Ökologisch korrekt - 3. Tag

Es wird schon besser. Viele Ideen und Hinweise, die ich in den vergangenen Tagen zusammengetragen habe, sind wirklich leicht umzusetzen. Und: das ganze Thema wird immer spannender. Ein Gefühl von Verzicht hat sich bisher nicht eingestellt.

20 % Emission durch Ernährung

Ökologisch korrekt - 3. Tag
Energiefresser: Kochen und Kühlen.

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Wir Menschen in westlichen Industrienationen verursachen einen höheren CO2-Ausstoß allein durch unser Essen, als ein Einwohner Indiens für seinen kompletten Lebensstil. Auch der Klimaschutzbericht der Bundesregierung liefert aufschlussreiche Zahlen: 20 % unserer Treibhausgasemissionen sind durch Ernährung verursacht. Rund die Hälfte davon entfallen auf Produktion, Verarbeitung und Gütertransport. Die andere Hälfte aber wird in den privaten Haushalten verbraten, beim Kochen, im Kühlschrank und bei den Einkaufsfahrten mit dem Auto.

Spar-Speiseplan

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz hat ermittelt, dass das größte Einsparpotential bei der Zusammensetzung des Speiseplans besteht. Die höchsten Emissionen verursachen die Herstellung von Milchprodukten und die Produktion von Rindfleisch. Mein Pech, dass ich furchtbar gerne Milchprodukte und Rindfleisch esse. Allerdings haben diese Spezialitäten in Bio-Qualität saftige Preise, so dass sich der Konsum zumindest bei mir über den Geldbeutel reguliert. Aber auch Kleinvieh macht Mist, wie man so sagt, und so lasse ich nun den Stich Butter fürs Gemüse weg und auch der Schuss Sahne ist momentan gestrichen.

Organisation ist alles

Das Hauptproblem am ökologisch-korrekten Lebensstil ist wirklich ein organisatorisches. Der Einkauf muss geplant und eingeteilt sein, sonst funktioniert es nicht. Wesentlich einfacher wäre das für mich mit einem Wochenmarkt in der Nähe, den gibt’s aber nicht. Also muss ich entweder morgens vor der Arbeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum nächsten Markt fahren (hat nicht geklappt, so früh am Morgen ist die ökologische Korrektheit noch nicht voll entwickelt). Oder ich muss abends nach der Arbeit entweder in den Bio-Laden (gibt’s leider auch nicht um die Ecke) oder im Supermarkt die Bio-Abteilung durchstöbern. Möglichst gute Vorratshaltung und ein Einkaufszettel sind da hilfreich. Ich habe aber das Gefühl, dass man sich an diese Vorausplanung recht schnell gewöhnen kann.

Unkorrekte Schokolade

Übrigens habe ich einen Rest Schokolade aufgegessen, dessen Zutaten eigentlich nicht ins momentane Konzept passen. Das drückt natürlich das CO2-Einspar-Ergebnis. Ich habe aber ein Hintertürchen für diesen Fall: mein Mitbewohner ist Veganer und hat daher eine hervorragendes Klimabilanz. Vielleicht lässt er sich auf einen Emissions-Handel ein.

Ökologisch korrekt - 4. Tag

Foto: Alexander Litke/PIXELIO