Food Design im Museum August Kestner

Bis zum 4. August 2013 ist im Museum August Kestner in Hannover die Ausstellung „food design“ zu sehen. Dabei geht es um den komplexen Prozess, in dem die Form verarbeiteter Lebensmittel entsteht. Erläutert wird die Frage: Warum sehen Lebensmittel genauso aus wie wir sie im Supermarkt vorfinden, und nicht anders? Eine Butter könnte schließlich auch rund angeboten werden statt quaderförmig.
food design Ausstellung Museum August Kestner Hannover Farbenkreis
Ein Farbenkreis aus Lebensmitteln

Wir nehmen nur sehr wenige Lebensmittel in der Form zu uns, in der sie in der Natur vorkommen. Wir kochen, braten und verarbeiten Lebensmittel und beginnen so einen Gestaltungs-Prozess. Viel stärker noch als im Privathaushalt wird das Designen von Lebensmitteln in der Lebensmittel-Industrie betrieben. Diese unternimmt enorme Anstrengungen um Essbares in „attraktive“ Formen zu bringen.

Die Designerin und Architektin Sonja Stummerer und der Food-Designer Martin Hablesreiter haben sich viele Jahre mit dem Thema beschäftigt, geforscht und recherchiert und sowohl Bücher als auch eine Ausstellung zum Thema realisiert. Noch bis Anfang August können Besucher das Ergebnis im August Kestner Museum in Hannover anschauen.

Food Design im Museum August Kestner
Das Fischstäbchen - ein klassisches Ergebnis von Food Design

Aufgeteilt ist die Ausstellung in verschiedene Bereiche: Im Sensorium werden die Grundkonstanten unserer sinnlichen Wahrnehmung behandelt. Unter anderem geht es um die Themen Farbe (Warum gibt es kaum schwarze Süßigkeiten und wieso schmecken rote Gummibärchen besser als farblose?), Haptik (Weshalb macht es Spaß mit Marmelade oder Kartoffelbrei zu spielen?), Geruch (Riechen wir ohne die „Duftquelle“ zu sehen?) und Gehör (Warum gluckert der Inhalt einer Bierflasche im ¾ -Takt?).

Ein weiterer Raum widmet sich den Themen Symbolhaftigkeit, Abstraktion und Transportierbarkeit. Zum Beispiel geht es darum aufzuzeigen, dass die Form mancher Backwaren eine lang zurückreichende und symbolträchtige Tradition hat. Dass manche Speisen in ihrer Form überhaupt nicht mehr an das Ursprungsprodukt erinnern - das Paradebeispiel: Fischstäbchen - und dass bei der Gestaltung von Lebensmitteln die Transportierbarkeit und Stapelbarkeit eine wichtige Rolle spielen.

food design Ausstellung Museum August Kestner Hannover Eckiges
Eckige Lebensmittel lassen sich leichter transportieren

Weitere Themen der Ausstellung sind das Teilen (Warum schneiden wir eine Torte in dreieckige Stücke und ein Brot in Scheiben?), Trends, Farben und Figuren. Texttafeln ermöglichen dem Besucher, sich über den komplexen und wissenschaftlich erforschten Design-Prozess zu informieren und liefern Erklärungen zu bestimmten Formen von Lebensmitteln.

Ein Rahmenprogramm mit Vorträgen und speziellen Veranstaltungen für Kinder rundet die Ausstellung ab.

Das Museum August Kestner hat Di. – So. von 11 – 18 Uhr geöffnet und Mi. von 11 – 20 Uhr.

Der Eintritt kostet 7 € (ermäßigt 5 €).

www.hannover.de