Kein Schutz für den Roten Tun

Es ist eine ernüchternde Zwischenbilanz der Artschutzkonferenz in Doha: Zwischen wirtschaftlichen Interessen und Kochtraditionen bleiben gefährdete Tierarten auf der Strecke.
Kein Schutz für den Roten Tun

Die Artenschutzkonferenz der Vereinten Nationen (CITES) gerät zur Farce. Für kaum ein bedrohtes Tier kann ein Handelsverbot durchgesetzt werden. Eigentlich sah alles danach aus, als würde auf der seit dem 13. März stattfindenden Konferenz endlich ein Handelsverbot für den Roten Tun ausgesprochen werden. Obwohl der Bestand stark überfischt ist und der Rote Tun als "Vom Aussterben bedroht" auf der Roten Liste geführt ist, wurde der Antrag vom Plenum abgelehnt. Vor allem Japan hatte sich gegen ein Handelsverbot ausgesprochen, es sieht darin einen Eingriff in die japanische Esskultur.

Auch der Fortbestand von fünf Haiarten bleibt unsicher. Auf den Hammerhai, den Dornhai, den Weißspitzen-Hochseehai, den Sandbankhai und den Düsteren Hai darf weiterhin Jagd gemacht werden. Allein für den Heringshai einigte sich die Konferenz auf den Artenschutz. Vor allem China war gegen ein Handelsverbot mit Haien: Haifischflossensuppe ist hier eine Delikatesse. Doch auch bei uns kommt Hai im Handel vor, er wird als Schillerlocke oder Kalbsfisch verkauft.