Dioxin-Skandal - Kontrollen der Futtermittelherstellung gefordert

Im Skandal um Dioxin in Futtermitteln für Hühner, Puten und Schweine werden stärkere Kontrollen gefordert. In die Futtermittel sind verseuchte Fettsäuren gelangt, die aus der Biodieselherstellung stammen.

Wie gestern berichtet, wurde in Futtermittel für Legehennen, Puten und Schweine Dioxin in Mengen gefunden, die die gesetzlich zulässigen Grenzwerte überschreiten. Das verseuchte Futterfett stamme von einem Hersteller aus Schleswig-Holstein, wo technische Fette aus der Diesel-Produktion für die Herstellung der Tiernahrung verwendet wurden. Mit dem verseuchten Futterfett aus Schleswig-Holstein wurden wiederum Futtermittelbetriebe beliefert, die ihr fertiges Futter schließlich an Höfe unter anderem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen und Brandenburg lieferten. Anhand der Lieferlisten eines Futtermittelherstellers konnten die Betriebe ausfindig gemacht werden, in denen eventuell dioxinbehaftetes Fett verwendet worden ist. Laut Spiegel online sperrte Niedersachsen gestern vorsichtshalber 1000 Legehennen-Farmen, Schweine- und Putenzuchtbetriebe. Das bedeutet, dass sie erst wieder Eier, Fleisch und Milch verkaufen dürfen, wenn die Produkte getestet wurden und unbedenklich sind.

Der Minister für Landwirtschaft und Verbraucherschutz in NRW, Johannes Remmel, forderte heute im ARD Morgenmagazin, dass über die Kontrollverfahren, insbesondere in der Futtermittelherstellung, nachzudenken sei und darüber, ob die bisherige Kontrolldichte überhaupt ausreiche. Weiter sagte er: "Wir haben, glaube ich, keine akute Gefährdung, aber Dioxin gehört einfach nicht in die Nahrung. Es gibt ja auch nicht umsonst die Grenzwerte. Dioxin ist gesundheitsgefährdend und kann Krebs auslösen." Laut tagesschau.de warnen die Behörden vor Panik, da eine akute Gefahr für den Verbraucher zur Zeit nicht bestehe. Die Behörden versuchen weiterhin das Ausmaß des Skandals zu ermitteln. Wie der NDR berichtet, leite die Staatsanwaltschaft Itzehoe am Dienstag ein Ermittlungsverfahren gegen den Geschäftsführer und weitere Verantwortliche des schleswig-holsteinischen Unternehmens, aus dem das verseuchte Futter stammen soll, ein. Zudem werden die Produktionsstätten der Firma von Mitarbeitern des Umweltministeriums untersucht.