Wasserneutraler Kaffee von HYDROPHIL

Die Produktion von Kaffee für eine Tasse unseres Lieblingsgetränks verbraucht im Schnitt 140 Liter Wasser. Ein guter Grund, bei seiner Herstellung die Nachhaltigkeit des Trinkwasserverbrauchs mehr zu beachten. Das Startup HYDROPHIL vertreibt wasserneutralen Kaffee. Was das bedeutet und wo es ihn zu kaufen gibt erfahren Sie hier.

Wasserneutraler Kaffee - was ist das?

Im Zusammenhang mit Kaffee kommt immer öfter das Stichwort "virtuelles Wasser" ins Spiel. So bezeichnet man die Menge an Wasser, die für die Herstellung eines Produktes benötigt wird. Es handelt sich also um verstecken Wasserbrauch, den wir für jedes benutzte oder verzehrte Produkt zu unserem täglichen Wasserverbrauch dazuzählen sollten. Im Fall von Kaffee verbraucht beispielsweise die Bewässerung der Kaffeesträucher und die Behandlung und Säuberung der Kaffeekirschen wertvolles Trinkwasser. Pro Tasse Kaffee kommen im Schnitt 140 Liter virtuelles Wasser zusammen. Im Vergleich dazu werden für die Produktion von Tee pro Tasse lediglich 30 Liter Wasser verbraucht.

Den Gründern des Startups HYDROPHIL ist der nachhaltige Umgang mit Trinkwasser - einer der knappsten Ressourcen unseres Planeten - eine Herzensangelegenheit. Deswegen haben sich Christoph Laudon, Wanja Weskott und Sebastian Bensmann der Entwicklung und Vermarktung fairer und veganer Produkte verschrieben, deren Herstellungsprozess auch Wasser nachhaltig behandelt. Ihr neuestes Produkt: wasserneutraler Kaffee.

Aber was heißt das eigentlich?

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Auch die Verpackung ist fair: Mit Maisstärke beschichtetes, recycletes Papier schützt das Aroma der Kaffeebohnen

Nachhaltig produzierter Kaffee ist mit 8% Marktanteil zwar immer noch ein Nischenprodukt, der Deutsche Kaffeeverband e.V. sieht jedoch ein hohes Wachstumspotential.

HYDROPHIL nimmt einen Kaffee nur dann ins Sortiment auf, wenn bei dessen Anbau und der Aufarbeitung der Kaffeekirschen kein Wasser aus begrenzten Ressourcen verwendet wurde. Der Wasserverbrauch und die Verschmutzung durch die Kaffeeproduktion sollen so gering wie möglich gehalten werden. Ein Kaffee aus Panama erfüllt diese Kriterien.

Herkunft und Bewässerung des HYDROPHIL Kaffees

Genauer gesagt kommt der Kaffee aus der Region Boquete, bekannt für herausragenden Hochlandkaffee. Die Kaffeeplantage "Los Lajones Estate" befindet sich am Vulkan Baru auf einer Höhe von 1750-2100 Metern über dem Meeresspiegel und umfasst 160 Hektar Land, von denen etwa 50 für den Kaffeeanbau genutzt werden. Der Rest ist Hochland Nebelwald und bietet eine hohe Biodiversität. Die vulkanische Erde des Anbaugebietes wirkt sich positiv auf den Geschmack des Kaffees aus.

Die besonderen Eigenschaften der geographischen Lage begünstigen ein ganz spezielles Mikroklima. Die Regenzeit beginnt im Mai und endet im Dezember. Während der Trockenzeit von Januar bis April hingegen ergibt sich in der Region ein besonderes Phänomen: Jeden Nachmittag treffen Windströme aus dem Pazifischen Ozean auf Nebelregen (Bajareque) der karibischen See. Dieser Nebelregen sorgt dafür, dass die Kaffeepflanzen auch während der eigentlichen Trockenphase mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt sind. Dank der Natur ist hier eine zusätzliche Bewässerung mit Trinkwasser nicht notwendig.

HYDROPHIL-Kaffee - Aufbereitung

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Kaffeekirschen bei der Trocknung auf der Farm "Los Lajones Estate"

Die Aufbereitung der Kaffeekirschen wird mit dem "natural process"-Verfahren durchgeführt. Die Kirschen werden nach der Ernte getrocknet. Die Fermentation findet im Fruchtfleisch statt, das entfernt wird, wenn die Kirschen komplett trocken sind.

Somit wird weder für den Anbau noch für die Aufbereitung des Kaffees zusätzliches Wasser verwendet.

Seit 1992 betreibt die Familie Cruz die Plantage, auf der unter anderem Yellow Cutuai, Caturra und Geisha kultiviert werden. 2004 wurde die Farm Bio-Zertifiziert. Erneuert wurde die Zertifizierung zwar nicht, aber die Produktion unter organischen Aspekten und mit fairen Arbeitsbedingungen wird weitergeführt: Die Arbeiter erhalten einen überdurchschnittlichen Lohn sowie Prämien für besonders gute Arbeit und eine damit eingehende Kaffeequalität.

In Hamburg geröstet

Die Kaffeebohnen der Plantage "Los Lajones Estate" werden schließlich in einer kleinen Manufaktur in Hamburg von Michael Mrozek geröstet, der auch für "Back Delight Kaffee" als Röster arbeitet. Vollmundig im Geschmack mit leichter Säure ist der Kaffee von HYDROPHIL ein wahrer Genuss.

Neben der Kaffeeproduktion ist auch die Verpackung nachhaltig: Hier wird auf Plastik und Aluminium verzichtet. Stattdessen sind die Kaffeetüten aus recycletem Papier hergestellt. Um das Aroma zu schützen, sind die Tüten mit Maisstärke beschichtet.

Die Kaffeebohnen werden in den Varianten "light roasted" und "dark roasted" angeboten. Eine 250 Gramm Packung "Premio Kaffee" kostet 8,90 Euro und kann im HYDROPHIL Online-Shop bestellt werden. 10% aller Gewinne gehen an den Verein Viva con Agua, der sich für den weltweiten Zugang zu sauberem Trinkwasser einsetzt.

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Volles Aroma: Kaffeebohnen von HYDROPHIL, geröstet in Hamburg