Zuckerverbot für Fruchtsäfte

Die EU-Kommission plant, den Zusatz von Zucker in Fruchsäften zu verbieten. Der derzeit oft hohe Zuckeranteil macht Fruchtsäfte zu kleinen Kalorienbomben.
Zuckerverbot für Fruchtsäfte
Zucker macht Saft zur Kalorienbombe

Saft soll in Zukunft wirklich gesund sein: Am Mittwoch hat die Brüsseler Behörde einen Vorschlag vorgelegt, nach dem Hersteller Fruchtsäften keinen Zucker mehr zusetzen dürfen. Eine Ausnahme sollen Fruchtnektare bilden, hier dürfen Hersteller noch Zucker verwenden, müssen dies aber deutlich kennzeichnen. So sollen Verbraucher besser kontrollieren können, ob und wieviel Zucker sie zu sich nehmen.

Die europäische Kommission bemüht sich seit langem, den Zuckeranteil in Lebensmitteln deutlich zu senken. Zu hoher Zuckerkonsum gilt als eine der Hauptursachen für so genannte Zivilisationskrankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes. Die Änderung der EU-Fruchtsaftrichtlinie ist Teil eines Programms, das diesen Problemen entgegensteuern soll. Für die Änderung der EU-Fruchtsaftrichtlinie müssen noch das Europaparlament und die 27 EU-Mitgliedsstaaten zustimmen. Die Staaten setzen die Vorgaben dann in nationales Recht um.

Hintergrund: Saft und Nektar

Als Saft darf ein Getränk nur bezeichnet werden, wenn es zu 100 Prozent aus dem Fruchtfleisch und Fruchtsaft der entsprechenden Früchte stammt. Momentan darf Fruchtsaft bis zu 15 Gramm Zucker pro Liter zur Geschmacksveredelung zugesetzt werden.

Fruchtnektaren dagegen ist ein Fruchtgehalt zwischen 25 und 50 Prozent vorgeschrieben, der Rest besteht aus Wasser. Darüber hinaus darf Fruchtnektaren bis zu 20 Prozent Zucker zugesetzt werden.

Am wenigsten Frucht enthalten Fruchtsaftgetränke: Hier ist ein Fruchtgehalt von 30 Prozent vorgeschrieben, der Rest ist Zuckerwasser.