Berlin: kreative Kapitale

Bei Berlin denkt man zuerst an Buletten, Currywurst und Döner. Doch die Hauptstadt hat mehr zu bieten als (inter-)nationale Fastfood-Spezialitäten. Ob kulinarisch, künstlerisch oder modisch: Berlin sprüht nur so vor Kreativität. Auch international wird dies anerkannt, weshalb Berlin inzwischen den Titel „UNESCO-Stadt des Designs“ trägt.

Berliner Küche

Berlin: kreative Kapitale
Bei Bootstouren hat man eine gute Sicht auf den Reichstag

Berlin ist für seine einfache bodenständige Küche bekannt. Eine Kochtradition, die durchaus auch die Berliner Mentalität widerspiegelt. Nachdem in den letzten Jahren die heimische Küche eher ins Hintertreffen geraten ist, kommt man neuerdings an der Spree an Eisbein und Teltower Rübchen nicht mehr vorbei. Lecker und urig schmeckt es im „Restaurant Zander“ oder in Berlins ältestem Restaurant „Zur letzten Instanz“. Dort gibt es Gerichte namens Kreuzverhör und Justiz-Irrtum. Wer lieber im Stehen isst, sollte eine Currywurst ohne Darm bei „Konnopke’s Imbiss“ probieren. Zurzeit ist noch unklar, ob der Imbiss aufgrund von Bauarbeiten umziehen muss.

Restaurant Zander, Kollwitzstraße 50 10405 Berlin, Tel: 030.44 05 76 78; Zur letzten Instanz, Waisenstr. 14-16, 10179 Berlin, Tel: 030/ 242 55 28; Konnopke’s Imbiss, Schönhauser Allee 44a, 10435 Berlin, Tel: 030 / 4 427 765

Quartierleben in Berlin

Berlin ist eine junge Stadt. Fast schon ein Klassiker, um gemütlich zu brunchen oder nachts zu feiern, ist der Prenzlauer Berg. Besonders lecker sind dort die Flammkuchen im Gugelhof am Kollwitz Platz. In Kreuzberg ist besonders der Graefekietz zu empfehlen. An der Graefestraße finden sich zahlreiche Bars und internationale Restaurants. Im Kommen sind die Viertel Neukölln-Nord, Friedrichshain und Schöneberg. So befindet sich in Friedrichshain der bekannte Technoclub „Berghain“, der von der britischen Zeitschrift „DJMag“ zum „besten Club der Welt“ gekürt wurde. Alternativ und kreativ können Sie in den Neuköllner Clubs „Kinski“ und „Äh“ feiern. Während es im „Kinski“ Ausstellungen und Filmvorführungen gibt, werden im „Ä“ vor allem Live-Konzerte veranstaltet. Die nostalgische Dekoration besteht aus DDR-Erinnerungsstücken. In Schöneberg finden sich besonders viele Lokale der Berliner Gay-Szene.

Berghain, Am Wriezener Bahnhof, 10243 Berlin, Tel: 030/ 29 36 02 10; Kulturverein Kinski e.V., Friedelstraße 28, 12047 Berlin; „Ä“, Weserstraße 40, 12045 Berlin, Tel: 030/ 306 487 51

Seit April 2013 wird die Markhalle 9 in Kreuzberg jeden Donnerstagabend in einen internationalen Street Food Markt verwandelt. Über 20 experimentierfreudige Köche und Köchinnen bieten traditionelle und außergewöhnliche „Bürgersteig-Delikatessen“ an. Das Angebot reicht von englischen Pies über koreanische Kimchi bis zu Allgäuer Käsespätzle:

Promis gucken und Design genießen

Berlin: kreative Kapitale
Design-Restaurant Bond

Berlin ist die Stadt der Kontraste: Die glamouröse Promiwelt und die kreative Alternativszene ergänzen sich erstaunlich gut. Design und Genuss haben sich in Berlin gesucht und gefunden. Die besten Beispiele dafür sind die Restaurants „Schneeweiß“ und „Bond“. Wer besonders gerne Promis guckt, kann dies im „Borchardts“ oder im „Grill Royal“ tun. George Clooney und Hugh Grant wurden in diesen Locations auch schon gesichtet.

Schneeweiß, Simplonstraße 16, 10245 Berlin 030/ 2904 9704; Bond, Knesebeckstraße 16, 10623 Berlin, Tel: 030/ 50 96 88 44; Borchardts, Französische Str. 47, 10117 Berlin, Tel: 030/ 81 88 62 62; Grill Royal, Friedrichstr. 105b, 10117 Berlin, Tel: 030/ 288 79 288

Sterneküche in Berlin

Berlin: kreative Kapitale
Sauli Kempainnen, Küchenchef vom Restaurant Quadriga

Die Sternedichte Berlins ist hoch, so gibt es insgesamt 12 Berliner Restaurants, die einen Stern aufweisen. Das „Quadriga“ im Hotel „Brandenburger Hof“ ist eines davon. Koch Sauli Kempainnen, ein Vertreter der „new nordic cuisine“, bereitet neben viel Fisch und Meeresfrüchten auch Rentier für seine Gäste zu. Jung und puristisch ist das "reinstoff" in den Edison Höfen. Angeboten werden „Hirschkalbsrücken, Kokosmilch, Artischocken und Gewürzsud“ oder „Walnusspudding, Kernobst, Topinambureis“.

