10 Fragen an Nicole Just

Die Veganerin Nicole Just ist Bloggerin, Betreiberin eines Supperclubs in Berlin und Kochbuch-Autorin - gerade ist ihr Kochbuch "La Veganista" erschienen. Welche Restaurants zu ihren Lieblingen gehören und wie es mit der veganen Ernährung auf Reisen klappt, erzählt sie uns im Kurzinterview.

1. Welche drei Lebensmittel hast Du immer im Kühlschrank?

Tempeh, frisches Gemüse und Nussmus. Aus diesen Dingen kann man immer irgendetwas kochen, das satt und glücklich macht.

Nicole Just La Veganista
Süß! Nicole Just nascht vegane Mousse au chocolat

2. Welche Utensilien sind in Deiner Küche unverzichtbar?

Neben zwei sehr guten, scharfen Messern ist mein Mixer unverzichtbar. Ich habe mir vor einiger Zeit einen Standmixer in Gastronomie-Qualität gegönnt und würde nie wieder darauf verzichten.

3. Wie häufig stehst Du selbst am Herd?

Fast jeden Tag! Ich liebe es zu kochen und mag auch alle Rituale drumherum. Eine Esskultur zu pflegen halte ich für sehr wichtig. Das heißt für mich, frische Zutaten – wenn möglich aus der Region – zu verarbeiten und die fertigen Mahlzeiten gemeinsam mit der Familie, dem Partner oder Freunden an einem Tisch einzunehmen. Wir leben in Zeiten, in denen Stress zu haben obligatorisch ist und gesellschaftlich sogar honoriert wird. Es wird Zeit, sich wieder auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren und dazu gehört auf jeden Fall eine gute Esskultur.

4. Welches ist Dein Lieblingsrestaurant?

Da gibt es mehrere in unterschiedlichen Städten. In Berlin steht für mich das Lucky Leek ganz oben, in Leipzig ist es das Zest, in München das Max Pett und in Hamburg das Leaf. Ein Restaurant ist für mich immer dann besonders gut, wenn man die Liebe zum Kochen und Bewirten in jedem Detail spürt.

5. Was ist das kurioseste Gericht, das Du je gegessen hast?

Ich hatte vor kurzem im schon erwähnten Zest in Leipzig eine Vorspeise mit Knollen-Ziest. Das sind Wurzeln, die eine witzige Form haben (manche würden sagen, sie sehen aus wie Maden) und interessant schmecken. Und ehrlich gesagt hatte ich vorher noch nie etwas von Knollen-Ziest gehört. In einem Berliner Park gibt es außerdem oft Thai-Food von fliegenden Händlern zu kaufen. Da hatte ich vor Jahren mal ein Dessert, das aus bunten Tapiokoanudeln, Jackfrucht und Kokosmilch bestand. Die Konsistenz war ungewöhnlich, aber der Geschmack war grandios!

6. Womit kommst Du morgens in die Gänge?

Ich bin (leider) ein Kaffeejunkie.

7. Welches Gericht servierst Du für Gäste?

Viele unterschiedliche! Ich betreibe mit einer sehr guten Freundin seit Mai 2012 den Supperclub Mund|Art|Berlin. Wir servieren dort jeden ersten Mittwoch im Monat ein Vier-Gänge-Menü. Der Anspruch ist, so regional und saisonal wie möglich einzukaufen und dabei kreativ zu kochen. Wenn ich privat Gäste empfange backe ich auch gern mal. Mein Käsekuchen ist immer sehr beliebt und auch das meistgeklickte Rezept auf meinem Blog vegan-sein.de.

8. Was ist Dein absolutes Lieblingsgericht?

So etwas habe ich eigentlich nicht. Es gibt nur sehr wenige Dinge, die ich öfter koche. Kochen bedeutet für mich immer Bewegung nach vorn, neue Zutaten entdecken, neue Kombinationen und Gewürze testen oder einfach aus den Dingen etwas Neues zu kochen, die gerade da sind.

9. ...und was geht gar nicht?

Kümmel!

10. Wie klappt es mit der veganen Ernährung auf Reisen? Hast Du Tipps und Tricks, wenn Du in anderen Ländern unterwegs bist?

Ich habe immer einige Snacks und Kleinigkeiten für unterwegs dabei. Viele vegane Produkte benötigen keine Kühlung und zur Not gibt es ja zum Kühlen immer noch die Minibar im Hotel. Und ich recherchiere vorher, wo man vegan essen kann. Die Informationen und Adressen der Restaurants habe ich dann auf Reisen dabei. Es ist ganz interessant, eine Stadt über ihr gastronomisches Angebot zu entdecken. Man kommt garantiert immer an Orte, die nur die Einheimischen kennen. Ich habe mal auf einem Hügel in Lissabon ein indisches Restaurant besucht, das ich ohne Recherche nie gefunden hätte. Und ich wäre wahrscheinlich auch nie hineingegangen, es sah von außen sehr heruntergekommen aus. Drinnen begrüßte uns eine komplette indische Großfamilie und servierte mir und meiner Begleitung das beste indische Essen, das wir je hatten.

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