Neue nordische Küche

Die neue nordische Küche - seit das Kopenhagener Restaurant noma dieses Jahr zum zweiten Mal in Folge zum besten Restaurant der Welt gekürt wurde, ist sie noch mehr in aller Munde. Sie besinnt sich auf die Produkte, die die nordischen Länder zu bieten haben. Ein Prinzip, das sich auch zu Hause einfach umsetzen lässt, indem man auf regionale, saisonale Zutaten setzt.

Essen, was um einen herum wächst

Neue nordische Küche
Der Natur ganz nah: die neue nordische Küche

Die neue nordische Küche ist die Rückbesinnung auf das, was um einen herum wächst. Mit diesem einfachen Grundgedanken kommen automatisch mehr regionale und saisonale Lebensmittel auf den Teller. Zudem ist in der neuen nordischen Küche Platz für alte, ursprüngliche Gemüse- und Obstsorten, essbare Nutzpflanzen, die schon vergessen schienen, sowie besondere Spezialitäten wie etwa Waldsauerklee aus dänischen Wäldern, Topinambur und Tiefseekrabben von den Färöer-Inseln. Wie werden diese Nahrungsmittel zubereitet? Kurz und knackig gegart, fettarm, einfach aber kreativ verarbeitet, so findet man das Essen in der neuen nordischen Küche vorzugsweise vor. Aromen und Frische kommen voll zur Geltung, nichts soll von den guten Produkten ablenken.

Neben Dänemark schließt die neue nordische Küche auch Schweden, Finnland, Norwegen und Island ein und sprüht so vor Facettenreichtum. Denn jede Region und jeder Boden bringt seine eigenen Saisonschätze und Spezialitäten hervor. Und jeder Koch interpretiert die neue nordische Küche auf seine Art und Weise. Es gibt hier also immer wieder Neues zu kosten.

Treibende Kraft der neuen nordischen Küche ist der Däne Claus Meyer. Er gründete bereits 2003 zusammen mit dem Spitzenkoch René Redzepi das noma, das 2010 und 2011 zum besten Restaurant der Welt gekürt wurde. Nicht nur die regionalen, saisonalen, hochwertigen Erzeugnisse liefern den Köchen hier immer wieder Futter für Kreativität am Herd. In der Labor-Küche "Nordic Food Lab" probieren Köche nebenbei neue, alte und wiederentdeckte natürliche Haltbarkeits- und Zubereitungsmethoden mit Produkten aus dem nordischen Meer, den Wäldern und Feldern. Ein aktuelles Projekt ist zum Beispiel die Herstellung von Eiscreme aus Seetang. Oder die Beurteilung von nordischen Kartoffelsorten. Hierfür wird jede Sorte gebacken, gekocht, frittiert, püriert, konfiert und nach der Sous-vide Methode gegart, um herauszufinden, welche Sorte mit welcher Garmethode am besten schmeckt. Es entstehen neuartige Produkte und besondere Geschmäcker, aus denen dann Rezepte unter anderem für das noma entwickelt werden.

Wo steht die neue nordische Küche momentan?

Neue nordische Küche
Claus Meyer betreibt zusammen mit René Redzepi das Restaurant "noma"

Claus Meyer gilt als Erfinder der neuen nordischen Küche. In einem Pressegespräch im August 2011 erklärte er uns wo sie zum jetzigen Zeitpunkt steht. Auf der einen Seite feiere man heute den Erfolg der neuen nordischen Küche. Auf der anderen Seite arbeite man weiter an Visionen und Zielen. Ein Ziel sei, die neue nordische Küche auch für ihren gesundheitlichen Aspekt bekannt zu machen. Zusammen mit Wissenschaftlern arbeitet der Think Tank um Claus Meyer zur Zeit daran, diesen Aspekt herauszuarbeiten. In Zukunft sollen Aussagen möglich werden wie "Die neue nordische Küche ist gesund, weil ..."

Überzeugungsarbeit möchte Claus Meyer außerdem leisten: Die neue nordische Küche soll immer mehr private Haushalte erreichen, dort umgesetzt werden und immer mehr die Augen für die Schönheit der nordischen Essenskultur öffnen. Ein weiterer Punkt sei auch die Zusammenarbeit und der Austausch mit anderen Ländern. Es sei wichtig, verantwortungsvoll mit unserem Essen umzugehen.

Meyer sind auch die Zusammenarbeit und der Austausch mit anderen Ländern enorm wichtig. In diesem Zusammenhang betont er auch die Bedeutung, die ein verantwortungsvoller Umgang mit unserem Essen hat.

Lassen Sie sich inspirieren - die neue nordische Küche für daheim

Riesling-Huhn
Regionale Rezepte bringen regionale und saisonale Zutaten auf den Tisch

Die neue nordische Küche macht noch mehr Appetit auf regionale, saisonale, hochwertige, besondere Erzeugnisse. Mit kleinen Tricks kommen Sie diesen auf die Spur. Die Suche lohnt sich, denn Sie werden mit frischem, authentischen Geschmack belohnt. Erleben Sie, wie viel Freude es bringt, im Rhythmus der Natur zu kochen und zu essen!

√ Fragen Sie auf dem Wochenmarkt an Obst-, Gemüse-, Fleisch-, Fisch- und Käseständen, nach Produkten aus der unmittelbaren Umgebung.

√ Achten Sie in Ihrer Region auf Hofläden, in denen Sie Produkte direkt vom Erzeuger kaufen können.

√ Probieren Sie alte Obst- und Gemüsesorten aus, etwa Quitten, Pastinaken und Steckrüben im Herbst.

√ In Gärten, Parks und Wäldern werden Sammler häufig fündig, wenn es um frische Kräuter und andere Nutzpflanzen geht. Mancherorts bieten erfahrene Experten Kräuterwanderungen an, die vermitteln, was alles ohne Bedenken essbar ist.

√ Ob Küchenfensterbank, Balkon, Garten oder ein Gemüsegarten zum Mieten in Stadtnähe - irgendwo findet sich bestimmt noch ein Plätzchen für den ein oder anderen Kräuter- Tomaten- oder Erdbeertopf oder das ein oder andere Gemüsebeet. Mit selbst geernteten Zutaten schmeckt das Essen noch besser.

√ Deutschlandweit gibt es viele Obstbäume am Wegesrand, die nicht geerntet werden. Zu schade, wenn Äpfel, Birnen und Zwetschgen nicht genutzt werden. Hier finden Sie vielleicht Bäume in Ihrer Nähe: www.mundraub.org.

√ Wie schmeckt denn Honig aus meiner Region? Unter www.heimathonig.de finden Sie Imker aus ganz Deutschland, die regionalen Honig anbieten.

√ Sammeln Sie Rezepte Ihrer Region, denn in regionalen Rezepten kommen die besten Zutaten zum Einsatz, die das jeweilige Land zu bieten hat: Regionale Küche.