Wissenswertes zu Honig

Honig ist ein natürliches Süßungsmittel und bietet eine breite Palette an: von mild-lieblichem Akazienhonig bis zu malzig-würzigem Eukalyptushonig. Entdecken Sie die Vielfalt von Honig und wie die natürliche Süße ein neues Aroma in die Küche bringen kann.

So kommt Honig ins Glas

Honig im Glas

Aus Nektar und Honigtau wird feinster Honig

Fleißig wie eine Biene - wer weiß, wie Honig entsteht, versteht, warum Bienen als so arbeitsam angesehen werden. Mühevolle Kleinstarbeit sorgt dafür, dass Blütennektar und Honigtau zusammen getragen werden und schließlich als Honig in den Waben landen.

Den Anfang machen die weiblichen, unfruchtbaren Arbeiter-Bienen - sie fliegen im Sommer von Blüte zu Blüte und sammeln Nektar oder sie visieren Nadeln und Blätter an, auf denen die Säfte von pflanzensaugenden Läusen, so genannter Honigtau, zur Abholung bereit ist. Die Biene saugt mit ihrem Rüssel Nektar und Honigtau auf, der schließlich in ihre Honigblase gelangt. Damit geht es zum Bienenstock, wo der Inhalt der Honigblase an die Stockbienen weitergegeben wird. Die Stockbienen geben die Flüssigkeit untereinander von Honigblase zu Honigblase weiter. Die Umwandlung von Nektar zu Honig, ist in vollem Gang: lange Zuckerketten werden durch Enzyme der Biene aufgespalten, in der Honigblase werden Pollen, Fette und Wasser entzogen. Schließlich legen die Bienen den Honig in den Zellen der Waben ab und schließen die Zellen luftdicht mit einem Wachsdeckel.

Der Honig ist reif, wenn die Wachsdeckel leicht eingefallen sind. Nun kommt der Imker zum Einsatz. Er nimmt die Waben und hat verschiedene Möglichkeiten, den Honig herauszuholen. Entweder werden die Zelldeckel der Waben in der Imkerei entfernt und der Honig mit einer Honigschleuder aus den Waben geschleudert. Dies ist die gängige Gewinnung. Seltener ist die Gewinnung von Presshonig - hierfür presst der Imker die gedeckelten Waben.

Anschließend kommt der Honig durch ein Sieb in Lagerbehälter. An der Oberfläche werden Luftbläschen und Wachspartikel abgeschöpft. Nun ist der Honig für die Abfüllung in Gläsern bereit. Neben Schleuder- und Presshonig gibt es Wabenhonig - Honig, der mit Wabenstücken angeboten wird. Die Wabe ist auch Bestandteil beim so genannten Scheibenhonig, der ausschließlich aus der Region Heidetracht stammt.

Honigsorten

Honigsorten

Honig gibt es in den unterschiedlichsten Farben und Aromanoten

Die Welt des Honigs ist bunt und groß. Ob hellgelber, cremiger Lavendelhonig, dunkler, kräftiger Tannenhonig, milder Akazienhonig oder fast weißer Rapshonig. Die Einteilung und Merkmale der einzelnen Honigsorten verschaffen einen Überblick. Auch wenn Sie bereits Ihren Lieblingshonig auserkoren haben, es lohnt sich, die Honig-Vielfalt auszukosten und die Unterschiede zu schmecken.

Vorab: Deutscher Honig und Honig aus dem Ausland, der in Deutschland verkauft wird, unterliegen dem Rheinheitsgebot der Deutschen Honigverordnung. Hierzu gehören beispielsweise regelmäßige Qualitätskontrollen, der allgemeine maximale Wassergehalt von 21 Prozent, der Verbot von zugesetzten Stoffen, die Angabe eines Mindesthaltbarkeitsdatums und die Herkunftsangabe. Rund 80 Prozent des Honigs, der hierzulande verzehrt wird, kommt aus anderen Ländern.

Man unterscheidet folgende Honigarten :

Mischblütenhonig findet man am häufigsten im Handel. Es sind Honige, die aus verschiedenen Sorten bestehen. Diese Mischblütenhonige können sich im Geschmack und Aussehen stark unterscheiden.

Lagenhonig stammt aus einem regionalen, territorialen oder topographischen Gebiet, das genau abgrenzbar ist. Stammt der Honig zum Beispiel ausschließlich aus einer Gebirgsregion, darf er als Gebirgsblütenhonig bezeichnet werden.