Quadriga, Hotel Brandenburger Hof, Eislebener Straße 14

10789 Berlin, Tel: 030/ 2 14 05 0; reinstoff, Edison Höfe, Schlegelstraße 26c, 10115 Berlin, Tel: 030/ 30 88 12 14

Berliner Klassiker: Eisbein

Berlin: kreative Kapitale
Eisbein mit Wirsing

Die Berliner Küche ist deftig und fleischreich. Bei Eisbein handelt es sich um die Haxe, also das Bein des Schweins. Das Fleisch ist durchwachsen und von einer Fettschicht umgeben: ein gehaltvolles Essen. Damit das Eisbein schön zart wird, wird es bis zu zwei Stunden in Fond und Wein gegart. Als Beilage werden traditionell Erbspüree, Sauerkraut und Salzkartoffeln gereicht. Zusammen mit einer Berliner Weiße, einem typischen Berliner Schankbier, ist Eisbein ein zünftiges Abendessen, das in vielen Berliner Restaurants angeboten wird.

Im Trend: vegetarisch

Vegetarisch essen ist in Berlin trendiger denn je. So ist die fleischlose Küche nun auch an der Uni angekommen, hat doch vor kurzem mit „Veggie No. 1 – Die grüne Mensa“ die erste vegetarische Mensa Deutschlands eröffnet. Kohlrabi-Bratling und Möhren-Ingwer-Suppe an der Freien Universität sind zudem garantiert Bio. Wer gehoben vegetarisch speisen will, sollte dies im „Cookies Cream“ tun. Hier gibt es jeden ersten Mittwoch im Monat ein dreigängiges Kids-Menü.

Auch für Fleischliebhaber gibt es interessante Trends in der Hauptstadt: Hartgesottene probieren im australischen Restaurant „Never Never Land Outback“ „Heuschrecken auf gemischtem Salat“ sowie „Schwarzkäferlarven Schoko oder Caramel“.

Veggie No. 1 – Die grüne Mensa , Van't-Hoff-Straße 6, 14195 Berlin, Tel: 030/ 939 39 - 7505; Cookies Cream, Behrenstraße 55, 10117 Berlin, Tel: 030/ 2749-2940; Never Never Land Outback, Cranachstraße 55, 12157 Berlin, Tel: 030/ 805 74 078

Hotels in Berlin

Berlin: kreative Kapitale
Das Bad der Präsidenten-Suite im Hotel Adlon Kempinski

Bei Berliner Hoteltipps darf das legendäre Hotel "Adlon Kempinski" am Brandenburger Tor nicht fehlen. Wer sich wie ein Staatsgast fühlen möchte, sollte die Royal- oder zumindest die Präsidenten Suite buchen. Höchste Sicherheitsstufe und eine Privatsauna machen die 220 Quadratmeter der Royal Suite noch exklusiver.

Eine unvergessliche Nacht können Gäste in der "Propeller Island City Lodge" verbringen. Alle Räume sind in diesem Hotel individuell und oft sehr skurril gestaltet. So können Sie in einem vollkommen verspiegelten Raum, in einem fliegenden Bett oder sogar in einem Sarg übernachten. Besonders für Familien geeignet sind die Appartements von "feelslikehome". Die hellen, freundlichen Wohnungen befinden sich in Kreuzberg, Mitte sowie Prenzlauer Berg und haben bis zu vier Räume.

Adlon Kempinski, Unter den Linden 77, Am Pariser Platz, 10117 Berlin, Tel: 030/ 2261 0; Propeller Island City Lodge, Albrecht-Achilles Str. 58, 10709 Berlin, Tel: 030 / 891 90 16; feelslikehome, Tel: 0177/ 60 87 909

Gut zu wissen...

Berlin ist zwar meist etwas günstiger als Hamburg oder München, doch gilt dies nicht unbedingt für die gehobene Küche. Tipp für Gourmets: Auf gar keinen Fall sollten Sie die Delikatessenabteilung des „Kaufhaus des Westens“ (KaDeWe) verpassen. Besonders zu empfehlen ist die mondäne „Austernbar“. Wer auf der Suche nach kreativen Ideen in die Hauptstadt reist, sollte den Designmarkt „Trendmafia“ in Berlin Mitte besuchen. Dort werden von Mode über Schmuck bis zu Fotografie alle möglichen Unikate aufstrebender Berliner Designer angeboten.

Kaufhaus des Westens (KaDeWe), Tauentzienstr. 21-24 10789 Berlin, Tel: 030/ 2121 0; Trendmafia, am U-Bahnhof Bernauer Straße, Tel: 030/ 66 30 96 41