Neue Verpackungsregeln

Die Europäischen Verbraucherminister haben sich diese Woche auf neue Regeln für Lebensmittelverpackungen geeinigt. Spätestens ab 2014 soll klarer erkenntlich sein, was in Lebensmitteln enthalten ist.
Neue Verpackungsregeln
In Europa sollen bald neue Regeln zur Lebensmittelkennzeichnung gelten

Diese Woche haben sich die europäischen Verbraucherminister in Brüssel auf neue Regeln für Lebensmittelkennzeichnungen geeinigt: Konkret geht es den Verbraucherministern darum, Dickmacher und ungesunde Lebensmittel auf den ersten Blick kenntlich zu machen. Deshalb sollen in Zukunft der genaue Zucker-, Salz- und Fettgehalt sowie die Kalorienangaben in Tabellenform auf der Verpackung vermerkt werden. Außerdem müssen Imitate wie Analog-Käse deutlich gekennzeichnet werden, für Etiketten gilt eine Mindestschriftgröße von 1,3 Millimetern, Allergene müssen auch bei unverpackter Ware ausgewiesen werden und koffeinhaltige Getränke bekommen einen Warnhinweis für Schwangere und Kinder. Schon ab Januar 2011 ist der Begriff "naturidentische Aromastoffe" verboten. Die neuen Vorgaben gelten für alle 26 EU-Mitgliedsländer verbindlich und müssen noch eine bürokratische Hürde nehmen: Im Juni soll die Zustimmung im Europaparlament folgen. Danach haben die EU-Mitgliedsländer eine Frist von drei bis fünf Jahren, die neuen Vorgaben umzusetzen.

Während die neuen Regelungen vor allem von Politik und Lebensmittelindustrie begrüßt werden, haben Kritiker und Verbraucherschützer einiges auszusetzen:

Zunächst ist mit der neuen Regelung die Diskussion um eine Ampelkennzeichnung in jedem Fall vom Tisch. Daneben hat der Beschluss für verpflichtende Nährwerttabellen für deutsche Produkte erstmal keinen Neuwert, sie sind auf den meisten Produkten schon vorhanden. Die Nährwerttabellen sind zudem für viele Verbraucher schwer verständlich, da zu ihrer Interpretation Vorkenntnisse vonnöten sind. Auch die neu beschlossene Mindestschriftgröße für Verpackungen ist Kritikern zu klein.

Zwar sind europaweit betrachtet die neuen Regeln durchaus als Fortschritt zu werten - immerhin ist Deutschland in Sachen Lebensmittelkennzeichnung in einer Vorreiterrolle - , vor allem angesichts aktueller Fälle sollte man beim Einkauf auch weiterhin genau hinsehen.