Ökologisch korrekt - 4. Tag

Zuhause ist das klimafreundliche Kochen kein Problem mehr. Zumindest nicht für ein bis zwei Personen und wenn der Einkauf vorher geplant wurde. Ganz anders sieht es außer Haus aus. Da lauern ungeahnte Konflikte.

Gewissenskonflikte

Ökologisch korrekt - 4. Tag
Fleischgenuss contra Klimaschutz.

Ich kellnere gelegentlich in einem Restaurant, um meine Reisekasse aufzubessern. Es ist ein American Diner, auf der Speisekarte stehen Burger, Spare Ribs, Steaks. Also Fleisch satt. Dass die Fleischproduktion zu den Klimakillern gehört, ist mittlerweile klar. Schwein, Geflügel und vor allem Rind sollten eher die Ausnahme als die Regel auf dem Teller sein. Ich will also zumindest in dieser Woche auf das kostengünstige Essen am Arbeitsplatz weitgehend verzichten. Trotzdem stürzt mich nach so viel gedanklicher Beschäftigung mit dem Thema Klimaschutz die Arbeit im Restaurant in Gewissenskonflikte.

Spaßverderber

In der Gastronomie landen leider immer große Mengen Nahrungsmittel im Müll. Die Gäste wollen ordentliche Portionen auf ihren Tellern und oft sind die Augen bei der Bestellung größer als der Magen. Darf man die Gäste darauf aufmerksam machen? Als Bedienung bei der Bestellung sagen: "Sind sie sicher, dass sie so viel Essen wollen? Fleischverzehr ist übrigens auch ganz schlecht fürs Klima…"? Der Restaurantbesitzer wäre wohl wenig begeistert. Schließlich will man ja auch niemanden brüskieren und moralinsaure Spaßverderber bewegen selten jemanden zum Umdenken. Das ist eine denkbar unbefriedigende Situation, eine Lösung dafür habe ich nicht gefunden.

Angebot und Nachfrage

An sich ist ja auch gegen Essen außerhalb der eigenen vier Wände gar nichts einzuwenden. Schließlich wird insgesamt weniger Energie verbraucht, wenn in großen Mengen und für viele Menschen gekocht wird. Und zum Glück sind auch in der Gastronomie die Schlagworte "regional und saisonal" im Trend. Die Restaurantbetreiber passen sich mit ihrem Angebot der Nachfrage an, und anscheinend verlangen immer mehr Gäste frische, heimische Produkte. Das zeigt zumindest, dass das eigene Konsumverhalten doch Auswirkungen hat.

Ökologisch korrekt - 5. Tag

Foto: Anke Schütz