Keine "Diät"-Lebensmittel mehr

Die Europäische Kommission in Brüssel hat heute einen Plan vorgelegt, die Bezeichnung "Diät" für Lebensmittel abzuschaffen. An ihre Stelle soll eine klarere Kennzeichnung von Lebensmitteln rücken.

Die Europäische Kommission will die Bezeichnung "Diät" für Lebensmittel abschaffen und so die Auszeichnungen von Lebensmitteln EU-weit vereinheitlichen. Da die EU-Mitgliedsländer die Rechtsvorschriften für die Bezeichnung "Diät" sehr unterschiedlich auslegen würden, entstünde Verwirrung bei den Verbrauchern. So sei ein bestimmtes Lebensmittel in dem einen Land "Diät", in dem anderen jedoch ganz normal. Um das Einkaufen für Verbraucher zukünftig einfacher zu gestalten, will die EU-Kommission Bezeichnungen wie "laktosefrei" oder "für Säuglinge geeignet" auf den Etiketten sehen.

In Deutschland wird schon seit längerem über die Abschaffung des Begriffs "Diät" diskutiert.

Ursprünglich war er als Orientierungshilfe für Diabetiker gedacht, um ihnen das Einhalten eines speziellen Ernährungsplanes ohne Zucker zu erleichtern. Mittlerweile jedoch gilt ein vollkommenes Zuckerverbot für Diabetiker als überholt. Vielmehr wird Zuckerkranken, wie auch Gesunden, eine ausgewogene und vollwertige Ernährung empfohlen. Dabei sollte der Zuckeranteil nicht höher als zehn Prozent sein. "Diät"-Lebensmittel halten Ernährungsexperten teilweise sogar für schädlich. Diese enthalten oft Zuckeraustauschstoffe, sind sehr fetthaltig und keineswegs so gesund, wie es der Zusatz "Diät" suggeriere.

Die Abschaffung der Bezeichnung "Diät" ist allerdings noch nicht hundertprozentig sicher, im September müssen dem Vorschlag noch das EU-Parlament und die EU-Staaten zustimmen. Bei positiver Resonanz tritt der Vorschlag ab 2012 in Kraft.