Lachsfieber

Um der weltweiten Nachfrage nach Fisch gerecht werden zu können, greift die Lachsindustrie zu nicht vertretbaren Mitteln. Wilfried Huismann und Arno Schumann sind einem ökologischen Alptraum auf der Spur.
Lachs
Lachsfieber

In Norwegen heißt John Fredriksen nur der „Große Wolf“. Er ist einer der reichsten Menschen der Welt , mit seiner „Marine Harvest“ ist er der weltweit größte industrelle Fischproduzent. Über 100 Millionen Zuchtlachse liefert er pro Jahr in die ganze Welt.

Alles, was in Europa durch Umweltgesetze verboten ist, können Unternehmer wie Fredriksen am anderen Ende der Welt tun. Fredriksen geht dafür nach Chile: Chemikalien und Farbstoffe an den Käfigen und im Wasser führen dazu, dass die Lachse nach 18 Monaten Mast ein chemisch und biologisch belastetes Produkt sind. Wenn die Fjorde vom Abfall der Industrie verseucht sind, hinterlassen Konzerne wie "Marine Harvest" einen ökologischen Friedhof und ziehen weiter gen Süden - in die noch intakte Welt Patagoniens.

Um das Image der Massentierhaltung im Meer zu verbessern, geht Fredriksen im April 2008 eine Partnerschaft mit der größten Umweltorganisation der Welt ein, dem WWF. Für eine Spende von 100.000 Euro pro Jahr darf "Marine Harvest" mit dem Panda-Bärchen des WWF für seine industriell erzeugten Mastlachse werben.

Die WDR-Autoren Wilfried Huismann und Arno Schumann hefteten sich über ein Jahr lang an die Fersen des Großinvestors. Ihre brisanten Recherchen über den weltweit operierenden Nahrungsmittelgiganten wurden zu einem packenden Öko-Thriller.

"Lachsfieber"

Mittwoch, 10.03.2010, 23:30 in der ARD