Steillagenwinzer gründen Montan Union

Vier deutsche Steillagenwinzer haben einen Verband gegründet, um ihre besondere Art der Weinherstellung zu erhalten und konkurrenzfähig zu machen. Ihr Label: ein Qualitätssiegel, das nur Weine aus Steillagenanbau tragen dürfen.
Steillagenwinzer gründen Montan Union
Qualitätssiegel der Montan Union

Steillagenhänge sind mit ihren bis zu 100% Steigungen für die Winzer nicht einfach zu bewirtschaften. Dafür bringen sie für die Weine einzigartige Bedingungen mit:

Die Trauben liegen in optimalem Winkel zur Sonne, ihr Licht fällt beinahe senkrecht auf die Reben. Der kalkhaltige Boden speichert für nachts die Wärme und bringt außerdem eine sehr besondere Mineralik mit sich. Allerdings sind die Steilhänge für Erntemaschinen oder Traktoren unzugänglich, so dass die Reben in aufwendiger Handarbeit gelesen werden müssen. All diese Faktoren wirken sich positiv auf Qualität und Geschmack der Weine aus, machen jedoch die Arbeit für die "Bergsteiger unter den Winzern" extrem hart. Viele Steillagenwinzer haben bereits angesichts der extremen Produktionsbedingungen und des großen Konkurrenzdrucks ihren Dienst quittiert.

Die Montan Union will dagegen halten: Sie setzt sich für den Erhalt des Steillagenanbaus in der europäischen Weinlandschaft ein. Die vier Gründungsmitglieder der Montan Union, das Weingut Friedrich Altenkirch aus Lorch im Rheingau, das Weingut Rheingold Franzen aus Bremm an der Mosel, das Weingut Kusterer aus dem württembergischen Esslingen und das Weingut Wolfgang Kühn aus dem fränkischen Klingenberg, schufen ein Qualitätssiegel, das nur Weine aus Steillagenanbau tragen dürfen. Dabei müssen verschiedene Kriterien erfüllt werden: Die Hänge müssen naturnah bewirtschaftet werden, die Trauben per Hand gelesen und die Weine nach traditionellen Produktionsverfahren erzeugt wurden. So will die Montan Union eine Kulturlandschaft erhalten, die angesichts der industriellen Produktionsverfahren kaum konkurrenzfähig ist.

Mehr Informationen zur Montan Union: www.montanunion.org