Fermentieren

Sauerkraut und Käse, Kimchi und Schokolade, Bier und Wein – sie alle haben eins gemeinsam: Sie sind durch Fermentierung haltbar gemacht. Jetzt setzen Profiköche auch anderen Lebensmitteln sogenannte Starterkulturen zu und verändern sie in Geschmack und Textur. Wie das funktioniert und wie Sie selbst fermentieren können, erfahren Sie hier.
In diesem Artikel
Was sind fermentierte Lebensmittel?
Was passiert während der Fermentation?
Rezept: Fermentierte Möhren
Kimchi selber machen
Sauerkraut: konservierter Weißkohl
Zubehör fürs Fermentieren
Tipps fürs Fermentieren
Fermentiertes Grünzeug

Was sind fermentierte Lebensmittel?

Fermentieren liegt wieder im Trend! Kein Wunder, denn fermentierte Lebensmittel sind nicht nur länger haltbar, sondern auch besser verdaulich. Denn der Gärungsprozess während der Fermentation regt probiotische Prozesse an, die positiven auf die Darmflora wirken. Die Lebensmittel gelten als vorverdaut. Außerdem bieten fermentierte Nahrungsmittel eine genussvolle Aromen-Vielfalt.

Fermente sind daher gesunde, schmackhafte, haltbare Lebensmittel und sie sind - in ihrer natürlichen Form - frei von Konservierungs- und Zusatzstoffen sind. Kein Wunder also, dass wir das Fermentieren heute neu entdecken.

Was passiert während der Fermentation?

Um ein Lebensmittel zu fermentieren, gibt man eine Starterkultur zu, das sind natürliche Mikroorganismen wie Hefe, gute Bakterien oder Schimmelpilze, die aus den Zutaten selbst oder aus der Umgebung stammen. Dann wird das Lebensmittel luftdicht gelagert. Während der Lagerung vermehren sich die Starterkulturen. Kohlenhydrate werden zu Milchsäure mit konservierenden Eigenschaften umgewandelt. Der pH-Wert sinkt und es entsteht ein saures Milieu, in dem ungesunde Keime nicht gedeihen können, die das Lebensmittel verderben würden. Ergebnis ist ein haltbares und in Textur,Geschmack und Nährwert verändertes Lebensmittel.

Rezept: Fermentierte Möhren

Fermentieren

Leicht, frisch und gesund: Fermentierte Möhren bieten uns eine wundervolle Aromen-Vielfalt und bereichern dezent eingesetzt Salate und Fleischgerichte.

Hier geht's zum Rezept: Fermentierte Möhren

Kimchi selber machen

Fermentieren

Für die Fermentation benötigen Sie luftdichte Gefäße

Koreaner lieben Kimchi! Im Westen Koreas wird Kimchi aus eingelegtem Chinakohl bevorzugt, der mit frischem Gemüse sowie Knoblauch und Ingwer sein volles Aroma entfaltet. Kimchi reift über mehrere Monate in luftdichten Tongefäßen. Manche koreanische Haushalte sind sogar mit dafür vorgesehenen Hightech-Kühlschränken ausgestattet, die den Gärungsprozess sowie die Lagerung ermöglichen. So steht auch im Winter eine besonders geschmackvolle Vitamin C-Quelle zur Verfügung und stärkt das Immunsystem. Der in Salz eingelegte Chinakohl muss übrigens erst über einen längeren Zeitraum ziehen, bevor die Kohlblätter mit der Kimchi-Paste bestrichen werden können. Der anschließende Gärprozess dauert dann bei konstanter Zimmertemperatur 2-3 Tage. In der Zeit wird das Gefäß einmal täglich geöffnet, damit die Gärgase entweichen können. Danach kann das Kimchi im Kühlschrank gelagert werden.

