Fisch nachhaltig genießen

Das Angebot an Fisch ist groß, doch welchen Fisch kann man mit gutem Gewissen essen? Für umweltbewusste Verbraucher ist es gar nicht so einfach, den Überlick zu behalten. Bio- und Umweltsiegel helfen beim nachhaltigen Fisch-Kauf.

Siegel für nachhaltige Fischerei

Wer sich über umweltbewussten Fisch-Einkauf informiert, dem begegnet häufig der Begriff "Überfischung". Weltweit sind Fischbestände durch sie gefährdet. Doch was bedeutet das? Nehmen wir als Beispiel die Makrele im Nordost-Atlantik. Laut Greenpeace sind die Fangquoten hier viel zu hoch. Das bedeutet, es werden auf Dauer mehr Makrelen gefangen, als durch natürliche Vermehrung nachwachsen können. So geraten Fischbestände in Gefahr, die schlimmste Folge wäre ein vollständiges Verschwinden von Fischarten.

Was kann man als Verbraucher tun? Auf Makrele verzichten? Greenpeace rät momentan dazu. Der WWF empfiehlt: Wenn Makrele, dann am besten aus dem Nordwest-Atlantik. Nun ist beim Einkauf nicht immer sofort nachvollziehbar, aus welcher Fangregion der Fisch kommt. Entscheidungshilfen bieten diese Bio- und Umweltsiegel:

Fisch nachhaltig genießen

MSC-Siegel: Der WWF gründete 1996 gemeinsam mit Unilever den Marine Stewardship Council (MSC). Produkte mit dem MSC-Siegel kommen aus einer umweltverträglichen und nachhaltigen Fischerei. Das bedeutet, dass beim Fang des Fisches sein Bestand nicht überfischt und sein Lebensraum geschont wurde. Zudem wird versucht Beifang zu vermeiden, indem darauf geachtet wird, dass keine anderen Meerestiere mit ins Netz gehen oder zu Schaden kommen.

ASC-Siegel: Neben Wildfisch gibt es immer mehr Zuchtfisch aus Aquakulturen, also aus kontrollierter Aufzucht. Doch auch die Aquakultur kann Umweltprobleme verursachen. Fische bekommen hier in den schlimmsten Fällen zu viel Antibiotika und Fischmehl als Futter, die Gewässer verschmutzen und wertvolle Lebensräume werden zerstört. Seit 2009 gibt es den Aquaculture Stewardship Council (ASC) - das ASC-Siegel soll für Zuchtfisch aus nachhaltiger und umweltverträglicher Aquakultur stehen. Der WWF setzt sich dafür ein, die ASC-Standards zu verbessern.

Bioland-Siegel und Naturland-Siegel: Die Bio-Vorgaben von Bioland und Naturland sind strenger als die der EU. Es gibt zum Beispiel Bioland zertifizierte Karpfen aus natürlichen Teichen, die in das Ökosystem integriert sind. Das Naturland-Siegel gibt es für einige Wildfische und Zuchtfische. Hier sind zum Beispiel Gentechnik, Hormone und vorbeugende Medizin nicht erlaubt.

Einkaufsratgeber

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Am besten aus nachhaltiger Fischerei: Lachs

Greenpeace und der WWF geben jedes Jahr neue Empfehlungen für den nachhaltigen und umweltverträglichen Fisch-Kauf heraus. So werden aktuell Lachs, Schellfisch und Dorade aus nachhaltiger Wild-Fischerei oder Aquakultur empfohlen. Auch Hering aus der westlichen Ostsee oder Zucht-Karpfen aus Europa sind nachhaltig gefangen. Die vollständige Liste der Fische finden Sie im Greenpeace Einkaufsratgeber und im WWF Einkaufsratgeber.