Höhere Steuer für ungesunde Lebensmittel

Zu süß, zu fettig, zu salzig: Ungarn plant ab September eine Extra-Steuer auf ungesunde Lebensmittel einzuführen.

Die ungarische Küche ist eher für ihre deftigen Spezialitäten denn für leichte Speisen bekannt. Laut Financial Times Deutschland plant die Regierung nun, mit einer Extra-Steuer auf “ungesunde Lebensmittel” ihren Bürgern den Weg zu einer gesünderen Lebensweise zu erleichtern und nebenbei das Steuerloch der Krankenkassen zu füllen. Die geplante Steuer schlage 10 Forint (ca. 4 Cent) auf zu süße, salzige und fettige Produkte: Noch teurer werde Süßes mit mehr als einem Viertel Zucker Gesamtgewicht, Aufschlag auf Eis werde bereits bei einem Zuckergehalt von 5% erhoben, Softdrinks, die mehr als fünf Gramm pro Milliliter aufweisen werden gleich doppelt besteuert, Energiedrinks mit mehr als 200 Miligramm Koffein pro Liter dreifach . Auch Fast Food Klassiker wie Hamburger und Co. solle eine Extra-Steuer erhoben werden, sobald der Salzgehalt über einem Prozent liegt.

Gabor Csiba, Gesundheitspolitiker der ungarischen Regierungspartei Fidesz, Arzt und Urheber der Steuer, geht davon aus, dass sich die Ungarn aufgrund des höheren Preises nach günstigeren und somit gesünderen Möglichkeiten umsehen werden. Befürworter sehen dies als einen möglichen Ansatz, die gesundheitsbeeinträchtigende Fettleibigkeit, die ca. 20% der ungarischen Bevölkerung betrifft, anzugehen. Die Steuer betrifft neben Burgern und Co. allerdings vor allem Fertigprodukte, die importiert werden – beispielsweise ist die ungarische Salami laut ORF Morgenjournal nicht von der Steuer betroffen.

Auch andere Ländern gehen immer häufiger den Weg über die Besteuerung ungesunder Lebensmittel: So hat just Dänemark eine Steuer auf gesättigte Fettsäuren eingeführt und Rumänien brachte bereits 2010 die Idee der Fast-Food-Steuer auf den Plan, deren Umsetzung jedoch aufgrund der steigenden Lebensmittelpreise im Land auf 2012 verschoben wurde.