Wird das Napa Valley zu warm?

Amerika ist in Sorge um sein Vorzeige-Weinbaugebiet: Der Klimawandel könnte den Weinbau im Napa Valley bald komplett verändern.
Wird das Napa Valley zu warm?
Typisch kalifornische Weine sind Cabernet Sauvignon oder Pinot Noir

Grund für die Sorgen ist eine neue Studie, die ein Team der Stanford University kürzlich veröffentlicht hat. Die Wissenschaftler halten es für möglich, dass der Klimawandel innerhalb der nächsten 40 Jahre für etwa 50 Prozent der Weinbaufläche in Kalifornien dramatische Folgen haben kann. Ausgehend von einem Anstieg der Durchschnittstemperaturen von etwa einem Grad und 23 Prozent mehr Treibhausgasen, könnte es für den aktuellen Weinbau in Kalifornien zu warm werden: Die Klimaforscher rechnen mit durchschnittlich höheren Tagestemperaturen sowie generell mehr heißen Tagen während der Wachstumsphase der Rebstöcke.

Geht es nach den Wissenschaftlern, dann wird Weinbau aber auch in 40 Jahren noch eine wichtige Rolle in Kalifornien spielen. Sie raten den Winzern allerdings, auf hitzebeständigere Rebsorten umzustellen. Vielleicht trinken wir also in 40 Jahren keinen kalifornischen Cabernet Sauvignon mehr, sondern Syrah. Alternativ schlagen die Klimaforscher den Winzern vor, sich frühzeitig mit Kühlmodellen wie alternativen Bewässerungssystemen auszustatten.

Wird das Napa Valley zu warm?
Je wärmer das Klima, desto eher die Weinblüte

Um die Verlässlichkeit ihres Berechnungsmodelles zu überprüfen, errechneten die Wissenschaftler auf Basis von Daten aus dem Jahr 1960 die klimatischen Bedingunen für 2010. Hier kamen sie auf ein realitätsnahes Ergebnis - und zeichnen damit ein vollkommen anderes Bild als eine Studie, die im Januar 2011 veröffentlicht wurde. Nach dieser sollte sich das Klima im Napa Valley in den kommenden Jahren nur moderat ändern.

Dass der Klimawandel tatsächlich Auswirkungen auf den Weinbau hat, können aktuell die Champagner-Winzer in Frankreich feststellen. Dort rechnet man, nach zwei Monaten Hochsommerwetter, bereits ab 25. August mit der Traubenernte beginnen zu können. Normalerweise sind die Trauben der Champagnerrebe erst einen Monat später reif.