Rekonstruktion von Vintage-Whisky

In Neuseeland wurde 100 Jahre alter Whisky gefunden. Dieser soll nun analysiert werden, um die damalige Qualität und Brenngewohnheiten rekonstruieren zu können.
Rekonstruktion von Vintage-Whisky
Whisky reift normalerweise bis zu 15 Jahren

Gemeinhin heißt es: Je älter ein Whisky, desto besser schmeckt er. 100 Jahre schienen da aber doch etwas übertrieben. Die Rede ist hier von einem Whisky, der über 100 Jahre im Ewigen Eis lag. Er war im Jahr 1909 von dem britischen Polarforscher Ernest Shakleton und seiner Crew auf einer Expedition zum Südpol vergessen worden. Die Forscher waren auf dem Rückweg von der gescheiterten Expedition durch den Polarwinter überrascht worden und ließen ihn in einer Hütte, in der sie Unterschlupf gefunden hatten. Als die Hütte im vergangenen Jahr restauriert werden sollte, fand man unter anderem 2 Kisten Whisky, tiefgekühlt bei -50 Grad. Der Vintage-Whisky wird nun im Canterbury Museum in Neuseeland langsam aufgetaut, um anschließend in einem Labor untersucht zu werden. Die Destillerie Whyte & Mackay, aus deren Produktion der Whisky stammt, will mit den Ergebnissen die Whisky-Qualität vor 100 Jahren rekonstruieren. In den Genuss des uralten Whiskys wird dagegen kaum jemand kommen, da es sich um eine sehr geringe Menge handelt und die Forscher ihr Augenmerk eher auf den Erhalt der damaligen Trinkkultur legen.