Markt des guten Geschmacks

Vom 14. bis 17. April 2011 lud Slow Food zum fünften Mal zum Markt des guten Geschmacks in Stuttgart ein. Slow Food hat seine Wurzeln in Italien und ist eine gemeinnützige Bewegung, die weltweit tätig ist. Slow Food setzt sich für die Wahl von guten, fairen und sauberen Lebensmitteln ein. Die Messe bietet den Besuchern die Möglichkeit, in Kontakt mit Erzeugern zu treten und besondere, regionale und hochwertige Köstlichkeiten zu probieren.

Treffpunkt: „Lange Tafel“

Die „Lange Tafel“ zog sich auch dieses Jahr wieder durch die ganze Messehalle. Hier wurde gegessen, getrunken und geplaudert - ideal für eine Pause mit feinen Leckerbissen und köstlichen Getränken von der Messe.

Schüler pressen Äpfel

Am Freitag, den 15. April, gab es auf der Slow Food Messe einen Kindertag mit einem Rahmenprogramm speziell für Kinder und Jugendliche. Hier zeigt Rainer Sonntag-Grimm von der Apfelsaft-Initiative Landkreis Böblingen den Schülerinnen der 7. Klasse der Gottlieb-Daimler-Realschule aus Schorndorf, wie man Apfelsaft presst. Heraus kommt dunkelbrauner Süßmost, der herb-süßlich ist. Für die Saftherstellung wird der Süßmost anschließend gefiltert und erhitzt.

Quittenwein

Leonie Wright und Marius Wittur aus Untereisenheim klären an ihrem Stand gleich auf: "Das hier ist reiner Quittenwein, kein Ansatzwein!" Für beide beginnt das Weinmachen schon beim Schneiden der Bäume. "Schneidet man den Quittenbaum zum Beispiel so, dass das Licht vielseitig rein kommt, erhöht sich der Fruchtzucker der Quitten", erklärt Marius Wittur. Heraus kommen hochwertige Quittenweine und Quittensekt, die mit Leidenschaft gemacht wurden. Mehr Informationen auf www.quittenmost.de und www.mustea.de.

Steirer Kren

"Nichts für Heulsusen!" steht passend auf dem T-Shirt von Theodora Gebhardt, denn Steirer Kren hat es in sich! Zusammen mit Ihrem Ehemann Herrmann präsentiert sie auf der Slow Food den scharfen, frischen, geriebenen Meerrettich aus der Steiermark. Begeistert erzählt Herrmann Gebhardt von der neuesten Entdeckung: "Steirer Kren auf einem Cracker und darauf etwas flüssigen Honig."

Avocado Speiseöl

Mmh, ist das aromatisch-würzig! Das gelblich-grüne Öl wird aus dem reinen Fruchtfleisch der Hass-Avocado hergestellt. Diese Sorte aus Kenia von Green Sun ist aus biologischem Anbau, fair gehandelt und kalt gepresst. In einer 250 ml Flasche steckt das Öl aus 20 Avocados.

Wurst vom Eichelschwein

"Das Fleisch vom Eichelschwein ist kerniger und intensiver im Geschmack. Der Speck ist zartschmelzend", schwärmt Stefanie Reinhardt. Die Eichelschweine werden in der Nähe von Würzburg gehalten. Im Herbst kommen sie in den Wald und essen dort auch Eicheln. Mehr Infos auf www.eichelschwein.de.

Überzug für Amaretto Pralinen

Hier kann man Boris Dweorakowski bei der Arbeit zuschauen. Am Stand der Pralinenwerstatt aus Kassel überzieht er Amaretto-Pralinen mit Kuvertüre. Probieren durfte man auch: ein zart schmelzender Genuss.

Daumen hoch: facebook-Praline

Am Stand der Pralinenwerkstatt fiel außerdem die facebook-Praline ins Auge. Auf dem hellen Überzug prangt der facebook-Daumen - "Schmeckt mir". Die Pralinenwerkstatt hat eine facebook-Seite, wo regelmäßig über die Pralinenproduktion informiert wird.

