10 Fragen an Lutz Geißler

Auf seinem Plötzblog zeigt Lutz Geißler regelmäßig, wie man mit wissenschaftlichem Ansatz gutes Brot bäckt. Seine besten Rezepte sind mit einer ausführlichen, aber nie langweiligen Einführung in die Theorie des Backens nun auch in Buchform erschienen. Weitere kulinarische Vorlieben verrät er uns mit diesem Interview:

1. Welche drei Lebensmittel hast Du immer im Kühlschrank?

Sauerteig, Butter, Frischhefe (in dieser Reihenfolge).

10 Fragen an Lutz Geißler
Der Brot-Experte: Lutz Geißler

2. Welche Utensilien sind in Deiner Küche unverzichtbar?

Teigschüsseln, Teigschaber, Backstein

3. Wie häufig stehst Du selbst am Herd?

Am Herd häufiger als am Backofen. Ich backe nur alle 2-4 Wochen, dann aber 10-15 verschiedene Rezepte auf einmal. Was das Kochen angeht, bin ich sehr spontan und bediene mich der Dinge, die der Kühlschrank gerade her gibt.

4. Welches ist Dein Lieblingsrestaurant?

Die Stadtwirtschaft im sächsischen Freiberg, der Stadt meines Geologiestudiums. Gutes, zumeist böhmisches Essen, wunderbar uriges Ambiente und eine stets ausgefeilte und um Neues bereicherte Speisekarte.

5. Was ist das kurioseste Gericht, das Du je gegessen hast?

Wahrscheinlich meine allerersten Brote, deren Zutaten ich völlig ohne Wissen zusammengeknetet und gebacken habe. Würde ich heute nicht mehr als genießbar einstufen…

6. Womit kommst Du morgens in die Gänge?

2 Uhr mit dem Wecker. Mehr brauche ich nicht.

7. Welches Gericht servierst Du für Gäste?

Meist selbstgebackenes Brot, mal gefüllt mit Camembert, mal mit Schinken, mal aber auch nur als Beilage zu Suppen (wenn ich schon im „Suppenland“ Neudorf wohne…).

8. Was ist dein absolutes Lieblingsgericht?

Gibt es weder bei Brot noch bei anderen Speisen. Ich habe einige Dinge, die ich gern esse, aber ich bin wohl zu neugierig auf Neues, um mich auf einen Liebling festzulegen (außer auf meine Frau).

9. ...und was geht gar nicht?

Alles was aus Tüten rieselt oder fällt. Außerdem alles mit Zutatenlisten, deren natürliche Bestandteile weniger Platz einnehmen als der Rest.

10. Es gibt immer weniger traditionelle Bäckereien – wie lässt sich der Trend stoppen?

Indem sich jeder von uns überlegt, ob er vielleicht doch lieber ein paar Cent mehr für das Brot ausgeben würde und dafür etwas in den Händen hält, das den Namen „Brot“ noch verdient. Man muss zwar auch sehr genau bei den kleineren Bäckereien hinschauen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein Brot mit wenig Zeit und vielen Zusatzstoffen gebacken wird, ist bei Großbäckereien, Filialisten und in Supermärkten größer als bei einem kleinen Bäckerbetrieb, der ein überschaubares Sortiment hat. Ein wirklich guter Bäcker ist sein Geld mehr als wert. Es ist ein Knochenjob, der völlig unterbezahlt ist. Deshalb mein Plädoyer: Geht zum heimischen Bäcker, solange es ihn gibt.

10 Fragen an Lutz Geißler
Das Brotbackbuch - Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot

Lutz Geißlers Brotbackbuch ist vor kurzem im Ulmer-Verlag erschienen. Regelmäßig neue Rezepte gibt es auch weiterhin im Plötzblog. Eine Rezension des Brotbackbuchs finden Sie hier.