Ökologisch korrekt - 6. Tag

Ein wichtiger Aspekt im Vorfeld der „Öko-Woche“ war für mich der finanzielle. Im direkten Vergleich sind Bio-Lebensmittel fast immer teurer als konventionelle. Und so stellte sich die Frage, ob ich mit begrenztem Budget extrem sparsam würde leben müssen.

Bewusst und günstig

Ökologisch korrekt - 6. Tag
Nicht teurer: Öko-Ernährung.

Ich nehme das Ergebnis gleich vorweg: das Klima-Experiment war nicht teurer. Im Vergleich zu einer Durchschnitts-Woche habe ich nicht mehr Geld für Lebensmittel ausgegeben. Einzelne Produkte waren im Vergleich zwar jeweils kostspieliger, in der Summe aber relativieren sich diese Mehrausgaben. Denn ich habe insgesamt eindeutig bewusster eingekauft. Viele Produkte fielen aufgrund ihrer schlechten Klimabilanz ganz einfach weg, das machte sich finanziell vor allem außer Haus bemerkbar. So gab es in dieser Woche keinen Kaffee „To go“ (wegen ungewisser Herkunft), kein süßes Teilchen beim Bäcker (wegen konventionell angebautem Getreide) und schon gar keine Pizza oder Döner auf die Hand.

Fleisch für 15 Euro

Die Einkäufe im Supermarkt waren dafür teurer als üblich. 15 Euro kosteten beispielsweise etwa 700 Gramm Bio-Lammfleisch. Ganz schön happig, auf den ersten Blick. Aber: mit einigen günstigen Zutaten wie Dosen-Tomaten (Tomaten aus dem Glas wären besser gewesen), Gewürzen und Reis ergab das Fleisch vier Portionen Lammcurry – genug für zwei Personen und zwei Tage. Gemüse vom Wochenmarkt schneidet preislich gegenüber Discounter-Ware schlecht ab – wenn man die Kilopreise vergleicht. Allerdings: auf dem Markt bekomme ich die Menge, die ich wirklich brauche und auch verbrauche. Wenn vom Zwei-Kilo-Sack Möhren aus dem Billig-Laden die Hälfte welk wird und nicht mehr genießbar ist, wird die Milchmädchenrechnung deutlich.

Hundert Jahre Saisonkalender

Beim Rechnen und Vergleichen ist mir ein Buch eingefallen, das mir einmal meine Großmutter in die Hand drückte. Es ist von 1882 und trägt den Untertitel „Ein nützliches Hülfsbuch für alle Frauen und Mädchen, die billig und gut haushalten lernen wollen“. Darin sind Wochenpläne für Mittagsmahlzeiten, aufgeteilt nach Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. Quasi ein über hundert Jahre alter Saisonkalender. Verkocht wurde, was jeweils erhältlich war. So altertümlich diese Pläne heute anmuten – so aktuell sind sie.

Ökologisch korrekt - Fazit

Foto: Claudia Hautumm/PIXELIO