"Biodynamisch gezüchtete Gemüsesorten entwickeln sich positiv"

Renée Herrnkind, Pressesprecherin von Demeter: "Demeter freut sich besonders – und ist auch ein Stück weit stolz darauf – über die positive Entwicklung der biodynamisch gezüchteten Gemüsesorten. Inzwischen haben der Naturkostfachhandel und viele qualitätsorientierte Verbraucherinnen und Verbraucher die Bedeutung dieser eigenständigen Züchtung im Einklang mit der Natur erkannt – gerade auch als Alternative zu Agrochemie und Grüner Gentechnik. Wer Vielfalt auf dem Teller möchte, kann sich nicht auf Saatgut aus dem Labor der Industrie verlassen. Deshalb züchten Demeter-Gärtnerinnen und –Gärtner seit über 25 Jahren schon an Gemüsesorten, die vital sind, standortangepasst reifen, beste Inhaltsstoffe und charakteristisches Aroma sowie gute Bekömmlichkeit miteinander verbinden. Wer die biodynamisch gezüchteten Möhren Rodelika oder Milan, die Pastinakensorte Aromata oder den Spinat Verdil gekostet hat, mag Hybridsorten gar nicht mehr.

Zum einen gehen wir 2012 davon aus, dass auch in verarbeiteten Produkten immer mehr biodynamisch gezüchtete Sorten verwendet werden – wie jetzt zum Beispiel schon in manchen Gemüsesäften der Demeter-Partner oder auch von Bäckern dank biodynamischer Getreidesorten. Zum anderen wünschen wir uns mehr Unterstützung aus der Politik für diese wichtige Züchtungsarbeit, die teuer und langwierig ist. Das Geld der Bürger darf nicht länger bevorzugt in die Agrarindustrie fließen."

www.demeter.de

"Wir wollen die Deutsche Brotkultur als immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO schützen lassen"

Amin Werner, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks e.V.: "Wir freuen uns, dass Deutsches Brot auf der Erfolgsspur bleibt. Bislang sind 2498 Brotspezialitäten im Deutschen Brotregister erfasst. Eine genaue Auswertung ist in Bearbeitung. Wir sind uns allerdings sicher, dass die lange geläufige Zahl von 300 Brotsorten bei weitem in den Schatten gestellt wird.

Unsere neu entwickelte Brottest-Seite www.brot-test.de ist schon jetzt mit rund 38.500 positiv bewerteten Backwaren die größte Verbraucherinformationsseite rund um die Qualität von Brot, Brötchen und Stollen im Internet.

Um unser Brot als UNESCO-Kulturerbe schützen zu können, hoffen wir, dass Deutschland 2012 dem Abkommen zum Schutz immaterieller Kulturgüter beitritt und wir schon bald unseren Antrag bei der UNESCO stellen können. "

www.baeckerhandwerk.de

"In der Gastronomie sind frische, regionale und saisonale Produkte gefragt"

Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V.): "Der Aufschwung ist endlich auch in der Gastronomie angekommen. Mit einem Zuwachs von vier Prozent verbuchten die Restaurants die höchsten prozentualen Umsatzzuwächse in einem Halbjahr seit der Wiedervereinigung. Setzt sich der Trend fort, so wird das Gastgewerbe das Jahr 2011 mit dem besten Ergebnis seit über zehn Jahren abschließen.

Toll finde ich, dass Werte wie Tradition, Bodenständigkeit und Ehrlichkeit wieder Konjunktur haben. Das spiegelt sich auch in den Angeboten der Gastronomie wider. Gefragt sind frische, regionale und saisonale Produkte sowie echte und herzliche Gastfreundschaft. Gaststätten sind wieder Orte der Kommunikation, sind Treffpunkte und Wohlfühloasen. Auch und gerade in Zeiten von Facebook, Twitter & Co. zählt face to face mehr denn je.

Für 2012 bin ich für unsere Branche vorsichtig optimistisch. Niemand kann heute die Auswirkungen der Finanz- und Staaten-Krisen abschließend beurteilen. Die anhaltende Mehrwertsteuerdebatte, Bettensteuern, Mindestlöhne, das Farbbarometer oder sonstige neue geplante Reglementierungen sorgen für große Verunsicherung bei den Gastronomen und Hoteliers. Ich wünsche mir von der Politik Verlässlichkeit und Planungssicherheit für unsere Betriebe und insbesondere Wertschätzung für die vielen kleinen und mittelständischen Hoteliers und Gastronomen."

www.dehoga-bundesverband.de

"Unsere Mitgliederzahlen sind um über 40 Prozent gestiegen"

Sebastian Zösch, Geschäftsführer VEBU - Vegetarierbund Deutschland: "Ironischer Weise war der Dioxin-Skandal mit das Beste im Jahr 2011, was uns beim Vegetarierbund passiert ist. Nicht zuletzt deshalb sind unsere Mitgliederzahlen in diesem Jahr um über 40 Prozent gestiegen. Viele Menschen unterstützen uns dabei gegen Missstände im Ernährungsbereich vorzugehen. Überraschend ist, dass diese sehr positive Entwicklung auch weiterhin anhält und sich immer mehr Menschen für eine vegetarische oder gar vegane Lebensweise entscheiden.

