Dosen-Thunfisch falsch deklariert

Thunfisch in Dosen ist nach wie vor sehr beliebt. Eine Untersuchung von Greenpeace hat nun ergeben: Die Dosen sind oft falsch gekennzeichnet und enthalten bedrohte Arten.
Dosen-Thunfisch falsch deklariert
Die Thunfisch-Bestände schrumpfen.

Laut Packungsaufschrift ist in vielen Thunfisch-Dosen Echter Bonito (Skipjack). Die Bestände des Bonitos im Pazifik gelten noch als relativ stabil. Die Greenpeace-Analyse hat jedoch ergeben, dass neben Fleisch vom Echten Bonito häufig auch überfischte Arten wie Großaugen- und Gelbflossen-Thun in den Dosen steckt. Obwohl die falsche Deklaration in der Europäischen Union verboten ist, finden sich die so gekennzeichneten Dosen auch in deutschen Supermärkten. Insgesamt ließ Greenpeace 60 Dosen aus Australien, Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Italien, Kanada, Neuseeland, den Niederlanden, Österreich, Schweiz, Spanien und den USA per DNA-Analyse untersuchen. Aus jedem Land wurden mindestens fünf Proben genommen. Ergebnis: drei Dosen aus deutschen Supermärkten enthielten bedrohte oder kaum erforschte Thunfisch-Arten. Eine deutsche Marke wurde in den Niederlanden und in Großbritannien der falschen Deklaration überführt.

Skrupellose Industrie

Die Meeresbiologin Iris Menn von Greenpeace sagt: "Die Thunfisch-Industrie ist außer Kontrolle!" Die Methoden der industriellen Fischer und Hersteller von Konserven seien zerstörerisch und skrupellos. Nur mit einem nachhaltigen Fischfang könne laut Greenpeace die Ausrottung der bedrohten Fischarten gestoppt werden. Die Umweltschützer fordern den Lebensmittelhandel dazu auf, entsprechende Produkte nicht mehr anzubieten und so ein klares Signal zu senden. Iris Menn: "Diese Branche wird sich nur unter Druck ändern."

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