Zweifel an Bedeutung des BMI

Der Body-Mass-Index (BMI) gilt als die Richtlinie für ein gesundes Körpergewicht. Eine Stude der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) weckt nun Zweifel an der Aussagekraft des BMI, denn der kann nicht zwischen gutem und schlechtem Fett unterscheiden.
Zweifel an Bedeutung des BMI
Aufs Bauchfett kommt es an

Harald Schneider und sein Team von der LMU begeiteten über Jahre hinweg rund 11.000 Probanden und verglichen die Aussagekraft verschiedener Werte und ihren Zusammenhang mit Herz- und Kreislauferkrankungen. Am aussagekräftigsten ist nach den Ergebnissen des Münchner Forschungsteams der Taillenumfang geteilt durch die Körpergröße (WHtR), gefolgt vom Verhältnis von Hüft- zu Taillenumfang (WHR). Zum BMI sagte Harald Schneider: "Der BMI spielt keine Rolle für das Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Todesrisiko eines Menschen."

Zweifel an der Bedeutung des BMI gab es schon länger. Erst im Januar war eine Studie der Universität Oxford veröffentlicht worden, nach der es beim Körperfett nicht in erster Linie auf die Menge, sondern auf die Verteilung ankommt. Der Studie zufolge gibt es gutes Fett, es sitzt an Hüften und an den Oberschenkeln. Das schädliche Fett dagegen sitzt am Bauch. Das Bauchfett kann schädliche Fettsäuren abgeben und durch Freisetzung bestimmter Moleküle Entzündungen auslösen. Der BMI wird mit der Formel "Gewicht durch Körpergröße in Metern zum Quadrat" berechnet und unterscheidet deshalb nicht, wo das Fett sitzt.