Alles über Vollkorn

Was macht Vollkorn eigentlich aus? Worauf gilt es beim Einkauf zu achten und woran genau erkennt man Vollkorn? Warum ist es so gesund? Fragen über Fragen. Hier finden Sie die Antworten.

Definiton

Vollkorn
Nur aus ganzen Körnern können Volkornprodukte entstehen

Alle Getreidekörner, egal ob Weizen, Roggen, Mais oder andere Sorten, bestehen aus drei Teilen. Die äußere Hülle nennt man Kleie. Sie zeichnet sich durch einen hohen Ballaststoffgehalt aus. Im Inneren liegen der Keim mit vielen Mikronährstoffen und das stärkehaltige Endosperm. Vollkorn bedeutet, dass ein Produkt alle drei Bestandteile enthält. Dabei kann es sich um Mehl, Flocken oder tatsächlich um das ganze Korn handeln. Aus Vollkorn werden Brot, Nudeln Haferflocken, Reis, Kräcker und anderes Gebäck hergestellt.

Das Vollkorn-Comeback

Dinkel
Wieder af dem Speiseplan: Dinkel

Früher hat man aus Mangel an verarbeitenden Maschinen Vollkornprodukte zu sich genommen. Mit modernen Verfahren wurde es aber möglich, das Korn so zu verarbeiten und zu mahlen, dass raffiniertes Weißmehl nur aus dem Endosperm gewonnen werden konnte. Das volle Korn verlor an Beliebheit und rückte immer mehr in den Hintergrund. Denn das Weißmehl verleiht Backwaren eine längere Haltbarkeit und macht seine Textur angenehm weich.

In den letzten Jahren allerdings ist die gesunde Vollkornkost wieder auf dem Vormarsch und hat es geschafft, sich seinen Platz nicht nur in Reformhäusern, sondern auch in normalen Supermarktregalen zurück zu erobern. Das Comeback ist dem wachsenden Bewusstsein für gesunde und ausgewogene Ernährung zu verdanken.

Nicht nur Vollkornnudeln und- brot aus den unterschiedlichsten Getreidesorten, wie Dinkel oder Buchweizen, sind wieder beliebt - auch ehemals als Ökofutter bezeichnete Vollkornsorten, wie Hirse, Quinoa oder Bulgur, finden sich immer häufiger auf den Spesieplänen der Deutschen.

Vollkorn erkennen

Vollkorn
Vollkornnudeln

Leider kam mit der Beliebtheit auch der Schwindel mit den Vollkornprodukten. Viele Produkte sollen uns vormachen, sie seien aus vollem Korn. Sie sind dunkelbraun eingefärbt, werben mit einem besonders hohen Ballaststoffgehalt oder sind übersät mit Samen und Körnern. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass es sich auch tatsächlich um Vollkorn handelt.

Lassen Sie sich nicht vom äußeren Erscheinungsbild täuschen. Eine braune Farbe sagt nicht unbedingt etwas aus. Oft wird Melasse oder Zuckerkulör verwendet, um das Produkt "gesünder" erscheinen zu lassen. Gleichzeitig kann ein Vollkorn-Lebensmittel durchaus eine eher helle Färbung haben.

Ebenso wenig lässt sich anhand des Vermahlungsgrades eine Aussage treffen. Auch Vollkornmehl kann sehr fein gemahlen sein.

Zum Glück gibt es aber andere Anhaltspunkte, um Vollkornprodukte zu erkennen.

Zunächst hilft der Name weiter. Achten Sie darauf, dass tatsächlich von Vollkorn, Vollgetreide, Vollhafer, Vollweizen oder ähnlichem die Rede ist. In vielen Fällen wird versucht mit klanghaften Namen, wie Roggenkrustis, Körnerecke etc. darüber hinweg zu täuschen, dass es sich nicht um ein Vollkornprodukt handelt. Nur wenn auch wirklich Vollkorn drin steckt, darf der Hersteller die genannten Begriffe verwenden.

Ein Blick auf die Zutatenliste kann außerdem Aufschluss geben. Auch hier sollten Sie auf die Begrifflichkeiten achten.

Lose ware ist nicht deklarationspflichtig. Das bedeutet, wenn Sie Brot oder Brötchen frisch beim Bäcker kaufen, haben Sie keine Möglichkeit zu erkennen, was drin steckt. Da hilft nur eins: nachfragen. Der Bäcker Ihres Vertrauens wird Ihnen sicher gern Auskunft über die verwendeten Zutaten geben.

Auf der sicheren Seite sind Sie in der Regel in Biobäckereien und -supermärkten, oft auch in Reformhäusern. Dort findet siche eine große Auswahl an Vollkornprodukten. Die Palette reicht von Brot und Brötchen über Nudeln, Reis, Müsli und Snacks bis hin zu Keksen und Kuchen.

Vollkorn: Gesundheitsfaktor

Während Weißmehl durch die Verabeitung von fast allen wertvollen Inhaltsstoffen befreit wird, sind diese in Vollkornprodukten noch enthalten.

Zunächst sind da die wertvollen Ballaststoffe, die hauptsächlich in den Randschichten sitzen und deshalb in verarbeitetem Weißmehl nicht mehr bzw. kaum noch vorhanden sind. Sie sorgen zum einen für ein längeres Sättigungsgefühl und sind deshalb für eine ausgewogene Ernährung unbedingt zu empfehlen. Zum anderen bringen die Ballaststoffe den Darm in Schwung und sind gut für die Verdauung.

Außerdem versorgt Vollkorn den Körper mit wichtigen Mineralstoffen und Spurenelemeneten, wie zum Beispiel Calcium und Magnesium, Zink und Eisen. Sie erfüllen wichtige Funktionen im menschlichen Körper.

Auch Vitamine, vor allem B-Vitamine, findet man reichlich.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, mehrmals täglich Getreideprodukte zu sich zu nehmen - und zwar möglichst solche, die aus dem vollen Korn hergestellt wurden.

Bei regelmäßiger Zufuhr, einer auch ansonsten ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung, können Vollkornprodukte viele positive gesundheitliche Effekte haben und das Risiko ernährungsmitbedingter Krankheiten senken.