Die richtige Ernährung von Säuglingen

Im ersten Lebensjahr ist die Entwicklung bei uns Menschen besonders rasant. Säuglinge benötigen deshalb besonders viel Energie und Nährstoffe. Erfahren Sie hier, wie sich eine sinnvolle Babynahrung zusammensetzt.
In diesem Artikel
Schritt für Schritt
Am Anfang Milch, später die Breie
Erste Beikost: Das Baby schrittweise an den Brei gewöhnen
Der zweite und dritte Brei
Essen wie die Großen
Allergieprävention
Weitere Informationen

Schritt für Schritt

Die richtige Ernährung von Säuglingen
Babies benötigen eine spezielle Ernährung.

Die Ernährung im ersten Lebensjahr ist in verschiedene Phasen eingeteilt. Nach der Geburt werden die Kleinen mit Muttermilch oder Säuglingsmilch gefüttert. Zwischen dem 5.-7. Monat wird der so genannte Erste Brei - ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei - eingeführt. Einen Monat später ersetzt der Milch-Getreide-Brei eine weitere Milchmahlzeit am Abend. Ihm folgt als Dritter Brei ein milchfreier Getreide-Obst-Brei, der die Milchmahlzeit am Nachmittag ersetzt. Weiterhin werden zu den anderen Mahlzeiten Muttermilch oder Säuglingsmilch gegeben. Jede Mahlzeit besitzt ein besonderes Nährstoffprofil. Ab dem 10. Monat gehen die Breie langsam in die so genannte Familienkost über, bis das Kind schließlich wie alle anderen Familienmitglieder essen kann.

Die Phasen der Ernährung im ersten Lebensjahr:

1. Phase: bis zum 4. bis 6. Monat - Muttermilch oder Säuglingsmilch

2. Phase: 5. - 7. Monat 1. Brei - Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei

3. Phase: 6. - 8. Monat 2. Brei - Vollmilch-Getreide-Brei

4. Phase: 7. - 9. Monat 3. Brei - Obst-Getreide-Brei

5. Phase: ab dem 10. Monat - Übergang in die Familienkost

Am Anfang Milch, später die Breie

Sahne
Die Milchmahlzeiten werden schrittweise durch die Breie ersetzt.

Zu Beginn werden die Kleinen mit Milch gefüttert. Muttermilch fördert die körperliche, geistige und emotionale Entwicklung des Kindes. Wenn es mit dem Stillen nicht klappt, steht industriell hergestellte Säuglingsmilch zur Verfügung, die dem Nährstoffprofil der Muttermilch entspricht. Es wird empfohlen, vier bis sechs Monate ausschließlich mit Muttermilch zu stillen und nach der Einführung der ersten Breie weiter zu stillen. Wann genau mit der Beikost begonnen werden kann, unterscheidet sich von Kind zu Kind. Wenn die Kleinen nachts nicht ganz durchschlafen, den Eltern interessiert beim Essen zuschauen, sitzen können und gerne einen Löffel in den Mund nehmen, sind das Zeichen dafür, dass es mit dem ersten Brei los gehen kann.

Stillen schafft Vertrauen zwischen Mutter und Kind, in dem es die körperlich emotionale Beziehung zwischen den beiden verstärkt.

Vorteile der Muttermilch:

√ immer verfügbar

√ hygienisch einwandfrei

√ richtig temperiert

√ wasserhaltig und fettreich

√ fördert Wachstum des Säuglings

√ kann Allergien vorbeugen

√ Abwehrstoffe schützen vor Erregern

Erste Beikost: Das Baby schrittweise an den Brei gewöhnen

Die richtige Ernährung von Säuglingen
Kürbis hat einen süßlichen Geschmack und ist für die Babyernährung gut geeignet.

Mit der Beikost werden die Milchmahlzeiten schrittweise durch die Breimahlzeiten abgelöst. Der erste Brei wird meist zwischen dem 5. und 7. Monat mittags gegeben. Er besteht aus Kartoffeln, Gemüse und Fleisch. Mit diesen Zutaten bekommt der kleine Körper reichlich Energie, Nährstoffe und Eisen. Am Anfang sind die Füttermengen fast homöopathisch klein. Das sollte junge Eltern nicht beunruhigen, denn das Baby muss sich erst einmal an den Löffel gewöhnen. Beginnen Sie deshalb in der ersten Woche nur mit einer kleinen Portion Gemüsebrei, am besten aus süßlich schmeckenden Gemüsesorten wie Kürbis, Karotten oder Pastinaken. Verwenden Sie Produkte in Bio-Qualität, hier sind die Schadstoff- und Nitratbelastung am strengsten reglementiert. Geben Sie dem Kind weiterhin zusätzlich Milch, damit es satt wird.

Wenn das Essen gut klappt, kann die Menge an Gemüse erhöht und etwas Kartoffel mit einem bis zwei Teelöffeln pflanzlichem Öl dazugegeben werden. Fett ist hier ein wichtiger Energieträger und versorgt die Kleinen mit reichlich Kalorien. Wählen Sie ein hochwertiges, raffiniertes Pflanzenöl aus, wie z. B. Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Weizenkeimöl. Diese sind frei von Schwermetallen und Schadstoffen. In der dritten Woche wird dann das Fleisch, z. B. mageres Hühnchen, Rind oder Kalbsfleisch, dazu püriert. Geben Sie in diesen Brei noch ein bis zwei Esslöffel Apfelsaft oder Obstpüree zu. Das Vitamin C aus dem Obst verbessert die Aufnahme des Eisens aus dem Fleisch. Auch fettreicher Fisch, z.B. Lachs oder Thunfisch, kann gelegentlich anstelle des Fleisches gereicht werden.

