Vanille: Warenkunde

Die königliche Vanille ist eines der teuersten und aromatischten Gewürze der Welt: Ihr weicher intensiver Geschmack verfeinert Schokolade, Süßes und Pikantes - und natürlich zart schmelzendes Vanilleeis. Wir haben Ihnen Wissenswertes rund um die edle Vanille zusammengestellt.

Vanille: königlicher Genuss

Vanille: Warenkunde
Vanille

Vanille wird aus der Frucht einer tropischen Orchideenart gewonnen. Kurz vor der Blüte werden die grüngelben unreifen Schoten, botanisch sind es genau genommen Kapseln, gepflückt und fermentiert. Erst durch diesen mehrere Wochen dauernden Prozess entwickelt sich das typische Vanillearoma und die Schoten schrumpfen zu den dunkel glänzenden Vanillestangen, die in den Handel kommen.

Die edle Vanille stammt ursprünglich aus Mexiko und gelangte im 16. Jahrhundert durch die Spanier nach Europa, die jahrhundertelang das Monopol auf Vanille besaßen. Die Azteken verfeinerten mit Vanille ihren tlilxochit, ein Schokoladengetränk, nach dem angeblich der Aztekenherrscher Montezuma ganz verrückt war. Mit der Entdeckung der Kakaobohne trat die Vanille ihren Siegeszug durch die Königshäuser als verführerische Duftkomponente und als Gewürz für Speisen an. Anfang des 19. Jahrhunderts gelang es Wilhelm Haarmann das Vanillin, den Aromastoff der Vanille, synthetisch herzustellen - mehr als 90% des Vanillebedarfs werden heute durch synthetische Vanille gedeckt.

Herkunft und Sorten

Milchreis, Vanille
Vanille-Milchreis

Durch die aufwendige Bestäubung und den langwierigen Fermentierungsverlauf gehört echte Vanille zu den teuersten Gewürzen der Welt - neben Safran und Zimt. Die wichtigsten Anbaugebiete für Vanille sind heute Madagaskar, die Komoren und die Insel La Réunion, deren ursprüngliche Bezeichnung Île Bourbon der hochwertigen in Europa bevorzugten Bourbon-Vanille ihren Namen gab. Die mexikanische Vanille, die milder und süßlicher im Geschmack ist, wird vor allem in Amerika verwendet. Die Tahiti-Vanille ist blumiger im Duft und enthält weniger VVanillin, weswegen sie vermehrt für Parfüms eingesetzt wird. Indonesische Vanille wird in erster Linie in der Kosmetik- und Spirituosenindustrie verwendet. Neben den Vanillestangen wird Vanille vor allem als Vanillezucker angeboten.

Vanillestangen und Co.

Vanille: Warenkunde
Vanilleschoten

Hochwertige, aromatische Vanillestangen zeichnen sich durch eine elastische, lederähnliche Hülle aus - damit sie nicht austrocknen, kommen sie in Glasröllchen in den Handel. Manche Vanillestangen weisen unregelmäßige weiße Kristalle auf, die durch das Ausschwitzen während des Fermentierungsprozess entstehen und ein weiteres Merkmal hochwertiger Vanille sind. Vanilleschoten müssen gut verschlossen aufbewahrt werden, da sie schnell ihr Aroma verlieren und fremde Gerüche annehmen. Verwendet wird das Mark oder die ganze Vanilleschote - hier steckt das Vanillin und die vielen weiteren Geschmacksstoffe, die der Vanille ihr besonderes Aroma verleihen: Die Stangen längs aufschneiden und das Mark mit einem stumpfen Messer herauskratzen oder die ganze aufschlitzte Vanilleschote mitkochen, das sorgt für ein intensiveres Aroma. Zum Backen eignet sich Vanillezucker besser, da durch zu langes Erhitzen das feine Aroma der Vanille schnell verfliegt.