Obstbrand

Obstbrand oder Obstler ist eine klares Getränk mit einem leicht fruchtigen Geschmack. Die bekanntesten Sorten Obstbrand bestehen aus Äpfeln, Birnen, Kirschen oder Pflaumen, die für die Herstellung vergoren werden. Danach erfolgt das Brennen durch Destillation.
Obstbrand
Für die Herstellung von Obstbrand eignen sich verschiedene Früchte

Obstbrand oder Obstler kann mit Ausnahme von Weintrauben, aus verschiedenen Früchten hergestellt werden, häufig dienen Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen als Grundlage. Es gibt auch Mischungen aus verschiedenen Fruchtsorten. Diese müssen dann auf dem Etikett in absteigender Reihenfolge nach Menge angegeben werden.

Das verwendete Obst stammt häufig von Streuobstwiesen, die bäuerliche Betriebe oder Nebenerwerbsbrenner betreiben. Besonders in Süddeutschland gibt es viele solcher Betreibe, deshalb wird in diesen Regionen auch verstärkt Obstbrand getrunken. Das Obst der Streuobstwiesen eignet sich nicht für den direkten Verzehr oder Verkauf, bildet aber eine gute Grundzutat für die Herstellung von Most, Obstbrand oder Marmelade.

Obstbrand trinken

Schnaps Obstler Obstbrand Slowowitz Slivovic
Osteuropäischer Obstbrand aus Pflaumen: Sliwowitz

Der fertige Obstbrand ist eine klare, farblose Flüssigkeit mit einem fruchten, meist milden Geschmack. In der Regel wird Obstler bei Zimmertemperatur getrunken, da bei einem edlen Obstbrand dann die Aromen am besten zur Geltung kommen. Aber auch gekühlt ist er beliebt. Meist wird er pur serviert und nicht mit anderen Zutaten gemischt. Vielleicht wollen Sie ja auch einmal ein Rezept für Obstbrand im Tee probieren.

Herstellung von Obstbrand

Obstbrand
Das meiste Obst für die Herstellung von Obstbrand kommt von Streuobstwiesen

Am besten eignet sich für die Herstellung von Obstbrand vollreifes Obst, da hier der Zuckergehalt und die Aromastoffe besonders gut ausgeprägt sind. Zunächst werden alle Verunreinigungen entfernt und dann aus dem Obst eine Maische hergestellt. Meist sorgt Hefezusatz für eine gleichmäßige Gärung.

Manche Früchte, zum Beispiel Holunderbeeren, besitzen einen geringen Zucker- aber hohem Aromagehalt. Da der Zuckergehalt nicht ausreicht, um den gewünschten Alkoholwert zu entwickeln, werden sie direkt in geschmacksneutralem Alkohol eingelegt. So lösen sich die Geruchs- und Aromastoffe. Außerdem werden zu Obstwein vergorene Säfte für die Herstellung von Obstbrand verwendet.

Wenn die Maische einen Alkoholgehalt von 8 bis 10% Vol. erreicht, kann der Brennvorgang beginnen. Dafür finden in der Regel mehrere Destillationsvorgänge statt, bei denen die Maische oder der Frucht-Alkoholansatz erhitzt wird, sodass ein Dampf aufsteigt. Dieser Dampf wird aufgefangen und abgekühlt, sodass er sich wieder verflüssigt. Da Alkohol und die Aromastoffe schneller verdunsten als Wasser, findet eine Konzentration dieser Inhaltsstoffe statt.

Durch Zugabe von destilliertem Wasser wird der Obstbrand auf einen niedrigeren Alkoholgehalt von mindestens 37% Vol. gebracht. Oft wird der Obstbrand nach dem Brennen in Eichenfässern, Tongefäßen oder Korbflaschen gelagert. Dieser Reifeprozess kann bei edlen Obstbränden mehrere Jahre betragen.