Ökologisch korrekt - 2. Tag

Eine persönliche Erkenntnis aus dem Versuch eines ökologisch korrekten Lebens: ich bin lernfähig. Mit vielen Experten-Infos und etwas Planung lässt sich die eigene Klimabilanz ganz gut aufbessern.

Keine Moralkeule beim Essen!

Ökologisch korrekt - 2. Tag
Spinat: tiefgekühlt oder frisch?

Sinn dieses Experimentes ist, Möglichkeiten für ein umweltbewussteres Leben zu finden. Die Moralkeule will ich aber nicht schwingen (wie könnte ich auch, wo ich Eisbergsalat im Winter kaufe!). Jedenfalls hatte ich gestern auf eine Abendmahlzeit aus heimischem Gemüse der Saison bestanden. Dass man als Gast die Bedingungen fürs Essen diktiert, ist ja nun nicht gerade üblich. Mein Projekt stieß aber durchaus auf Interesse. Und interessante Fakten gibt es tatsächlich viele zu entdecken, wenn man sich ein wenig mit der Thematik beschäftigt. Wussten Sie zum Beispiel, dass Tiefkühl-Gemüse an sich wegen des hohen Energieaufwandes im Vergleich eher schlecht abschneidet, Spinat aber als TK-Ware eine bessere Bilanz hat als das frische Gemüse? Ich bis gestern auch nicht. Der Grund ist, dass bei der Verarbeitung von TK-Spinat kaum Abfall anfällt und das industrielle Kochen in großen Mengen weniger Energie verbraucht als in vielen Einzelhaushalten. Heute Abend gibt es übrigens Tiefkühl-Spinat.

Äpfel und Birnen vergleichen

Weil mir ja nun der Blattsalat gründlich verhagelt wurde (auch wegen der neuen Greenpeace-Studie über Pflanzenschutzmittel auf unserem Grünzeug), steige ich heute um auf Rohkost aus Karotten und Äpfeln. Außerdem gibt es Quark in Bio-Qualität, ebenfalls mit geraspeltem Apfel. Im Febraur kann man Äpfel und Birnen vergleichen, denn ansonsten sind momentan nur Südfrüchte erhältlich, die aber wenigstens in ihren Herkunftsländern Saison haben. Das ist in Ordnung, weil sie meist mit dem Schiff nach Deutschland kommen und daher die Umwelt nicht so stark belasten wie beispielsweise eingeflogene Erdbeeren aus Israel. Optimal sind Früchte vom anderen Ende der Welt natürlich nicht.

Abwechslungsreich umweltbewusst

Wer sich umweltbewusst und trotzdem abwechslungsreich ernähren will, braucht schon eine gewisse Planung. Ich muss jeden zweiten, spätestens dritten Tag einkaufen gehen, denn ich habe kein Auto und kann nur begrenzte Mengen nach Hause schleppen. Die Reste des alten Einkaufs müssen sich „vertragen“ mit dem neuen Einkauf, denn verkommen soll natürlich nichts. Also müssen Rezepte her, die abwandelbar sind, vielseitig und passend zum saisonalen Angebot. Eine gute Hilfe ist da „Das Klima Kochbuch“. Es liefert viele Tipps zum nachhaltigen Einkaufen, Kochen und – ganz wichtig – genießen! Denn Klimaschutz und Spaß am Essen schließen sich nicht aus.

Ökologisch korrekt - 3. Tag

Foto: wrw/PIXELIO