Weniger Plastik im Alltag

Plastik - muss das sein? Ein Leben ohne Plastik scheint kaum vorstellbar. Zugleich stellt uns die Menge an Kunststoff, die wir verbrauchen, vor ein enormes Problem: Plastik belastet unsere Umwelt. Wir verraten Ihnen, mit welchen Tricks Sie Kunststoff im Alltag reduzieren können.

Unser Plastik Konsum

Längst leben wir in einer Welt voller Kunststoff: Zuhause, bei der Arbeit, im Supermarkt. Kein Wunder, denn Plastik ist praktisch, elastisch, billig, haltbar und vielseitig. Vor allem aber belastet Plastik unsere Umwelt und kann ein Risiko für unsere Gesundheit darstellen. Denn einige der Zusatzstoffe in Kunststoff sind gesundheitsschädlich. Da sie in den Plastikprodukten nicht gebunden werden, können sie in die Umwelt oder in Speisen gelangen. Die Folge: Flüchtige Inhaltsstoffe können vom Menschen durch Atmung, Nahrung oder Haut aufgenommen werden.

Aktuell nimmt der Plastikverbrauch in Deutschland stetig zu. Bundesweit werden im Jahr mehr als 6 Milliarden Plastiktüten verbraucht. Pro Kopf sind das 76 Tüten jährlich. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, "überlebt" eine Plastiktüte oft nicht einmal die ersten 25 Minuten nach einem Einkauf.

90 % aller Plastikabfälle werden in Deutschland eingesammelt. Doch nur weniger als die Hälfte davon wird recycelt - obwohl Deutschland Weltmeister der Wiederverwertung ist. Der Rest wird verbrannt.

Das Meer ertrinkt im Plastikmüll

Weniger Plastik im Alltag
Keine Seltenheit: Müll am Strand

Fast 18.000 Plastikteile wie Feuerzeuge, Rasierer oder Zahnbürsten treiben inzwischen auf jedem Quadratkilometer Wasseroberfläche unserer Erde. Jährlich gelangen in die Ozeane mehr als 6,4 Millionen Tonnen Abfall - 75 Prozent davon aus Kunststoff. In der Nordsee schwimmen ca. 20.000 Tonnen Müll. Bis Plastik völlig zersetzt wird, können bis zu 400 Jahre vergehen. Tiere wie Seevögel oder Meeressäuger verwechseln Plastikteile mit Futter, strangulieren sich an diesen oder halten Plastiktüten für Quallen. Das Resultat: Meerestiere verenden qualvoll am Plastikmüll. Weltweit wird Abfall überwiegend direkt durch touristische und Freizeitaktivitäten am Strand, illegale Mülldeponien und verunreinigte Abwässer aufs Meer getrieben.

Plastik reduzieren leicht gemacht

Durch eine bewusstere Lebensweise können wir dazu beitragen, die Umwelt und auch unsere eigene Gesundheit zu schützen. Kleine Veränderungen im Alltag können dabei in Summe schon Großes bewirken.

Tipps: Wie Sie Ihren Plastikverbrauch verringern

1. Nehmen Sie zum Einkaufen den guten, alten Stoffbeutel mit oder benutzen Sie Papiertüten. Damit sparen Sie den Plastikbeutel an der Kasse. Außerdem: Jutebeutel sind ökologisch sinnvoller und liegen voll im Trend.

2. Sagen Sie Nein zu Einweggeschirr: Plastikbecher sowie -besteck gehören der Vergangenheit an. Auch auf Trinkhalme lässt sich leicht verzichten.

3. Vermeiden Sie Einwegverpackungen und greifen Sie zu Mehrwegbehältern: Glasflaschen können bis zu 50 Mal wiederbefüllt werden, eine PET-Flasche nur 25 Mal. Wer in seine (aus Hygienegründe gereinigte) Mehrwegflaschen Leitungswasser nachfüllt, schont obendrein seinen Geldbeutel. Gut zu wissen: In der Gesamtökobilanz schneidet die PET-Mehrwegflasche in der Regel allerdings besser ab, da ihre Herstellung ca. 0,7 kg weniger Rohöl verbraucht und somit die Glasflasche mehr Ressoucen benötigt.

4. Machen Sie einen Bogen um unnötige Plastikverpackungen: Warum wird die Salatgurke mit einer Art Plastikstrumpf überzogen, wenn sie schon von einer natürlichen Schutzhülle umgeben ist? Unser Tipp: Auf Wochenmärkten finden Sie plastikfreie Obst- und Gemüsesorten.

5. Für die Arbeit können Sie sich Ihr eigenes Essen vorbereiten: Das spart Geld und ist in der Regel gesünder als verpacktes Essen. Für die Mitnahme sind Edelstahldosen oder Gläser mit Schraubverschluss eine gute Alternative zu Plastikdosen oder Gefrierbeuteln.

Weniger Plastik im Alltag
Eine recycelte Papiertragetasche ersetzt sinnvoll die Plastiktüte

Verpackungsfrei einkaufen

"Original unverpackt": Seit September 2014 gibt es das Geschäft in Berlin-Kreuzberg mit über 400 Artikeln, darunter Lebensmittel, Spirituosen, Kosmetikprodukte sowie Reinigungsmittel im Sortiment. Die Kunden können sich hier genau die Mengen abfüllen, die sie benötigen. So wird weniger Plastikmüll produziert und weniger Lebensmittel werden weggeworfen. Erfahren Sie mehr unter Original Unverpackt.

"12 Monkeys - Vegankrams" eröffnete im Mai 2015. Das Geschäft in Hamburg-St.Pauli verkauft neben veganen Lebensmitteln und Kosmetikprodukten auch ausschließlich vegane Kleidung, Haushaltsartikel und Tiernahrung. Besonderen Wert legt die Betreiberin von Twelve Monkeys auf ökologische, fair gehandelte und zum Teil verpackungsfreie Produkte. Die gekauften Artikel können aus Wunsch in eigenen Dosen oder Gläsern nach Hause transportiert werden. Am regelmäßigen Spendenmontag übergibt Twelve Monkeys 10 % des Einkaufswertes für jeden Einkauf über 50 € an eine monatliche wechselnde Organisation aus den Bereichen Tier- und Menschenrechte oder Umweltschutz.

Unter Twelve Monkeys können Sie mehr über das Konzept nachlesen.

In der "Plastikfreien Zone" in München bekommen Sie fast alles, außer Plastik. Unverpackte Lebensmittel aus der Region können in selbst mitgebrachten Gefäßen und verbraucherfreundlichen Mengen mitgenommen werden. Im Geschäft sind außerdem hochwertige Produkte für Küche, Bad, Büro oder Freizeit erhältlich. Hier geht es zur Plastikfreien Zone.