Das Essen der Zukunft

Wie werden wir zukünftig kochen und essen? Wir berichten über Food-Trends, die zukünftig eine Rolle spielen könnten - von digitalen Einkaufsberatern, falschem Fleisch und Lebensmittel-Druckern.

Haben Sie auch schon mal davon geträumt, einfach auf einen Knopf zu drücken und das gewünschte Essen stünde sofort vor Ihnen? Zugegeben, ganz so weit ist die Forschung noch nicht. Dafür gibt es andere spannende Zukunftsprojekte, die wir hier vorstellen: zwischen lebensmitteltechnischer Revolution und Spielerei ist alles dabei.

Das Essen der Zukunft
Eine Zukunftsvision: Essen per Touch Screen

Elektronische Einkaufsassistenten

Unzählige Apps können uns bereits heute bei der Runde durch den Supermarkt unterstützen: digitale Ernährungsberater von Lebensmittelkonzernen, NGOs und Verbraucherschutzverbänden geben passende Tipps, angepasst an die jeweiligen Einkaufsvorlieben. Per Scanfunktion erfährt der Käufer Produktinfos wie Herkunft oder Inhaltsstoffe, findet Preisvergleiche und Testberichte. Selbst den Reifegrad von Obst kann, wer möchte, bereits per App testen. Zukünftig könnten elektronische Geräte vielleicht direkt unsere Körperwerte messen und uns genauer sagen, was uns fehlt und was wir kaufen sollten.

Essen aus dem 3D-Drucker

Die NASA möchte ab diesem Jahren ihre Astronauten durch einen Pizza-Drucker mit Essen versorgen - abseits von typischer Weltraumkost. Der Prototyp wurde bereits 2013 vorgestellt. Auch andere Unternehmen arbeiten intensiv an der Entwicklung sogenannter 3D-Drucker für Lebensmittel.

Der Nudelhersteller Barilla möchte einen Drucker auf den Markt bringen, der in 2 Minuten etwa 15-20 Nudeln drucken soll – im gewünschten Design. Die Handhabung funktioniert folgendermaßen: Der Nutzer füllt die vorhandenen Kartuschen mit den entsprechenden Zutaten – den Rest erledigt der Drucker.

Das Essen der Zukunft
Pasta: Bald nach Wunschform und -farbe frisch aus dem Drucker?

Essen zum Inhalieren

Es sieht aus wie ein großes Goldfischglas und enthält Essen in inhalierbarer Form - genauer die Flüssig-Essenz des gewünschten Geschmacks. Entwickelt hat das Gerät der Harvard-Professor David Edwards. Er ist überzeugt von seiner Idee und betont vor allem einen Vorteil: Hier könne man ohne Kalorien genießen. Was leider fehlt, ist das Gefühl, nach dem Genuss auch satt zu sein. Auch auf dem Getränkemarkt existiert der Trend, ein Beispiel ist der Coffee Inhaler: Er ist so groß wie ein Lippenstift, bläst pro Benutzung etwa 100 Miligramm Koffein in den Körper und verspricht so den schnellen "Energiekick".

Fleisch aus dem Labor

Im August 2013 stellten Forscher in London die erste künstliche Bulette der Welt vor, zusammengesetzt aus 20.000 milimeterkleinen Rindfleischstreifen. Die Testesser berichteten, das Labor-Fleisch käme geschmacklich bereits sehr nah an echtes Fleisch heran. Bevor das "falsche Fleisch" wirklich marktreif ist, werden wohl noch 10 bis 20 Jahre vergehen, realistisch ist es aber durchaus. Gute Gründe für die Fleisch-Alternative gibt es angesichts wachsender Weltbevölkerung und knapper werdenden Ressourcen allemal.

Das Essen der Zukunft
Zukünftig könnte Fleisch essen ohne Tierhaltung möglich sein

Weitere Zukunftsideen

Hologramm-Kochkurse

Ihr Lieblings-Kochprofi könnte vielleicht schon bald in Ihrer Küche stehen. Wie das möglich ist? Ein amerikanisches Unternehmen möchte demnächst per Laser-Hologramm Köche direkt in private Küchen transportieren. Das virtuelle Ego des jeweiligen Kochs steht Ihnen dann beim Zubereiten zur Seite. Richten soll sich das Angebot vor allem an die immer größer werdende Zahl an Single-Haushalten - gemeinsam kochen macht schließlich mehr Spaß.

Funktionelle Lebensmittel

Essen, das uns schön macht, gesund und leistungsfähig. Oder am besten gleich alles auf einmal. Das könnten zukünftig Lebensmittel leisten, die mit speziellen Zusatzstoffen versetzt sind. Zum Teil existieren solche Produkte bereits - zum Beispiel probiotische Joghurts. Ihre Wirksamkeit ist allerdings oft umstritten.