Selleries handgeschabte Bärlauchspätzle
1. Teig zubereiten:
Bärlauch sehr fein hächseln. Das geht gut mit dem Multizerkleinerer (etwas Wasser zugeben) oder dem Fleischwolf.
Bärlauchmasse zum gesiebten Mehl geben, Salz und Eier zufügen. Unter Zugabe von Wasser nach Bedarf (sehr vom Mehl und der Zubereitungsart abhängig) zu einem zähen, gummiartigen Teig verrühren. Die richtige Konsistenz für handgeschabte Spätzle: Der Teig soll sich später auf dem Brett gerade so versteichen lassen, aber nicht davonlaufen. Teig so lange schlagen, bis er absolut geschmeidig und klümpchenfrei ist und Blasen wirft. Ein Handrührgerät kann von dieser Menge überfordert sein, eine Küchenmaschine oder ein Kochlöffel und Muskelkraft (10 Minuten) funktionieren aber blendend. Teig 20 Minuten abgedeckt ruhen lassen.
2. Spätzle schaben:
Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen.
Spätzleteig mit einem Spätzlebrett und Spätzleschaber ins kochende Wasser schaben.
Wer so etwas nicht besitzt kann ein einfaches glattes Frühstücksbrett und ein großes, gerades Kochmesser dafür hernehmen. Der Teig wird mit einem Schöpflöffel auf das Brett gegeben, mit der flachen Klinge bis zum kurzen Rand des Bretts hin verteilt, so dass das Brett von einer ca. 0,5 cm dicken Teigschicht bedeckt ist. Dann setzt man direkt hinter der Brettkante mit dem Messer an und schabt einen dünnen Streifen Teig vom Brett herunter ins kochende Wasser.
Nach einer geschabten Portion die Spätzle (<2 Minuten Schabzeit) mit der Schaumkelle auflockern. Wenn die Spätzle alle oben schwimmen sind sie gar. Herausnehmen und in Wasser schwenken. Spätzle, die gleich gegessen werden, werden in heißem Wasser geschwenkt und im Backofen bei 100 Grad in einer gebutterten Form warm gehalten. Spätzle auf Vorrat werden in kaltem Wasser geschwenkt und beiseite gestellt.
3. Spätzle erwärmen:
Am nächsten Tag kann man die Spätzle in ein wenig Butter sanft anbraten. Besonders lecker sind sie, wenn sie dabei kleine Krüstchen bekommen. Spätzle können aber auch in der Mikrowelle in einer guten Sauce erwärmt werden. Pur muss man vorsichtig sein, da werden sie gern trocken oder gummiartig. Außerdem kann man sie auch gut einfrieren.
4. Spätzle anders formen:
Wer nicht schaben möchte, kann auch einen Spätzlehobel verwenden. Andere Gerätschaften als Hobel und Spätzlebrett (also Presse, Sieb, etc.) sind bei uns jedoch zutiefst verpönt. ;-)
Bei der Nutzung von Gerätschaften zum Formen den Teig etwas dicker anrühren.
5. Extratipp für leichtes Reinigen des Arbeitsgeräts:
Alles sofort nach Gebrauch kalt einweichen. Dann nach dem Essen alles mit kaltem Wasser ausspülen und in die Spülmaschine räumen. Arbeitet man gleich mit heißem Wasser klebt der Teig fest und lässt sich nur mit Mühen entfernen.
Wer die Spätzle pur genießen möchte: Bärlauch weglassen und
Salzmenge halbieren.
Die Menge der Eier, ebenso wie die "richtige
Form" begründen einen augeprägten Schwaben-internen
Glaubenskrieg. Mir bekannte Familienrezepte reichen von "2 Eiern auf 1 kg
Mehl" bis hin zu "nur Eier, kein extra Wasser". Erstere sind mir
zu bleich und labberig, letztere sehr schwer bekömmlich. Unser
Familienrezept (das einzig richtige natürlich! ;-)) hat Biss, ist aber
trotzdem saucentauglich und locker.

10 Eier
2 Tl Salz
Wasser, nach Bedarf
100 g frischen Bärlauch
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