Selleries Brezeln/Laugengebäck - Original Bäckervariante mit richtiger Natronlauge Rating_crown0

Von sellerie
Raffiniert
Selleries Brezeln/Laugengebäck - Original Bäckervariante mit richtiger Natronlauge
Foto: sellerie
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Zubereitung

1. Teig zubereiten:
Mehl in eine Schüssel geben, Hefe in eine Mulde bröseln, Zucker draufstreuen und mit etwas handwarmem Wasser zu einem Vorteig verrühren. 15 Minuten gehen lassen, bis die Hefe merklich arbeitet und sich in der Menge verdoppelt hat.
Dann das Salz seitlich einrieseln lassen (soll nicht mit der Hefe direkt in Kontakt kommen, die mag das nicht), restliches Wasser nach Bedarf zugeben (ggf. etwas weniger, ist vom Mehl abhängig) und zu einem festen Teig kneten. Der Teig sollte nicht kleben und formstabil sein. Teig in einer Schüssel abgedeckt 1h an einem zugfreien warmen Ort gehen lassen, bis sich sein Volumen nahezu verdoppelt hat.

2. Brezeln formen:
Aus dem Teig ca. 30 cm lange Stränge formen, die an den Enden merklich dünner werden und in der Mitte etwas bauchiger sind. Die Enden in den Händen halten und über Kreuz zur Brezel schlingen. Mit ein wenig Wasser gut andrücken.
Brezeln 10 Minuten abgedeckt gehen lassen, dann am besten für ca. 20 Minuten im Tiefkühlfach anfrieren, das erleichtert das Laugen, weil sie formstabil werden. Mit etwas Übung geht es auch ohne anfrieren.

3. Die richtige Lauge - VORSICHT - Chemikalie!:
Zum Laugen für richtige Brezeln wird kein Kaiser- oder Haushaltsnatron, sondern richtige Natronlauge 4-6 %ig verwendet. Kaisernatron gibt eine ähnliche Farbe, aber nicht den Geschmack!
Chemisch ist Natronlauge: NaOH.
Das bekommt man entweder fertig als Lösung beim Apotheker, Bäcker oder im Fachversand oder man kauft in der Apotheke NaOH-Plätzchen. 4 %ig heißt 4 g Plätzchen auf 100 ml Wasser. Die richtige Natronlauge muss kalt angewendet werden! Die Plätzchen und fertige Lauge (kann man öfters verwenden, dunkel aufbewahren, Gläser dafür gibts in der Apotheke) bitte unbedingt absolut Kinder- und Verwechslungssicher aufbewahren! Die Plätzchen und die Lauge sollten nicht mit Haut, Augen oder Holzarbeitsgeräten/Arbeitsplatten in Kontakt kommen. Verwendetes Geschirr gut abspülen. Verwendete Lauge mit viel Wasser in den Ausguss oder die Toilette kippen. (Lt. Apothekerin des Vertrauens)

4. Anmischen und Laugen - VORSICHT - Chemikalie!:
Handschuhe anziehen. Wasser in einem Suppenteller oder einer Schüssel bereitstellen. Abgewogene Menge Plätzchen ins Wasser geben, nie umgekehrt. Brezel oder anderes Gebäck auf einer Schaumkelle kurz in die Lauge tauchen, bis es vollständig bedeckt ist. Herausheben, abtropfen lassen und auf ein Backblech mit Backpapier oder besser eine Silikonmatte legen.
Brezeln einschneiden und mit grobem Salz bestreuen. Nicht zu lange stehen lassen sondern bald abbacken.

5. Backen:
Im vorgeheizten Backofen bei Ober- und Unterhitze auf mittlerer Schiene bei ca. 220 Grad ca. 20 Minuten backen. Auf einem Rost auskühlen lassen.

6. Aufbewahrung/ Tricks bei der Vorbereitung:
Laugengebäck aufzubewahren ist keine gute Idee, es will möglichst frisch gegessen werden. Sonst zieht es Wasser, wird lätschig, das Salz bröselt unschön herunter. Fertiges Laugengebäck eignet sich nicht zum Einfrieren.
Man kann jedoch die Brezelrohlinge VOR dem Laugen komplett einfrieren. Zur Weiterverarbeitung taut man die Rohlinge 20-30 Minuten an (sonst bekommt die Lauge hässliche Risse), laugt das Gebäck ab und bäckt es wie beschrieben. Mit diesem Trick kann man binnen 45 Minuten frisches Laugengebäck herstellen.

7. Formvariationen:
Natürlich sind der Fantasie keine Grenze gesetzt: Laugensemmeln, Laugenzöpfe, Laugenstangen, Laugenknoten, Laugenmäuschen können ebenso geformt und gelaugt werden. Mit etwas geriebenem Gouda obendrauf entstehen leckere Käse-Laugen-Teilchen.
Das Formen der Brezeln bedarf etwas mehr Übung und sie sind ob der Form unpraktischer zu laugen, eine gute Einsteigerübung sind Laugensemmeln.



Kommentar Rezeptautor

Bitte mit der Lauge vorsichtig umgehen und sie KINDERSICHER aufbewahren.
Dieses Rezept ist ob der Lauge tricky, der Aufwand lohnt sich jedoch in jedem
Fall. Selbst ein laugengebäck-verwöhnter süddeutscher Gaumen wird
nichts zu mäkeln finden. Eine Besonderheit, die es bei uns stilecht an
hohen Feiertagen zu den besten Weißwürsten der Stadt und einem
Weißbier als Brunch gibt. Ein Stück Heimat für jeden, der im
Ausland lebt und/oder partout kein gutes Laugengebäck kaufen kann.


Bewertungen & Kommentare

Bewertung: (Keine Stimmen)
Kommentare: (11 Kommentare)


15.05.08 maritimu
Hi Sellerie, bin eher zufällig über Dein Rezept gestolpert und habe es mir gleich abgespeichert. Laugengebäck liebe ich sehr und deshalb habe mir schon Gedanken gemacht, wie ich das zukünftig in Italien halten soll. Aber mit dieser genauen Beschriebung dürfte ja eigentlich nichts schief gehen. Nun muss ich halt sehen, ob mir das mein Apotheker besorgen kann. LG, maritimu

11.05.08 Hoernchen
Danke Sellerie, nun weiß ich es genau. Ich werde demnächst einen Versuch starten.

11.05.08 sellerie
@Hörnchen: ich lasse die geformten Brezen ca. 10 Minuten gehen, dann kommen alle in den Kühler und die, die ich sofort verarbeiten möchte kommen nach dem anfrieren wieder raus. Wichtig ist das antauen lassen, sonst reißt die Lauge unschön, v.a. an den Ärmchen der Brezeln.

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Zutaten
Für 4 Portionen
500 g Mehl, 405er oder 550er
300 ml lauwarmes Wasser
1 Würfel frische Hefe
2 Salz
2 Tl Zucker
300 ml Natronlauge, s. Beschreibung!
etwas grobes Salz zum Bestreuen
Zubereitungszeit
1 h 30 min
plus 2 Gehzeit


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