Möchten Sie Ihr Kind vegetarisch ernähren, ersetzen Sie das Fleisch durch Getreide. Hirse- und Haferflocken sind dafür bestens geeignet. Hier ist es besonders wichtig, etwas Vitamin-C-reiches dem Brei beizugeben, da der Körper das Eisen aus den Pflanzen weniger gut verwerten kann.

Der zweite und dritte Brei

Die richtige Ernährung von Säuglingen
Am Nachmittag kann ein Brei mit Früchten gereicht werden.

Nach etwa vier Wochen, so etwa im 6. bis 8. Monat, wird der Mittagsbrei durch den Abendbrei ergänzt. Dieser Brei aus Vollmilch, Getreide und Obst ersetzt eine weitere Milchmahlzeit. Der Zweite Brei sättigt besonders gut und lässt die Kinder besser durchschlafen. Mit der Einführung des Milch-Getreide-Breis wird die Mineralstoffversorgung verbessert, wichtige Vitamine werden geliefert. Nach weiteren vier Wochen, etwa im 7. bis 9. Monat, wird die Milchmahlzeit am Nachmittag durch den dritten und letzten Brei, den Obst-Getreide-Brei, ersetzt.

Auch für Babys ist Abwechslung im Essen ideal. Wechseln Sie deshalb verschiedene Gemüse- und Obstarten ab! Der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei kann auch mit Nudeln, Reis oder Getreideflocken statt Kartoffeln zubereitet werden.

Ab dem Zweiten Brei ist auch Flüssigkeit in Form von stillem Mineralwasser oder Tee notwenig. Ein Glas - etwa 200 ml - am Tag sind für die Kleinen ausreichend. Achten Sie beim Kauf auf natriumarmes Wasser. Auch Leitungswasser ist geeignet. Fragen Sie bei Ihrem Vermieter nach der Beschaffenheit der Rohre (Blei- oder Kupferrohre). Auch eine Analyse des Wassers bei den Wasserwerken gibt Aufschluss über die Wasserqualität.

Essen wie die Großen

Die richtige Ernährung von Säuglingen
Etwas Brot mit Rohkost und Milch ist ein klasse Frühstück.

Ab etwa dem 10. Monat gehen schrittweise die drei Breimahlzeiten und die Milchmahlzeit in die Familienkost über.

Der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei wird eine normale Mittagsmahlzeit, bestehend aus Gemüse, Kartoffeln, Reis, Nudeln oder Getreide und etwas Fleisch oder Fisch. Der Milch-Getreide-Brei und die Milchmahlzeit am Morgen gehen über in Frühstück und Abendessen. Diese Mahlzeiten sollten aus Milch, fein gemahlenem Vollkornbrot oder Getreideflocken und frischem Obst oder Knabberrohkost bestehen. Der Getreide-Obst-Brei wird zu zwei Zwischenmahlzeiten, die am Vormittag und am Nachmittag gereicht werden.

Spezielle Kinderlebensmittel sind für eine ausgewogene Kinderernährung nicht nötig. Die Kinder sollten gleich am Anfang an die Speisen in der Familie gewöhnt werden. Achten Sie darauf, dass die Speisen nicht stark gewürzt und stark angebraten werden. Auch stark blähende Lebensmittel, Honig oder harte Lebensmittel, wie Johannisbeeren oder Nüsse, sollten auch im 2. Lebensjahr gemieden werden.

Allergieprävention

Leiden ein oder beide Elternteile unter einer Allergie, ist auch das Allergierisiko der Kinder erhöht. Früher hoffte man, durch Vermeiden der Hauptallergene in der Säuglingsnahrung das Allergierisiko zu verringern. Heute gibt es keine speziellen Empfehlungen für die Beikost für Kinder mit erhöhtem Allergierisiko. Es gibt Hinweise, dass es sinnvoll ist, den Körper schon in jungen Jahren mit den Allergenen zu konfrontieren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat eine neue Leitlinie zur Allergieprävention veröffentlicht. Demnach kann auch allergiegefährdeten Kindern Milch oder Ei gereicht werden. Mit der Beikost und mit der Familienkost Fisch zu reichen wird sogar ausdrücklich empfohlen. Es gibt Hinweise, dass der Fischkonsum im 1. Lebensjahr einen schützenden Effekt auf die Entwicklung allergischer Erkrankungen hat.

Für Säuglinge mit erhöhtem Allergierisiko, die nicht oder nicht voll gestillt werden, empfiehlt die DGE eine spezielle hypoallergene Babynahrung (HA-Nahrung). Bei dieser Milch ist das Kuhmilcheiweiß aufgespalten und wird vom Immunsystem des Säuglings nicht mehr als fremd erkannt.

Weitere Informationen

Das Bundesamt für Ernährung gibt einen Ernährungskalender für Schwangere, Stillende und auch für die Beikosteinführung heraus. Diese können Sie über die Internetseite www.oekolandbau.de bestellen bzw. als PDF herunterladen. Hier werden Beikost und Kinderernährung übersichtlich erläutert.

Hier finden Sie weitere Tipps und Rezepte zur Ernährung von Kindern.