"Amflora" darf jetzt angebaut werden

Die EU-Kommission in Brüssel hat die gentechnisch veränderte Kartoffel „Amflora“ für den Anbau zugelassen. Künftig kann die besonders amylopektinhaltige Knolle auch auf deutschen Äckern angebaut werden.
Amflora, Gen-Kartoffel
Gen-Kartoffel "Amflora".

„Amflora“ ist die Gen-Kartoffel des deutschen Chemie-Konzerns BASF. Seit 1996 hatte sich das Unternehmen um die Zulassung bemüht, war aber bisher am Zulassungs-Stopp für gentechnisch veränderte Pflanzen in der EU gescheitert. Nun ist für „Amflora“ der Weg frei – und Umwelt- und Verbraucherschützer sind entsetzt. „Es ist schockierend, dass die neue Kommission mit dieser Entscheidung die erheblichen ökologischen und gesundheitlichen Risiken der umstrittenen Gen-Kartoffel ignoriert“, kommentiert Agrarökonom Martin Hofstetter von Greenpeace. Zwar ist die "Amflora" nicht als Lebensmittel vorgesehen, sondern soll wegen ihres hohen Amylopektingehalts vor allem als Stärkelieferant in der Papier-, Garn- und Klebstoffindustrie zum Einsatz kommen. Allerdings sei eine Verunreinigung von normalen Lebens– und Futtermitteln mit Gen-Pflanzen laut Greenpeace niemals auszuschließen. Vor allem das in „Amflora“ enthaltene Antibiotikaresistenzgen stößt Gentechnik-Gegnern sauer auf: Durch die Nutzung eines solchen Gens könnten Krankheitserreger immun und lebenswichtige Antibiotika somit unwirksam werden.