Weideochse vom Limpurger Rind

Aus der baden-württembergischen Region Hohenlohe stammt die Spezialität „Weideochse vom Limpurger Rind“. Die alte Rinderrasse wäre in den 1980er Jahren fast ausgestorben, erfährt aber heute durch die Arbeit engagierter Züchter eine Renaissance.
Weideochse vom Limpurger Rind
Limpurger Weideochse im Alter von 36 Monaten

Im Jahr 1987 waren nur noch 57 Limpurger Kühe im Herdbuch eingetragen. Da die Arbeitskraft des Limpurger Rinds durch die Technisierung der Landwirtschaft nicht mehr benötigt wurde, waren in der Vergangenheit immer mehr Landwirte auf andere Rassen ausgewichen. Heute sind es nicht zuletzt durch den Einsatz des Züchtervereins Limpurger Rind e.V. wieder knapp 500 Tiere. Der Aufwand, die Limpurger Rinder aufzuziehen, ist ungleich höher als bei weiter verbreiteten Rassen wie dem Fleckvieh.

Heute werden die Qualitäten des Limpurger Rindes wieder vermehrt geschätzt, von Hobbyköchen bis zur Spitzengastronomie. Nicht nur in Hinblick auf die Artenvielfalt, auch auf kulinarischer Seite wäre das Aussterben des Limpurger Rindes zu Bedauern gewesen. Schon im 18. Und 19. Jahrhundert schätzte man sein besonders zartes und saftiges Fleisch. Es zeichnet sich aus durch einen besonders vollen Rindfleischgeschmack und ein buttrig-geschmeidiges Mundgefühl. In der Pfanne gebraten entwickelt das Fleisch vom Limpurger Weideochsen eine leichte Süße und feine Aromen von Wiesenkräutern. Die feine Marmorierung des Fleisches ergibt sich aus den Eigenheiten der Rasse und dem Futter der Tiere.

Weideochse vom Limpurger Rind
Limpurger Kühe mit Kälbern

Die Tiere werden ausschließlich mit nicht-gentechnisch verändertem Gras, Weidefutter, Heu, Getreide und Grassilage gefüttert. Dies ist nur eine der Richtlinien, die die Züchtervereinigung Limpurger Rind e.V vorgibt, um die Qualität der Produkte zu sichern. Damit die Fleischstücke das Markenzeichen "Weideochse vom Limpurger Rind" tragen dürfen, werden zusätzlich ein Schlachtalter von mindestens 30 bis 35 Monaten sowie die Weidehaltung in der Vegetationsperiode vorgeschrieben. Außerdem muss das Rind in der "Stammheimat" rund um den Ostalbkreis und die Landkreise Schwäbisch Hall, Hohenlohe und Main-Tauber aufgewachsen sein.

Da noch immer verhältnismäßig wenige Tiere geschlachtet werden, ist das Fleisch vom Limpurger Weideochsen nicht immer verfügbar. Der Verein Slow Food e.V. führt eine Liste von Landwirten, Metzgereien und Restaurants, über die das Fleisch bezogen werden kann. Die Liste wird regelmäßig aktualisiert und kann hier aufgerufen werden.