Fruchtwein

Unter Fruchtwein oder Obstwein versteht man ein alkoholisches Getränk, das durch Vergärung von Obst oder Früchten entsteht. Eine Ausnahme hierzu bildet Wein aus Trauben. Als Basis-Zutaten für die Herstellung von Fruchtwein dienen Obst, Gemüse oder Blüten, die sich für den menschlichen Verzehr eignen. Der Wein erhält in der Regel den Namen der Frucht, aus der er besteht, zum Beispiel Apfelwein.
Fruchtwein
Für die Herstellung von Fruchtwein eignen sich verschiedene Früchte

Nicht bei allen Pflanzen der optimale Gehalt von Wasser, Zucker, Säure und Nährsalzen vorhanden, um einen trinkbaren Wein herzustellen und den Hefebakterien eine optimale Grundlage zu bieten. Diese Inhaltstoffe müssen für die Fruchtweinherstellung angepasst und eventuell hinzugefügt werden.

Fruchtweine sind in Gegenden mit kühlem Klima beliebt, wie zum Beispiel Nordamerika und Skandinavien. In Afrika, Indien und den Bahamas gibt es Fruchtwein aus Bananen.

Um einen hausgemachten Fruchtwein herzustellen, benötigt man verschiedene Utensilien: einen Gärballon aus Glas, Gärkappen, Stopfen und Gärröhrchen. Weiterhin sind Weinhefebakterien wichtig, um den Zucker zu Alkohol umzuwandeln, Hefenährsalz unterstützt die Wirkung der Bakterien. Für angehende Hobbywinzer gibt es zahlreiche Ratgeber, die in das Thema der Fruchtweinherstellung einführen.

Die Lagerung von Fruchtwein sollte an dunklen Orten mit mäßiger Temperatur, zum Beispiel im Keller erfolgen. So bleibt das Aroma möglichst lange erhalten. Wie lange ein Wein gelagert werden kann, hängt von seinem Säure-, Gerbstoff- und Schwefeldioxidgehalt ab.

Mit zunehmender Lagerdauer geht das Fruchtbukett zurück und es entfalten sich Lageraromen. Diese verbessern den Geschmack bei manchen Fruchtweinen, deshalb empfiehlt sich eine Lagerung bei Pflaumen- oder Quittenwein. Andere Weine, deren Früchte ein flüchtiges Aroma besitzen, sollten schnell konsumiert werden. Das gilt zum Beispiel für Erdbeerwein.

Apfelwein

Apfelwein Apfel Wein Glas Fruchtwein
Naturtrüber Apfelwein

Der bei uns bekannteste Fruchtwein ist der Apfelwein. Er stammt in Deutschland hauptsächlich aus Rheinland-Pfalz und Hessen, wo er auch überwiegend konsumiert wird. Er ist unter verschiedenen Namen bekannt. Im Saarland nennt sich der Apfelwein zum Beispiel „Viez“, in Süddeutschland „Most“ und in Hessen „Äppelwoi“. Dieser Fruchtwein wird aus einer Mischung verschiedener, möglichst säurehaltiger Äpfel gekeltert und vergoren. Sein natürlicher Alkoholgehalt liegt bei 2,5 bis 7% Vol.

Apfelwein schmeckt herb und sauer, es gibt aber auch süße Varianten mit zugesetztem Zucker. Die farbliche Erscheinung des Fruchtweins variiert und kann einen gelben, orangen oder sogar braunen Ton annehmen, klar oder getrübt sein.

Auch in anderen Ländern finden wir beliebte Apfelwein-Sorten. In Frankreich trinkt man gerne Cidre, in Spanien Siadra und in England und Irland Cider. Auf den britischen Inseln liegt der Pro-Kopf-Konsum von Apfelwein übrigens am höchsten und der Fruchtwein ist in alle Pubs erhältlich.