Kulinarisches Bozen

Bozen ist nicht nur die Landeshauptstadt von Südtirol, sondern auch das kulinarische Zentrum der Region. Italienische und österreichische Küche treffen in der florierenden Gastro-Szene aufeinander. Dazu kommen große Märkte in der Innenstadt, auf denen Landwirte aus ganz Südtirol ihre Spezialitäten anbieten.

Der Bozner Stadtkern

Der mittelalterliche Stadtkern von Bozen ist von verwinkelten Treppen, Gassen und Arkaden geprägt. In den gotischen Lauben finden sich heute Geschäfte aller Art. Am Waltherplatz, der dem Minnesänger Walther von der Vogelweide gewidmet ist, kann man die prächtigen Paläste der Stadtadeligen bewundern.

Südtiroler Speck

Der Südtiroler Speck ist wohl der bekannteste Exportartikel der Region. Dabei handelt es sich eigentlich um einen Schinken, da er aus der wertvolleren Keule statt aus dem Bauchfleisch hergestellt wird. Bei der traditionellen Herstellung werden die Schlegel drei Wochen lang mit Salz, Pfeffer und Gewürzen wie Wacholder oder Rosmarin trockengepökelt. In mehreren Räucherphasen wird der Speck dann eine Woche lang über Buchenholz geräuchert, bevor er mindestens 22 Wochen an der Luft trocknet.

Vinschgauer und Schüttelbrot

Zwei charakteristische Südtiroler Brotspezialitäten sind die Vinschgauer und das Schüttelbrot. "Vinschgerl" sind kleine Fladenbrote aus Roggen-Weizen-Sauerteig, die durch Brotklee, Kümmel, Koriander und Fenchelsamen ihre besondere Würze bekommen. Für das Schüttelbrot wird ein ähnlicher Teig verwendet, der vor dem Backen geschüttelt wird. Auf diese Weise wird der Teig gelockert und das harte, knusprige Schüttelbrot bekommt seine flache Form.

Kaminwurzen

Kaminwurzen sind eine echte Südtiroler Rohwurstspezialität. Sie werden für gewöhnlich aus Rind- und Schweinefleisch sowie Schweinespeck gewonnen, manche Fleischer bieten auch Kaminwurzen aus Lamm-, Hirsch- oder Gamsfleisch an. Die Würste werden kräftig gewürzt, kaltgeräuchert und luftgetrocknet. Der Name Kaminwurz leitet sich von der traditionellen Art der Haltbarmachung ab: Viele Bauernhäuser hatten früher eine kleine Räucherkammer in ihren Kamin integriert.

Marende

Was in Bayern die Brotzeit ist, ist in Südtirol die Marende. Ein üppig gefülltes Brett mit Käse, Speck, Kaminwurzen, Butter und sauren Gurken, dazu Vinschgauer und ein Apfel. Die Marende ist fester Bestandteil des sogenannten Törggelen, bei dem man in alter Winzertradition in geselliger Runde zusammen isst und den heimischen Wein trinkt.

Weinland Südtirol

Das Weingebiet Südtirol wartet mit drei autochthonen, also gebietsheimischen Rebsorten auf. Aus der Vernatsch-Traube, die mit der deutschen Trollinger-Traube verwandt ist, erhält man einen leichten, hellroten Sommerwein. Etwas polarisierender ist der schwere, kräftige Lagrein, der vor allem um den Bozner Stadtteil Gries angebaut wird. Beim Weißwein ist der opulente Gewürztraminer charakteristisch für den Südtiroler Weinbau.

Eppan an der Südtiroler Weinstraße

Für Weinliebhaber ist auch Eppan an der Südtiroler Weinstraße ein Besuch wert. Neben den heimischen Sorten Lagrein, Vernatsch und Gewürztraminer finden sich hier auch klassische Rebsorten wie Weißburgunder, Merlot oder Sauvignon wieder. Viele Kellereien im Eppaner Umland bieten Führungen durch ihre Weingärten mit anschließender Verkostung an.

Weingebiet Kaltern und Tramin

In der Nähe des Kalterer Sees befindet sich das Weindorf Tramin, das der regionalen Rebsorte Gewürztraminer ihren Namen verleiht. Die hügelige Region um Kaltern bietet in der Erntezeit ein regelrechtes Farbenmeer.

