Angi's Latwerge nach Tante Gertrud - Gott hab sie selig
1. Quetsche wosche, entsoine un innen groose Topp gäbbe.
Gut mit'm Zucker und de Gewözze vermansche - un dann 12 Stunde uff kleener Flamm richtisch schwazz koche.
Nitt umrühre, weil sonscht brennts ooa.
2. So, weiter in Hochdeutsch - das Mus wurde bei uns auf der Ecke der Herdplatte des Ölofens über Nacht gekocht - und es brannte wirklich nicht an - weil sich unten eine Wasserschicht bildete... aber so eine Art Hitze können wohl heute die wenigsten erzeugen.
Deshalb doch lieber beaufsichtigen und auf kleinster Flamme köcheln lassen.
Oder in den Backofen geben - das habe ich selbst zwar noch nicht probiert - aber ein guter Freund und bei ihm hats geklappt
3. Das Mus muss richtig zäh sein - Löffelprobe machen, das heißt, ein Löffel muss in jedem Winkel im Mus fest stehen.
4. Die fertige Latwerge am besten in Steinkrüge füllen - und mit einem Stück Pergament abdecken - luftdichtes Verschließen ist nicht nötig - geht natürlich auch - aber ist nicht so stilecht.
5. Die Latwerge wird heute noch manchmal bei Volksfesten im Herbst (z.B. Michaelismarkt im Odenwald) im großem Kupferkessel über offenem Feuer gekocht - dann muss sie aber ununterbrochen gerührt werden.
Ein guter Tropfen ist dabei von Hilfe....
Altes hessisches Rezept....
Eine Latwerge ist ein stark eingekochtes Mus, meist
aus Pflaumen oder Zwetschgen.

100 g Zucker
5 Sternanis
1 große Zimtstange
viele Stunden Kochzeit