Kimchi
Haben Sie Lust, Kimchi selbst herzustellen? Probieren Sie unser wunderbares Rezept: Mit Chilipaste fermentiert wird der Chinakohl als sauer-pikante Beilage zu Reisgerichten oder Suppen serviert. Das schmeckt einfach hervorragend!
75 Min. plus Zeit zum Fermentieren
75 kcal 3 g Eiweiß 2 g Fett 8 g KH

Sauerkraut: konservierter Weißkohl

Ob zu Bratwürsten, Eisbein, Rippchen oder Schupfnudeln - der in Salzlake konservierte Weißkohl ist eine allseits beliebte Beilage. Vor allem aber ist Sauerkraut gesund: Sein hoher Vitamin C-Gehalt schützte schon früher die mangelernährten Seeleute vor einer Skorbuterkrankung.

Gebratener Karpfen mit Sauerkraut und Kartoffelstampf

Auch zum gebratenen Karpfen passt Sauerkraut

Die Zubereitung von Sauerkraut ist schon hunderte von Jahren alt. Der in Streifen geschnittene Weißkohl gärt im eigenen Pflanzensaft unter Zugabe von Salz. Mehrere Wochen vergehen, bis die Milchsäurebakterien das Kraut haltbar gemacht haben. Währenddessen darf keine Luft an den gärenden Kohl gelangen, sonst würde statt der erwünschten Gärung ein Fäulnisprozess einsetzen und das Sauerkraut verderben.

Zubehör fürs Fermentieren

Für die Fermentation benötigen Sie einige Hilfsmittel und Zutaten, damit die Milchsäuregärung gelingen kann:

Einmachgläser und Deckel: Traditionell ist es ein Tongefäß, in denen man das Ferment gären lässt. Der Behälter sollte sich fest verschließen lassen, um Luft fernzuhalten.

Salz: Während der Fermentation wandelt das Salz den Zucker in Milchsäure um, verhindert die Vermehrung von schlechten Bakterien. Verwenden Sie am besten naturbelassenes, unraffiniertes Salz.

Wasser: Wasser wird für die meisten Fermentationsverfahren benötigt. Die Qualität des Wassers ist dabei nicht unwesentlich. Gefiltertes Wasser oder Quellwasser eignet sich am besten.

Tipps fürs Fermentieren

√ Wenn Sie das erste Mal fermentieren, dann fangen Sie mit unkomplizierten Lebensmitteln an. Für den Beginn eignen sich Kimchi, Sauerkraut, Chutneys oder Kombucha. Werden Sie sicherer, können Sie zum Beispiel Obst und Gemüse der Hochsaison ausprobieren.

Lesen Sie die Rezepte sorgfältig durch, um sich einen ersten Eindruck über den zeitlichen Aufwand des Fermentierens zu verschaffen.

√ Achten Sie darauf, dass Arbeitsflächen und Geräte sauber sind. Waschen Sie sich vor der Zubereitung die Hände mit unparfümierter Seife.

Reduzieren Sie Fremdgerüche von Duftkerzen oder Parfüm. Ihr Geruchssinn sollte während des Fermentierens einwandfrei sein.

√ Lagern Sie gärende eiweißhaltige Zutaten und Gemüse, das Sie fermentieren, niemals gleichzeitig am selben Ort. Folgen können unerwünschte Kreuzkontaminationen und Ausbreitung schädlicher Bakterien sein. Übrigens eignen sich Kühlschränke, kühle Vorrats- sowie Kellerräume als ideale Lagerorte.

√ Fermente bedeuten eine Ernährungsumstellung für den Körper. Steigen Sie daher mit kleinen Portionen von 2-4 Esslöffeln ein, um Verdauungsbeschwerden vorzubeugen.

 

Fermentiertes Grünzeug

Gärtner aus Leidenschaft: Olaf Schnelle, Inhaber der Spezialitäten-Gärtnerei Schnelles Grünzeug, bietet bisher nur Stammkunden und engen Freunden essbare Wildkräuter und Blüten, seltene Würzkräuter, Gemüseraritäten und wildes Obst an.

Das soll sich aber bald ändern. Denn mit dem Ziel, das Fermentieren als eine der ältesten Zubereitungsarten wieder zu beleben, startet er ein spannendes Projekt: Ende 2016 soll auch die Privatkundschaft unter Fermentiertes Grünzeug die Möglichkeit bekommen, fermentierte Produkte zu kaufen, die gesunden Genuss versprechen.

Erfahren Sie unter www.schnelles-gruenzeug.de mehr über den Gärtner und seine Projekte.