Die wahre Haltbarkeit von Lebensmitteln

Etwa 82 Kilo Lebensmittel wirft jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr in den Müll – zwei gehäufte Einkaufswagen voll. Vieles davon ließe sich vermeiden.

Mindesthaltbarkeit ist Richtwert

Eine Studie der Universität Stuttgart im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums hat es kürzlich zutage gefördert: Rund 82 Kilo Lebensmittel wirft jeder Deutsche pro Jahr durchschnittlich in den Abfall. Schlechte Nachrichten für die Nachhaltigkeit, aber auch den eigenen Geldbeutel: Auf diese Weise wirft man nämlich rund 235 Euro aus dem Fenster beziehungsweise in den Müll. Dabei ist das oft gar nicht nötig – vieles wäre noch essbar.

Ein Hauptgrund für das Aussortieren ist der Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Dabei ist diese Bezeichnung tatsächlich wörtlich zu verstehen: Das Produkt ist nicht höchstens, sondern eben "mindestens haltbar bis...". Bezeichnet wird hier also nicht das Verfallsdatum – sondern vielmehr, dass nur bis zu diesem Zeitpunkt die optimale Qualität des Produkts in puncto Geschmack, Konsistenz, Farbe, Geruch und Nährwert garantiert werden kann. Vorausgesetzt natürlich, es wurde richtig gelagert und ist noch originalverpackt. Verzehrt werden kann es in den meisten Fällen aber auch problemlos noch danach.

Die wahre Haltbarkeit von Lebensmitteln
Erst einkaufen, dann wegschmeißen? Es geht auch anders

Vieles ist länger haltbar

Je nach Lebensmittel fällt diese Zeitspanne etwas anders aus: Brot zum Beispiel ist nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit noch bis zu eine Woche später essbar, Getreide und Müsli sind sogar noch länger haltbar, außer bei Schimmelbildung. Auch Obst und Gemüse kann deutlich länger gegessen werden, selbst wenn es nicht mehr ganz so appetitlich aussieht. Nudeln, Reis und Mehl kann man sogar noch viele Monate später verzehren.

Milchprodukte sind meist ein paar Tage länger haltbar, unangebrochene Milch zum Beispiel ist noch etwa drei Tage später trinkbar, Eier können gut gekühlt noch bis zu zwei Wochen später verwendet werden, Wurst ein paar Tage länger als es das Mindesthaltbarkeitsdatum angibt. Dies gilt natürlich nicht für frisches Fleisch oder Fisch: Beides fällt unter leicht verderbliche Ware, die man am besten am Tag des Einkaufs frisch verbraucht. Hier ist die Angabe "Zu verbrauchen bis..." als tatsächliches Verfallsdatum zu verstehen. Ist also das Verbrauchsdatums erreicht, entsorgen Sie die Ware, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

Hierbei handelt es sich jedoch immer nur um Richtwerte – entschieden werden sollte von Fall zu Fall. Schauen Sie sich jedes Produkt deshalb genau an und vertrauen Sie Ihrem Instinkt: Wirken Aussehen, Geruch und Geschmack normal, spricht nichts dagegen, es zu verzehren.