2012 erwarten wir, dass sich der Trend hin zu einer pflanzlicheren Ernährungsweise weiter beschleunigt. Ob Lebensmittelskandale, Klimawandel, Massentierhaltung oder Welthunger - viele Gründe sprechen dafür den Konsum von Fleisch weiter zu reduzieren. Wir wünschen uns, dass möglichst viele Menschen unvoreingenommen gerade auch neue vegetarische und vegane Produkte und Rezepte ausprobieren. Schließlich ist der Genuss beim Essen mit das Wichtigste."

vebu.de

"Immer mehr Konsumenten achten auf nachhaltigen, fair gehandelten Kaffee"

Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes: "Besonders gefreut hat uns 2011 die Entwicklung von Kaffees aus nachhaltigem Anbau: Immer mehr Konsumenten achten beim Einkauf darauf, dass der Kaffee nachhaltig produziert, transportiert und verarbeitet und/oder fair gehandelt wurde. Der Gesamtanteil von Kaffees aus nachhaltigem Anbau beträgt zwar "nur" knapp 3 Prozent, dennoch dürfte dieser Artikel bald deutlich steigen, da viele Kaffeeröster feste Zusagen getätigt haben, in naher Zukunft deutlich verstärkt nachhaltige Kaffees zu verkaufen. Zugleich ist festzustellen, dass immer mehr Gastronomen nachhaltig hergestellte Kaffees ausschenken. Wir stehen diesbezüglich vor einer Veränderung des Marktes."

www.kaffeeverband.de

"Wir treten für eine Erhaltung unserer traditionellen weinbaulichen Kulturlandschaften ein"

Dr. Rudolf Nickenig, Generalsekretär Deutscher Weinbauverband: "Nach einem Wechselbad der Gefühle nach Spätfrösten in einigen Weinbaugebieten, durchwachsenem Sommerwetter, schlimmen Hagelschäden in mehreren Weingegenden noch tolles Herbstwetter erleben zu dürfen, der uns auf wunderbare Weine des Jahrgangs 2011 hoffen lässt. Das zählte zu den aufregenden und am Ende freudigen Erlebnissen in unsere Branche.

Weinbaupolitisch erwarten wir in 2012 schwierige Verhandlungen in Brüssel zur Reform der EU-Agrarpolitik. Dabei treten wir für eine Förderung des nachhaltigen Qualitätsweinbaus und insbesondere für eine Erhaltung unserer traditionellen weinbaulichen Kulturlandschaften ein, die auch wichtig für Tourismus, Gastronomie und für den gesamten Arbeitsmarkt dieser Gebiete sind. Und natürlich hoffen wir auf gute Witterungsbedingungen, die ruhig weniger spannend als 2011 sein dürfen, aber am Ende wieder einen Weinjahrgang bringen, der den Winzern und den Weinliebhabern Freude bereitet."

"Die Kunden setzen beim Lebensmitteleinkauf immer mehr auf Qualität"

Franz-Martin Rausch, Hauptgeschäftsführer des BVL (Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e. V.): "Gefreut hat uns, dass sich das Comeback des Supermarktes auch 2011 fortsetzt. Überrascht hat es uns allerdings nicht, lässt sich doch beobachten, dass die Qualitätsorientierung der Kunden beim Lebensmitteleinkauf weiter steigt. Die Deutschen gehören in Europa zwar immer noch zu den preisbewusstesten Verbrauchern, sie legen beim Einkauf aber immer größeren Wert auf Geschmack, Frische, Vielfalt und Service.

Wir hoffen, dass der deutsche Lebensmittelhandel 2012 nicht wieder von Krisen, wie wir sie in diesem Jahr erleben mussten, in Mitleidenschaft gezogen wird. Wir wünschen uns, dass die Politik die Leistungen der Lebensmittelhändler stärker honoriert, dass die Verbraucher auch im nächsten Jahr ihrer Qualitätsorientierung treu bleiben und ihre Wertschätzung für Lebensmittel dadurch zeigen, dass sie mehr Geld für bessere Produkte ausgeben. Da wir allerdings vor großen volkswirtschaftlichen Herausforderungen stehen, wird 2012 sicherlich kein leichtes Jahr."

www.lebensmittelhandel-bvl.de