Sie einfach etwas Zitrone hinzu geben.

Birnendicksaft

Birnendicksaft kann als Süßungsmittel für Getränke, Speisen und Backwaren verwendet werden. Zwei Teelöffel Birnendicksaft enstprechen in etwa einem Teelöffel Zucker. Wer den Saft nicht im Reformhaus oder im Supermarkt kaufen möchte, kann den Saft auch selbst herstellen. Dazu werden die Birnen zerkleinert und mit Zitrone vermischt. Danach werden die Birnen entsaftet und der Saft in einen weiten Topf gegeben. Darin wird der Saft so lange erhitzt, bis der Saft eine dickflüssige Konsistenz hat. Der Birnendicksaft kann in Gläser abgefüllt und einige Monate gelagert werden. Aus einem Liter Saft werden etwa 200 ml Birnendicksaft gewonnen.

Birnen-Rezepte