Fränkischer Grünkern

Für die Ernte von Grünkern braucht man Fingerspitzengefühl. Dietmar Hofmann (53) aus Schwabhausen baut fränkischen Grünkern in Demeter-Qualität an und erklärt: "Grünkern ist Dinkel, der unreif im Spelz geerntet und anschließend beim Darren über Buchholzfeuer getrocknet wird, um ihn haltbar zu machen." Typisch für Grünkern ist sein würziges Aroma. Die Urspungsbezeichnung des Grünkerns ist Bauländer Spelz, denn er stammt aus der fränkischen Region Bauland.

Marmeladen-Vielfalt

Angela von der Goltz zeigt uns ihren aktuellen Lieblings-Fruchtaufstrich: Rhabarber mit Orange und Walnuss. Und auch wir sind begeistert von dieser Kombination, die so schön cremig und leicht nussig schmeckt. Die 48-Jährige war früher als Kulturwissenschaftlerin tätig und hat vor vier Jahren die Marmeladenmanufaktur in Münster gegründet. In Handarbeit entstehen hier Produkte aus besten Zutaten und mit hohem Fruchtanteil.

Marzipan aus Stralsund

Jacqueline Leesch von der Stralsunder Marzipanmanufaktur hält einen Marzipantaler mit dem Stralsunder Wappen in der Hand. "Unsere Meisterkonditorin Nicole Raddatz stellt alle Marzipanprodukte in Handarbeit her. Neben den Marzipantalern gehören die Espresso-Marzipan-Happen zu den neuesten Produkten", erzählt die 27-Jährige. Mehr Infos auf www.stralsunder-marzipan.de.

Lieblingsgewürz: Berbere

Karl Hessing von Karls feine Kost zeigt uns seine liebste Gewürzmischung: "Berbere ist eine äthiopische Gewürzmischung und ist pfeffrig-scharf. Wunderbar für Schmorgeriche und Eintöpfe." Der 40-jährige Kölner produziert selbst hergestellte Gewürzmischungen und Delikatessen und verzichtet dabei auf Konservierungsstoffe, künstliche Aromen, Geschmacksverstärker und Rieselhilfen.

Sommer in der Flasche: Mohnöl

Unsere erste Reaktion, nach einem Stück Brot mit Mohnöl: "Das schmeckt ja wie Sommer!" Das köstliche Mohnaroma würde wunderbar zu Tomate-Mozzarella oder zu einem Möhrensalat passen. Hergestellt wird das Speiseöl in der Erlenbacher Ölmühle - kalt gepresst und mit Lizenz der Bundesopiumstelle in Bonn zum Blaumohnanbau, denn Anfang der 60er Jahre wurde der Mohn-Anbau in Deutschland wegen des Gehaltes an Opium während der Reifephase verboten.

Limonade zum Verlieben

"Gschbusi" und ein Herz prangen auf dem Etikett der Riesperle Limonaden und Schorlen. "Einmal getrunken, wird die Limonade zur neuen Liebschaft", erklärt uns Sandra Stiller am Stand von Karl Mölle Getränke aus Nördlingen. Und wir müssen zugeben: Die Sorte Schlehe Hagebutte hat es uns auch angetan. Sie ist so fruchtig herb, dass man einen Fruchtgehalt von 50 % erwartet. Statt dessen sind neben energetisiertem Wasser nur 8% Schlehensaft, Traubensüße, 4 % Hagebuttenmark und

1 % Zitronensaft in Bio-Qualität enthalten.

Schwäbische Austern

Bei Monika Samland gab es Weinbergschnecken, auch Schwäbische Auster genannt. Im Jahr 2003 hat sie mit der Weinbergschneckenzucht angefangen. Die Schnecken wachsen in Freilandanlagen zwischen Kräutern, Salat und Gemüsepflanzen auf. Auf der Slow Food konnte man Weinbergschnecken in Bärlauchbutter probieren.