Konsum und Klimaschutz in Berlin

Mit Rekordergebnissen ist am vergangenen Sonntag die “Grüne Woche“ in Berlin zu Ende gegangen. Über 400.000 Fach- und Privatbesucher waren auf dem Berliner Messegeländes unterwegs und zeigten sich trotz Wirtschaftskrise konsumfreudig wie nie. Beim angegliederten Agrarministergipfel einigten sich die Landwirtschaftminister aus über 50 Ländern auf eine gemeinsame Klimaschutz-Initiative.

42 Millionen Umsatz

Konsum und Klimaschutz in Berlin
Vor der Messe Berlin wehten die Grüne Woche-Fahnen.

Durchschnittlich 106 Euro gaben die Verbraucher laut Veranstalter bei ihren Messebesuchen aus. Damit bescherten sie den Ausstellern Rekordumsätze in Höhe von 42 Millionen Euro. 1.598 Anbieter aus 56 Ländern hatten ihre Stände auf der 115.000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche aufgebaut. Im Verlauf dieser Jubiläumsmesse (es war die 75. Grüne Woche) wurde der insgesamt 30.000.000 Besucher begrüßt.

Trend: Regionale Produkte

Konsum und Klimaschutz in Berlin
Käse aus Bayern in der Länderhalle.

Neben vielen internationalen Ausstellern war die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft stark vertreten. Sie nutzte ihr Heimspiel unter anderem in der neuen “Länderhalle Deutschland“. Hier zeigte sich auch der Trend zu regionalen Produkten. Brandenburgs Agrarministerin Jutta Lieske sagte mit Blick auch auf den Auftritt ihres Bundeslandes: “Der Testmarkt Grüne Woche gehört zu den verlässlichsten Signalen für die Zukunft regionaler Produkte.“

Bio und Fair Trade

Konsum und Klimaschutz in Berlin
Viel Genuss in der Bio-Abteilung.

Eine Halle des Berliner Messegeländes war den Themen Bio und Fairer Handel vorbehalten. Biozertifizierte Produzenten stellten dort ihre Waren und landwirtschaftlichen Konzepte vor. Ergänzt wurde das Angebot durch Infostände vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und Verbänden wie Demeter und Bioland. Der Vorsitzende des Bundesverbandes Ökologischer Landbau, Felix Prinz zu Löwenstein, sagte, die Bio-Welt müsse sich dort zeigen, wo “Zukunftspläne geschmiedet und Konzepte gegeneinander abgewogen“ würden.

Global gegen Klimawandel

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Das Ministertreffen ergab die Klima-Initiative.

Den Herausforderungen der Zukunft widmeten sich rund 50 Agrarminister beim “Global Forum for Food and Agriculture“. Sie einigten sich auf eine internationale “Klimaschutz-Initiative“. Hauptziel der unverbindlichen Vereinbarung ist die Reduzierung der Treibhausgasemission. Die Minister wollen außerdem ein globales Netzwerk schaffen, in das jedes Land seine Erkenntnisse und Erfahrungen zum Klimaschutz einbringen kann. Umweltschützern wie dem Greenpeace-Agrarexperten Martin Hofstetter geht das nicht weit genug: “Sich auszutauschen, ist interessant und sinnvoll, mir fehlen aber die konkreten Maßnahmen.“ Es gebe viele Ansätze, die Treibhausgasemission zu verringern. Hofstetter nennt beispielsweise ein Verbot für die Umwandlung von Grünland in Ackerland oder eine allgemeine Reduktion des Fleischverzehrs. Wichtig seien die Konsequenzen aus Treffen wie dem Agrarministergipfel, gerade auch in Deutschland. Hofstetter: “Da kam von Landwirtschaftsministerin Aigner aber gar nichts mehr.“

Auf das Dilemma der Agrarwirtschaft wies Alexander Müller, stellvertretender Generaldirektor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), hin: “Wir können die Welternährung nicht sichern, wenn wir den Klimawandel nicht in den Griff bekommen; und wir werden den Klimawandel nicht in den Griff bekommen, wenn die Landwirtschaft dabei nicht eine zentrale Rolle spielt.“

Fotos: © 2010 Messe Berlin GmbH