Küche der First Nations
Mehr als eine Million Kanadier sind Ureinwohner und gehören zu den First Nations, Métis (europäische und indianische Vorfahren) oder Inuit (arktische Ureinwohner). Die Indianerverbände pflegen ihre eigene Kultur, zu der auch traditionelle Ernährungsweisen gehören. Viele kanadische Spezialitäten wie Ahornsirup und Wildreis standen ursprünglich auf dem Speiseplan der First Nations.
Küche der Ureinwohner
Die kanadischen Ureinwohner haben Ausnahmeregelungen bei Fisch- und Jagdrechten. Zwar herrschen in den Reservaten der First Nations immer noch viele soziale Probleme, doch haben sich die Ureiwohner inzwischen politisch organisiert und kämpfen für ihre Rechte. Zur Kultur der First Nations gehört auch die indianische Küche. Sie orientiert sich an dem, was die Natur zu bieten hat: Wildfleisch, Kräuter und Beeren. Die Inuit in den nördlichen Provinzen essen weniger frisches Obst und Gemüse, sind aber durch die fetthaltige Ernährung mit Fisch und Robbenfleisch gut gegen die Kälte geschützt.
Wildreis
Einige Spezialitäten werden schon seit tausenden von Jahren von den Ureinwohnern gegessen. Ein Beispiel dafür ist der kanadische Wildreis. Dieser ist eigentlich kein Reis, sondern der Samen von wild wachsendem Wassergras. Um die Körner zu ernten, fahren die Ureinwohner mit ihren Kanus durch die ufernahen Bestände und schlagen die Körner mit Stöcken von den Halmen. Wildreis, der auf den Seegrund fällt, bildet die Saat für die nächste Ernte.
Ursprünglich wuchs Wildreis nur in den Provinzen Alberta, Manitoba, Ontario und Saskatchewan. Heute wird die Delikatesse jedoch auch in anderen Provinzen und den USA in großem Umfang angebaut. In ausgesuchten Reformhäusern und Feinkostläden gibt es noch den echten “kanadischen Wildreis“, der von den First Nations angebaut wird. Eine Reis-Spezialität der First Nations sind kleine Törtchen aus Wildreis.
Wildfrüchte- und Pflanzen
Die klassischen Zutaten für Suppen und Eintöpfe der kanadischen Ureinwohner sind Kürbis, Bohnen und Mais. Aus diesen drei Zutaten wird beispielsweise die Three-Sisters-Soup zubereitet. Beliebt sind zudem die vielen kanadischen Beerenarten wie Blueberries (Blaubeeren) oder Cranberries. Als besonders delikat gelten Saskatoon Beeren. Die Indianer-Beeren werden inzwischen in großen Farmen angebaut und zu Sirup sowie Marmelade verarbeitet.
Eine weitere Spezialität der indianischen Küche sind Farnsprösslinge (Fiddleheads). Farntriebe können gedünstet oder zu einer Crèmesuppe verarbeitet werden. Die Suche nach Fiddleheads ist in Kanada inzwischen fast so verbreitet wie die Pilzsuche. Allerdings ist Vorsicht angebracht, da nur Zimt- und Straußenfarn essbar sind.
Brot und Bisonfleisch
Gerade in den langen Wintern brauchten die First Nations früher Nahrungsmittel, die sie lange aufbewahren konnten. Bei fast allen Stämmen beliebt war und ist Pemmikan. Dabei handelt es sich um getrocknetes Bisonfleisch, das über längere Zeit gelagert und auch transportiert werden kann. Ein weiteres wichtiges Grundnahrungsmittel ist das Brot Bannock. Dieses runde Brot aus Weizenmehl ist relativ einfach in der Zusammensetzung und wird im Ofen oder über dem Feuer gebacken.
Die vier Host Nations der olympischen Winterspiele 2010
Im Gebiet um Vancouver leben insgesamt vier verschiedene Stämme, die bei den Olympischen Spielen als Gastgeber (Host Nations) auftreten: Lil' Wat, Musqueam, Squamish und Tsleil Waututh. Im Aboriginal Pavilion bei den Olympischen Spielen können Besucher die Kultur und Kulinarik dieser Völker kennen lernen. Eine weitere Möglichkeit, die Küche der Ureinwohner British Columbias zu erkunden, bietet das Aboriginal Centre in Whistler. Dort können Besucher Bison-Trockenfleisch, Bannock und frittierte Austern probieren.
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