Ökologisch korrekt - 1. Tag

Ab heute lebe ich klimafreundlich. Sparsam heizen, keine Festbeleuchtung in der Wohnung und Wasser aus beim Zähneputzen sind ja ohnehin selbstverständlich. Zur Sicherheit drehe ich die Heizung aber noch ein Grad niedriger. Mein Hauptaugenmerk soll sich bei diesem Experiment allerdings aufs Essen richten.

"Bio" als Standard

Ökologisch korrekt - 1. Tag
Bio-Käse zum Frühstück.

Der Anfang meiner ökologisch korrekten Woche fällt noch leicht: Eier und Käse im Kühlschrank sind standardmäßig „Bio“ und von deutschen Bauernhöfen. Brötchen vom Back-Discounter sind aber tabu, eine ordentliche Bäckerei gibt es in der Nähe nicht und ökologisch korrektes Brot habe ich nicht im Haus. Nun gut – in der Not schmeckt Käse auch mal ohne Brot. Aber ich brauche dringend einen Einkaufszettel!

Salat schnippeln am Morgen

Fürs Mittagessen im Büro muss ich selbst sorgen, Kantine fällt flach. Schließlich will ich in dieser Woche ganz genau wissen, wo welches Nahrungsmittel herkommt. Salat schippeln, Dressing anrühren, Plastikschüssel für den Transport suchen, und das alles am frühen Morgen. Mit etwas Organisation sollten sich diese Anfangsschwierigkeiten doch schnell erledigt haben. Am besten abends schon das Mittagessen für den nächsten Tag bereiten. Ob sich das im Alltag so umsetzen lässt, wird sich zeigen. Wahrscheinlich bin ich einfach nur verwöhnt von der Möglichkeit, überall und immer etwas zu Essen bekommen zu können.

Auf den morgendlichen Kaffee verzichte ich übrigens nicht – selbstverständlich ist der aus fairem Handel und organischem Anbau. Zugegeben: selbst gepflückter Brennnesseltee wäre hier noch besser. Ich beschränke mich auf zwei Tassen Kaffee täglich und hoffe, dass Mutter Erde mit diesem Kompromiss leben kann.

Klimafreundlich: mit Freunden essen

Schon nachmittags muss ich feststellen, dass der Anfang meiner ökologischen Woche gründlich schief gelaufen ist. Beim Gespräch mit Greenpeace-Mitarbeiter Martin Hofstetter stellt sich heraus: Blattsalate und Tomaten (Teil meines Mittagessens) sind im Winter sehr ungünstig, weil sie aus dem Gewächshaus kommen. Besser wären Feldsalat, Postelein oder Portulak und Wurzelgemüse gewesen. Für meinen Kaffee allerdings habe ich die Legitimation bekommen: der kommt per Schiff nach Deutschland und das fällt in der Klimabilanz viel weniger ins Gewicht als beispielsweise Transporte per Flugzeug.

Der „bedenkliche“ Inhalt meines Kühlschranks ist jetzt jedenfalls verbraucht und heute Abend geht’s zum Einkaufen – natürlich zu Fuß und mit Saisonkalender in der Tasche. Und mein Abendessen nehme ich bei Freunden ein. Das ist nämlich einer meiner liebsten Tipps zur klimafreundlichen Ernährung: Nicht für sich alleine kochen, Gäste einladen und sich einladen lassen – spart Energie und macht Spaß!

Ökologisch korrekt - 2. Tag

Foto: Ute Pelz/PIXELIO