Einweckgläser

Einweckgläser konservieren nach dem Einmachen Obst- und Gemüsesorten wie Äpfel, Pflaumen, Marillen, Gurken und Rhabarber. Welche Arten von Einweckgläsern es gibt, wie Sie diese sterilisieren und Sie sie zum Einwecken nutzen, erfahren Sie hier.

Einweckgläser: Form und Funktion

Einweckgläser
Twist-Off Gläser sind fürs schnelle Einmachen gedacht.

Seit mehr als hundert Jahren wird das Einwecken zum Konservieren von frischen Lebensmittel genutzt. Dabei wird das Gemüse und Obst durch Hitze und Vakuum haltbar gemacht. Seitdem wurden auch die Einmachgläser weiterentwickelt, sodass es heute zahlreiche Formen, Größen und Verschlussarten gibt. Die ersten Einweckgläser wurden von der Firma "Weck" entwickelt, die dadurch Namenspate für die Begriffe "einwecken" und "Einweckgläser" wurde.

Die geläufigsten Einweckgläser sind die tulpenförmigen Rundgläser mit Glasdeckel, welche mit einem Gummiband verschlossen werden. Während des Weckvorgangs werden zusätzlich kleine Spangen zum Abdichten angeklemmt. Drahtbügelgläser sind eine weitere Möglichkeit, um Gemüse und Obst stilvoll einzumachen. Dabei wird das abdichtende Gummiband durch zusätzliche, fest montierte Drahtbügel ergänzt. Die wohl beliebtesten Einweckgläser für Konfitüre und Gelee sind heute Twist-Off Gläser (Gläser mit Schraubverschluss), denn sie ermöglichen schnell und einfach das luftdichte Verschließen des Glases ohne zusätzliches Kochen. Sie müssen lediglich nach dem heißen Befüllen ein paar Minuten auf dem Kopf auskühlen.

So geht's: Traditionelles Einwecken

Einweckgläser
Einweckgläser mit Gummiring gehören zu den Klassikern.

Vor dem Einwecken sollten die Einweckgläser sterilisiert werden. Dafür waschen Sie die Gläser und Deckel mit kochendem Wasser ab, lassen sie ausdampfen und stellen sie anschließend für zehn Minuten in den heißen Backofen. Lassen Sie anschließend die Gläser im geschlossenen Ofen für zirka 30 Minuten langsam auskühlen. Nehmen Sie die Einweckgläser danach aus dem Ofen, sind sie perfekt sterilisiert. Legen Sie nun Deckel und Gummiringe bereit und befüllen Sie die Einweckgläser mit Ihrem sauer eingelegten Gemüse oder heißem Kompott. Trocknen Sie den Glasrand ab, legen Sie den Gummiring auf und verschließen Sie das Glas mit dem Deckel. Fixieren Sie den Deckel je nach Glasart zusätzlich mit kleinen Spangen oder dem festen Drahtgestell.

Nun folgt das eigentliche Einwecken. Dafür gibt es vier Möglichkeiten: Das Einmachen im Ofen, im Dampfkochtopf, im langsamen oder im schnellen Wasserbad. Meist wird das Einmachen im langsamen Wasserbad oder im Ofen aufgrund der einfacheren Handhabung bevorzugt.

Beim Einmachen mit dem langsamen Wasserbad legen Sie zunächst ein Gitter auf den Topfboden. Stellen Sie dann die Einmachgläser darauf und befüllen Sie den Topf mit kaltem Wasser. Nutzen Sie ein Thermometer, um die Wassertemperatur zu bestimmen. Lassen Sie die Temperatur auf 55 Grad ansteigen und behalten Sie diese Temperatur für eine Stunde bei. Die Temperatur dann je nach Frucht auf bis zu 87 Grad erhöhen. Danach die Hitze abschalten und die Einweckgläser im Wasserbad etwas auskühlen lassen, dann diese dem Wasser vorsichtig entnehmen und unter einem Küchentuch vollends auskühlen lassen. So bildet sich ein Vakuum, das den Inhalt für mehrere Monate konserviert.

Eine Alternative ist das Einmachen im Ofen, die sich besonders für kleine bis mittlere Einmachgläser anbietet. Bei zu großen Einmachgläsern dauert die Erwärmung des Glases im Ofen zu lange, sodass ein Teil des Eingemachten anbrennen kann. Stellen Sie die befüllten, verschlossenen und gleich großen Einmachgläser mit Abstand auf ein Backblech und schieben Sie es auf der mittleren Schiene in den vorgewärmten Ofen. Frucht und Konsistenz bestimmen, wie lange die Einmachgläser im Ofen bleiben. Danach die Gläser vorsichtig dem heißen Ofen entnehmen und ebenfalls unter einem Küchentuch auskühlen lassen. Jetzt können Sie auch im Winter köstliche Pflaumen, würzige Gurken und aromatischen Rhabarber genießen.