Der Nektar oder Honigtau von Sortenhonig stammt vorwiegend von einer bestimmten Pflanze. Kommt der Nektar beispielsweise hauptsächlich von Kleeblüten, darf er als Kleehonig bezeichnet werden. Folgende Sortenhonige sind in Deutschland besonders beliebt:

Akazienhonig - flüssig, hellgelb, mild und lieblich

Edelkastanienhonig - zähflüssig, hell- bis dunkelbraun, herb und malzig

Eukalyptushonig - flüssig, dunkel, malzig und Karamell-Geschmack

Heidehonig - geleeartig, hell- bis rötlichbraun, leicht würzig und malzig

Kleehonig - feincremig, weiß bis hellgelb, blumig und mild

Lindenhonig - flüssig oder feincremig, hell, feinwürzig und leichter Minz-Geschmack

Orangenhonig - flüssig oder feincremig, weiß bis rotbraun, aromatisch und blumig

Rapshonig - feincremig, weißgelb, mild und fruchtig-blumig

Sonnenblumenhonig - feincremig, gelb, mild

Waldhonig - flüssig, braun, kräftig

Honig in der Küche

Honig-Senf-Dressing

Ein Klassiker für Salat: Honig-Senf-Dressing

Honig ist viel mehr als ein süßer Brotaufstrich. Je nach Honigsorte verleiht er Tee, Joghurt und Müsli eine aromatische Süße. Nicht zu vergessen der Klassiker zum Einschlafen: Heiße Milch mit Honig. Zur Weihnachtszeit darf Honigkuchen natürlich nicht fehlen. Und ein Saucenklassiker ist die Kombination Honig-Senf, die wunderbar zu Fischgerichten und Salaten passt. Und haben Sie schon mal eine Kalbsschulter mit Honigglasur probiert? Einfach köstlich. Das Tolle an Honig: Nutzt man die Sortenvielfalt aus, kommt Abwechslung in die Küche. Mit kräftigem Waldhonig bekommt eine Senf-Honig-Sauce eine besondere Note und eine heiße Milch mit Rapshonig schmeckt fruchtig-blumig. Generell gilt: je heller der Honig, desto milder ist er im Geschmack.

Damit Honig sein Aroma, seine Farbe und seine Konsistenz behält, helfen ein paar Lager-Tipps: Honig sollte kühl und dunkel gelagert werden. Für cremige Honige sind 10 bis 12 °C und für flüssige Honig 18 bis 20 °C in Ordnung. Da Honig stark Wasser anzieht, sollten Sie auf trockene, gut verschlossen Gefäße achten.

Hauptbestandteile des Honigs sind übrigens Fruchtzucker und Traubenzucker, sowie Wasser, Enzyme, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Und wer nicht nur mit mehr Aroma, sondern auch mit weniger Kalorien süßen möchte, liegt mit Honig genau richtig. Zum Vergleich: 20 g Zucker haben ca. 80 kcal, 20 g Blütenhonig rund 61 kcal.

Was ist drin im Honig?

Klar, Honig besteht natürlich aus Zucker. Um genau zu sein aus rund 80 Prozent, hauptsächlich Fruchtzucker (Fruktose) und Traubenzucker (Glukose). Je nach Honigsorte sind die beiden mengenmäßig unterschiedlich vertreten und spielen vor allem bei der Konsistenz des Honigs eine entscheidende Rolle (hier gibt’s mehr zu diesem Thema). Die restlichen 16 bis 19 Prozent sind Wasser. Allerdings sind in geringen Mengen noch viele weitere Inhaltsstoffe enthalten, wie zum Beispiel Enzyme, Eiweiße, Vitamine, Mineralstoffe sowie Farb- und Aromastoffe. Sie sind hauptsächlich für die gesundheitliche Wirkung des Honigs verantwortlich.

Honig als Heilmittel

Bei Schwellungen, Husten, Fieber oder bestimmten Schmerzen kann Honig durchaus hilfreich sein, denn seine Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend und antibakteriell. Auch in der Wundheilung spielt Honig eine besondere Rolle. Er fördert das Wachstum bestimmter Zellen des Bindegewebes, wodurch es zu einer geringeren Narbenbildung und gleichmäßigeren Wundheilung kommen kann. Auch Brandwunden sollen mit Honigauflagen besser heilen. Kontrollierte klinische Studien sind allerdings noch nicht ausreichend vorhanden. Außerdem funktioniert diese Wirkung nicht bei unserem handelsüblichen Honig „aus dem Glas“. Bakterien und andere Keime können sich in ihm zwar nicht vermehren, eine völlige Keimfreiheit ist aber nicht garantiert. Der medizinische Honig stammt aus Neuseeland. Eigentlich handelt es sich um eine Mischung aus Manukahonig und normalem Blütenhonig, die anschließend durch Bestrahlung keimfrei gemacht wird. Die besondere Zusammensetzung der Inhaltsstoffe sorgt für die antiseptische Wirkung.

Kein Honig für Säuglinge

Für unsere Kleinsten kann Honig allerdings auch gefährlich sein. Die noch nicht vollständig entwickelte Darmflora von Säuglingen ist weitaus anfälliger für bakterielle Infektionen als die erwachsener Menschen. Da manche Bakterien im Honig überleben können, sollte bei Säuglingen unter 12 Monaten Honig in keinem Fall ein Bestandteil der Nahrung sein. Besonders gefährlich ist in diesem Zusammenhang das Bakterium Clostridium botulinum, dessen Gift zu Lähmungserscheinungen (Botulismus) führen kann.