Maroni

Auch Esskastanien, Maroni genannt, finden sich auf dem Speiseplan der Südtiroler wieder. Die Maroni werden geröstet, geschält und noch heiß gegessen, meistens mit Butter und Salz. Die Kastanien eignen sich auch als süßliche Beilage für kräftige Fleischgerichte. Zudem lassen sich die stärkehaltigen Nussfrüchte auch zu Mehl verarbeiten, das Basis für verschiedenste Backwaren sein kann und zudem glutenfrei ist.

Südtiroler Äpfel

Südtirol ist das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Europas. In der Zeit der Apfelblüte sind die allgegenwärtigen Apfelplantagen in ein grelles Weiß getaucht. Im Herbst wird die Ernte eingefahren, an jeder Straßenecke gibt es dann frisch gepflückte Äpfel und leckeren Apfelsaft zu verkosten.

Vielseitig: Die Meraner Innenstadt

Die Stadt Meran bietet verschiedenste Eindrücke auf kleinstem Raum: mittelalterliche Stadtmauern, verwinkelte Lauben und Hinterhöfe, Parks und botanische Gärten, in denen sich hinter Palmen die schneebedeckten Bergspitzen abzeichnen. Die Promenade an der reißenden Passer lädt dabei mit ihren Straßencafés zum Flanieren und Verweilen ein.

Der Pulverturm

Von der ehemaligen Burg Ortenstein steht heute nur noch das ehemalige Lager für Schießpulver. Der Pulverturm dient heute als Aussichtsturm, von dem aus man einen prächtigen Blick über die Meraner Altstadt, das Etschtal und den Gebirsgzug Texelgruppe genießen kann.

Speckknödel und Krautsalat

Eine der beliebtesten Verwendungsmöglichkeiten für den berühmten Südtiroler Speck ist der Speckknödel. Er wird meist in einer kräftigen Brühe oder als warme Salatbeilage serviert. Eine typische Südtiroler Beilage ist auch der warme Speckkrautsalat, für den Weißkraut mit Salz, Pfeffer, Kümmel, Essig und Öl kurz angedünstet wird.

Obstler

In einem Obst- und Weinbaugebiet muss man nicht lange nach Hochprozentigem suchen: Viele Gastwirtschaften bieten eigene Obstbrände aus regionalen Früchten an, vom Birnen- bis zum Marillenbrand.

Drei Zinnen im Hochpustertal

Die "Drei Zinnen" sind eine beeindruckende Gebirgsformation im Hochpustertal. Seit 2009 gehören die drei Gipfel in den Sextner Dolomiten zum UNESCO-Weltnaturerbe. Der höchste Punkt der mittleren Zinne liegt bei 2.999 Metern. Im näheren Umfeld gibt es einige Berghütten zur Einkehr, was die drei Zinnen zu einem beliebten Ausflugsziel macht.

Holunderschorle

Neben ungefiltertem Apfelsaft bieten viele Gastwirtschaften auch frischen Holundersaft an. Aus frischen Holunderblüten, die häufig aus den eigenen Gärten stammen, wird ein Sirup eingekocht, welcher mit Quellwasser aufgegossen und als "Hollersaft" verkauft wird.

Für Wanderlustige - Das Ultental

Das Ultental in der Nähe von Meran ist ein wahres Paradies für Wanderer. 740 Kilometer markierte Wanderwege und zahlreiche Einkehrmöglichkeiten laden ein zu kleinen wie zu großen Touren. Die Region ist sehr bäuerlich geprägt, sodass man zahlreiche Bauernhöfe in traditioneller Holzbauweise mit Schindeldach bewundern kann.

Kaiserschmarrn

Ein simples Gericht, das für strahlende Gesichter bei jung und alt sorgt: der Kaiserschmarrn. Der Teig besteht aus Mehl, Milch, Eiern, Zucker und Salz, wird in Butter ausgebacken und mit dem Pfannenwender zerteilt. Serviert wird der Kaiserschmarren mit Puderzucker, Marmelade oder Apfelmus, gelegentlich auch mit Nüssen oder Rosinen.

Buchweizentorte

Die Buchweizentorte ist ein beliebtes Dessert auf den Speisekarten Südtirols, vom feinen Restaurant bis zur urigen Almhütte. Der saftige Teig enthält unter anderem Buchweizenmehl, gemahlene Haselnüsse und geriebene Äpfel. Vor dem Servieren wird die Torte in der Mitte halbiert und mit einer dünnen Schicht Preiselbeermarmelade bestrichen. Mit Schlagsahne und Puderzucker wird die Buchweizentorte zur echten Delikatesse.