Ökologisch korrekt essen – ein Versuch

Die Landwirtschaft ist einer der Hauptverursacher von klimaschädigenden Treibhausgasen. Und die Landwirtschaft ist Haupterzeuger von Nahrungsmitteln. Wer sich also klimafreundlich ernähren will, steckt in einem Dilemma. Unsere Mitarbeiterin Lisa Gschwender probierte eine Woche lang aus, ob und wie es im Alltag trotzdem funktionieren kann.

Landwirtschaft im Dilemma

Nachhaltigkeit, Klimawandel

Es ist ein Teufelskreis: Wir brauchen die Landwirtschaft, um uns zu ernähren. Die Landwirtschaft schädigt das Klima. Bekommen wir den Klimawandel aber nicht in den Griff, ist eine ausreichende Produktion von Nahrungsmitteln nicht möglich. Schon heute leiden rund eine Milliarde Menschen laut FAO (Agrar- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen) Hunger. Der einzige, der hier gegensteuern kann, ist der Mensch.

Gewohnheiten hinterfragen

Nachhaltigkeit, Klimawandel

Also lautet mein Beschluss: für eine Woche will ich ein ökologisch möglichst korrektes Leben führen. Ich möchte die jeweils klimafreundlichste Alternative beim Einkaufen suchen. Ich werde noch genauer als bisher Etiketten studieren. Und ich werde meine alltäglichen Gewohnheiten und Vorlieben hinterfragen müssen. Als Ökotrophologin ist mir das Thema nicht fremd, trotzdem kommen schon bei der Planung viele Fragen auf. Welchen Lebensmittelsiegeln kann man wirklich vertrauen? Muss ich auf Fleisch und Milchprodukte völlig verzichten? Literatur und Experten wie Agrarwissenschaftler sollen Aufschluss geben bei Unklarheiten. Das Ziel ist, herauszufinden, wie gut sich die persönliche Klimabilanz im Alltag aufbessern lässt.

Einsparmöglichkeiten finden

Nachhaltigkeit, Klimawandel

Natürlich scheint eine Woche herzlich wenig zu sein in Bezug auf die massiven Probleme im Ernährungssektor. Aber diese sechs Tage können eventuell zeigen, an welchen Stellen jeder Einzelne etwas tun kann, wo Einsparpotentiale bestehen und wo möglicherweise versteckte „Klimafallen“ lauern. Ich will versuchen, trotz vollem Terminkalender und ohne Biobauernhof in der Nachbarschaft ökologisch sinnvoll zu leben. Und natürlich hoffe ich, aus diesem Experiment mit verschärften Bedingungen möglichst viele Erkenntnisse für die Zeit danach zu gewinnen.

Tipps und Ideen für die klimafreundliche Woche kommen unter anderem vom Greenpeace-Agrarexperten Martin Hofstetter und aus dem „Klima-Kochbuch“ (Kosmos-Verlag).

Ökologisch korrekt - 1. Tag

Fotos: SarahC./PIXELIO, Rainer Sturm/PIXELIO, S. Hofschlager/PIXELIO