Bier aus dem Pappkarton

Ab März 2012 setzt neben der Bierbrauerei Ankerbräu Nördlingen auch die Aktienbrauerei Kaufbeuren AG auf das recycelfähige Bag-in-Box-System: Statt in Aluminiumfässern wird das Bier in einem Pappkarton geliefert. Wie das geht? Ein spezielles Verfahren entzieht die Gärungskohlensäure, die später wieder hinzu gefügt wird.
Bier aus dem Pappkarton
Bier aus dem Pappkarton: Bag-in-Box

Statt hoher Transportkosten von Mehrweg Fässern setzt das Verpackungssystem Bag-in-Box auf den Biervertrieb in der Pappbox: Die diversen Biersorten werden traditionell gebraut, nach der Lagerung wird die Gärungskohlensäure durch ein patentiertes System entzogen. Das Bier kommt in einen dünnen Aluminiumbeutel, der mit einem Zapfhahn ausgestattet ist. Um das Bier später frisch zapfen zu können, wurde ein spezieller Carbonator entwickelt, der dem Bier erneut die Kohlensäure zuführt. Schankanlagen brauchen dafür nur mit dem Carbonator ausgestattet zu werden. In der Box ist das Bier länger haltbar als in den traditionellen Fässer. Zubehör und Verpackung der Beer-in-Bag-Boxen sind recycelbar.

Die erste Brauerei, die das Bag-in-Box-System nutzt, ist die Brauerei

Ankerbräu Nördlingen in Bayern, die ihr klassisches Hefe-Weizen als helle und dunkle Variante sowie "Grandl", Bayerisches Lagerbier, und Premium-Pils im Pappkarton anbietet. Ab März 2012 steigt die Aktienbrauerei Kaufbeuren ein, die ebenfalls vier Biersorten als Beer-in-Box-Version anbietet: Das alkoholfreie "Aktien Iso Weizen“ sowie die traditionellen Biere „Aktien Hell“, „Jubiläums Pils“ und „Hefeweizen Anno 25“. Inwieweit sich das Beer-in-Box-System durchsetzen wird, muss sich noch zeigen.

Für Weine ist das Bag-in-Box-System übrigens gängig. Da aufgrund der vakuumdichten Lagerung kein Sauerstoff an den Wein gelangen kann, wird Oxidation und somit der Alterungsprozess des Weines vermieden. So lässt sich Wein auch in Privathaushalten in größeren Mengen längere Zeit angebrochen lagern, ohne an Qualität zu verlieren.